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Gesellschaft der Germanisten Rumäniens (GGR) - www.ggr.ro

Zeitschrift der Germanisten Rumäniens, Jg. 9, Heft 17-18 / 2000, S. 9-20

 

 

V. Kongress der Germanisten Rumäniens

 

Iaºi/Jassy, 22.-25. Mai 2000

Bericht und Dokumentation


 

Traditionsgemäß kamen zahlreiche Germanistinnen und Germanisten, Deutschlehrerinnen und Deutschlehrer aus dem In- und Ausland, um vom 22.-25. Mai 2000 in Jassy am V. Kongreß der Germanisten Rumäniens teilzunehmen. Nachdem der IV. Kongreß 1997 in Sinaia erfolgreich verlaufen war, nutzten die Kolleginnen und Kollegen unserer Fachrichtung die drei Jahre aus, um in Lehre und Forschung neue Ergebnisse zu erzielen, über die sie auch auf dem V. Kongreß Bericht erstattetn wollten. Aufgrund des überaus regen Interesses, das im Vorfeld der Vorbereitungen für die bedeutendste wissenschaftliche Tagung der Germanisten in Rumäniens signalisiert wurde, haben der Hauptveranstalter (Gesellschaft der Germanisten Rumäniens) und die Mitveranstalter (Deutscher Akademischer Austauschdienst - Bonn, Institut für Deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas - München, Deutscher Germanistenverband, Österreichische Gesellschaft für Germanistik, Friedrich-Ebert-Stiftung - Rumänien-Vertretung, Concept-Stiftung - Bukarest) mehrere Sektionen sowie Foren eingerichtet, um die Fülle der angemeldeten Vorträge und Diskussionsbeiträge zu berücksichtigen. Die Foren wurden hauptsächlich der Problematik der Didaktik und Methodik des Daf-Unterrichts an den Hochschulen sowie der studentischen germanistischen Forschung. Zugleich wurden ein Forum zum Kreativen Schreiben und ein anderes über Fragen der europäischen und weltweiten Kultur- und Literaturinterferenzen organisiert.

Wie schon auf dem III. Kongreß der Germanisten Rumäniens in Neptun (19.-22. Mai 1994) unter Beweis gestellt, hatte sich auch der V. Kongreß zum Ziel gesetzt, den gegenwärtigen Stand der rumänischen germanistischen Forschung, der rumänischen Überlegungen zu Fragen des Deutschunterrichts als Fremd-, Mutter- und Unterrichtssprache, zu Aspekten der kulturellen und geistigen deutsch- bzw. österreichisch-rumänischen  Interferenzen zu veranschaulichen, diesbezüglich Mängel und Lücken aufzuweisen und damit die Aufgaben sichtbar werden zu lassen, die die rumänische Germanistik im Zuge verstärkter grenzübergreifender Zusammenarbeit in Zukunft zu bewältigen haben wird. Zugleich sollten rumänische GermanistInnen und DeutschlehrerInnen Einblick nehmen in die weltweit relevanten Aspekte der inlands- und auslandsgermanistischen Forschung in den Bereichen, die die Sektionen des Kongresses anvisierten. Nicht zuletzt sollte der Kongreß den rumänischen GermanistInnen die Möglichkeit bieten, einander auch persönlich kennenzulernen und einen nützlichen Erfahrungsaustausch vorzunehmen sowie mit ihren ausländischen KollegInnen Kontakte anzuknüpfen.

Das Rahmenprogramm des Kongresses sah wie immer Autorenlesungen (Karin Gündisch, Franz Hodjak, Ernest Wichner, Petre Stoica), einen studentischen Theaterabend (unter Anleitung des österreichischen Gastlektors in Jassy Johannes Gelich) sowie zwei Tagesexkusionen (eine landeskundliche Exkursion zu den bedeutendsten mittelalterlichen Kunstdenkmälern in der Bukowina - den unter UNESCO-Denkmalschutz stehenden griechisch-orthodoxen Klöstern sowie eine Exkursion nach Czernowitz in der Ukraine, dem alten Kulturzentrum der Bukowina, jenes ehemaligen Kronlandes der Habsburger Monarchie, das, wie Paul Celan einmal sagte, "der Geschichtslosigkeit anheimgefallen" ist).

Bei der Eröffnung im Senatssaal der ehrwürdigen Jassyer Alma Mater fanden sich Vertreter der Veranstaltern sowie der Gastgebenden Jassyer Universität und ein zahlreiches Publikum, darunter erfreulicherweise sehr viele StudentInnen ein.


 

Eröffnungsrede von Prof. Dr. George Guþu,

Präsident der Gesellschaft der Germanisten Rumäniens

 


 

Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,

liebe Gäste,

liebe Studentinnen und Studenten,

 

an dieser ehrwürdigen Stätte der traditionsreichen Jassyer Universität habe ich die Freude, Sie auf dem V. Kongreß der Germanisten Rumäniens auf das herzlichste willkommen zu heißen.

Es ist bereits die dritte große Veranstaltung dieser Art, die die Gesellschaft der Germanisten Rumäniens nach der Wende initiiert und durchführt. Nachdem 1994 mit dem III. Kongreß in Neptun an die Tradition aus der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen nach einer Unterbrechung von 62 Jahren wieder angeknüpft werden konnte, haben wir 1997 in Sinaia mit dem IV. Kongreß im Beisein des Präsidenten des DAAD, Prof. Dr. Dr. h.c. Theodor Berchem, ein weiteres bedeutendes germanistisches Erlebnis verzeichnen können.

Nun ist es uns wieder gelungen, in enger Zusammenarbeit und mit Unterstützung mehrerer ausländischer und rumänischer Institutionen und Kultur- sowie Bildungseinrichtungen diese Tagung zu veranstalten, die ich hiermit eröffnen darf.

Die gastgebende Universität Jassy ist mit der wechselvollen Geschichte dieses Teils Rumäniens aufs engste verbunden. Als Hauptstadt des Fürstentums Moldau war die Stadt Zeuge ebenso ruhmreicher wie tragischer Momente und Ereignisse, die in die Geschichte des rumänischen Volkes eingegangen sind. Die Verlegung der Hauptsatdt von Suczeava nach Jassy nicht lange nach der Gründung des Fürstentums Moldau war ein wichtiger Moment in der Festigung der Bedeutung der Stadt Jassy. Hier leistete Fürst Alexandru Ghica erbitterten Widerstand gegen die Anexionspläne der österreichischen Monarchie unter Joseph II., der nach der Teilung Polens im Jahre 1772 weite Gebiete dieses Landes (darunter Galizien) an sich reißen konnte und 1773 während seines Besuchs in Siebenbürgen seiner Mutter nach Wien schrieb, es wäre gut, wenn in Verlängerung Siebenbürges ein weiteres Gebiet vom Fürstentum Moldau angeschlossen werden könnte. Dies geschah auch infolge der kriegerischen Auseiandersetzungen zwischen Rußland und der Türkei, durch falsche Landkarten und Bestechungsgelder an Tahir Aga und Ali Pascha sowie an Marschall P.A. Rumjantzew im Jahre 1774 und in den darauffolgenden Jahren. Jassy wird zur Stätte der hinterhältigen Ermordung von Fürst Alexandru Ghica, die just nach der Ablegung des Eides der Bevölkerung des Oberlandes, des nördlichen Teils des Fürtstentums, gegenüber den Besatzern stattfand.

143 Jahre lang, d.h. bis 1918, bestand dieser Landstrich innerhalb der habsburgischen, dann österreichisch-ungarischen Monarchie. Um die Bindungen und Erinnerungen an das Fürstentum Moldau in Vergessenheit geraten zu lassen, wurde das Land weder - wie zunächst beabsichtigt - "Österreichische Moldau" noch "Grafschaft Suczawa" genannt, sondern erhielt einen neuen Namen als "Bukowina", was slawisch nichts anderes heißt als "Buchenland", Land der Buchenwälder. In den Jahren danach kam das Land wieder unter rumänische Staatsgewalt, wurde aber dann infolge des zweiten Weltkrieges teilweise, u.zw. der nördliche Teil, an die Ukraine abgetreten. Laut 1997 abgeschlossenem Vertrag zwischen Rumänien und der Ukraine erheben beide Länder einander gegenüber keine Gebietsansprüche und sorgen für eine zeitgerechte Einhaltung der Minderheitenrechte in beiden Ländern.

Jassy war auch die Stadt, in der der Deutschunterricht einen starken Aufschwung nahm, was nicht zuletzt durch die Einwanderung vieler österreichischer "Untertanen" in diese Gegend, aber auch durch die schon vorherige Präsenz deutscher Missionäre gefördert wurde. So daß kurz nach der Gründung des Germanistischen Seminars in Bukarest auch in Jassy die Gründung einer ähnlichen hochschulischen Einrichtung erfolgte, die mit dem Namen Traian Bratus, dann aber - in fast symbolischer Zusammenarbeit - auch mit jenem des siebenbürgisch-sächsischen Germanisten Karl Kurt Klein verbunden ist. So daß die heutige Jassyer Germanistik-Schule auf eine ehrwürdige stolze Tradition zurückblicken kann, die sie gegenwärtig auch würdigst weiterführt.

Deshalb begrüßen wir die Teilnahme des Herrn Rektor der Universität "Al. I. Cuza" Iaºi/Jassy an unserer Tagung ganz besonders herzlich.

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

Wir haben uns vorgenommen, unseren Kongreß turnusmäßig an verschiedenen Orten stattfinden zu lassen. Wir sind also glücklich, hier in Jassy unseren V. Kongreß veranstalten zu können. Wir vertreten hier alle 10 Zweigstellen der GGR, zu denen jüngst die 11. in Großwardein/Oradea hinzugekommen ist, sowie alle bedeutenden und traditionsreichen germanistischen Aus- und Weiterbildungszentren des Landes. Ich darf Sie also informieren, daß sich an unseren wissenschaftlichen und kuturellen Veranstaltungen etwa 185 Vorträge angemeldet wurden, wobei 48 Vorträge von unseren ausländischen Kolleginnen und Kollegen gehalten werden sollen, die ihre Tätigkeit als Gastlektoren aus der Bundesrepublik Deutschland oder aus Österreich in Rumänien entfalten oder auch speziell zu unserem Kongreß gekommen sind.

Wir begrüßen Sie alle, liebe ausländische Kolleginnen und Kollegen, und danken Ihnen ganz besonders für Ihre Mühe, zu uns gekommen zu sein, sowie für Ihren wertvollen Beitrag zu den auf diesem Kongreß stattfindenden Diskussionen.

Es ist uns eine besondere Ehre, hier und heute den Präsidenten der Internationalen Vereinigung für Germanische Sprach- und Literaturwissenschaft, Prof. Dr. Peter Wiesinger, zu begrüßen und ihn auf dieser Generalprobe im Kleinen für den großen IVG-Kongreß im September 2000 in Wien recht herzlich willkommen zu heißen.

Nicht nur daß es für uns eine Ehre ist, sondern zugleich freut es uns, daß wir nicht wie unsere Vorgänger zu Beginn der 30er sowie der 80er Jahre gegen die unsinnigen Maßnahmen zur Einschränkung des Deutschunterrichts in Rumänien zu protestieren haben, sondern daß der Bildungsminister mehr mit Tat als nur mit Rat auf unserer Seite steht. Deshalb darf ich im Namen all meiner Kolleginnen und Kollegen Herrn Bildungsminister einen ganz besonderen Dank aussprechen für seine persönlichen sowie institutionellen Maßnhamen zur Förderung und Entwicklung des Deutschunterrichts in Rumänien.

Wir danken den diplomatischen Vertretungen Deutschlands und Österreichs in Bukarest, die sich um die Unterstützung und Förderung des Deutschunterrichts und der Germanistik in Rumänien redlich und tatkräftig bemühen. Deshalb heißen wir mit gleicher Herzlichkeit Frau Gönke Roscher, Kulturreferentin der Botschaft der Bundesrepublik Deutschland in Rumänien, sowie Herrn Dr. Rainer Schubert, Kulturattaché der Botschaft der Republik Österreich in Rumänien.

Dieser Kongreß ist, genauso wie die vorangegangenen, nur aufgrund unserer kontinuierlichen und stets vielfältiger werdenden Zusammenarbeit möglich geworden, er soll sowohl die Früchte als auch die Defizite dieser Zusammenarbeit evident werden lassen und den weiteren gemeinsamen Vorhaben neue Impulse verleihen.

Wir danken auch aufrichtig und herzlich unseren Kolleginnen und Kollegen vom Institut für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas in München für die mustergültige kollegiale fachliche Zusammenarbeit, nicht zuletzt für ihre menschlichen Konatkte mit den Germanisten und Deutschlehrern in Rumänien. Ihnen sowie den anderen deutschen Persönlichkeiten, die Rumänien als ihre frühere Heimat nicht nur nicht vergessen haben, sondern ständig durch ihren Einsatz in den Medien, in ihren Werken, in den internationalen Diskussionen in konstruktiv-kritischer Absicht vertreten, sei unser aller Dank ausgesprochen!

In einer modernen, kontaktfreudigen, grenzüberschreitenden Welt ist Ihr Verlust, liebe Freunde, der durch Ihren historisch bedingten, alles andere als angenehmen Weggang aus diesem Lande eine schmerzhaft empfundene Lücke hinterließ, in dieser unseren heutigen Welt also ist dieser Verlust glücklicherweise kein absoluter, denn durch solche ständigen Kontakte wird unser geistiger Dialog aufrechterhalten und die gegenseitigen Anregungen umso interessanter und fruchtbarer.

Wir danken den Institutionen und Einrichtungen, die unsere Tätigkeit und unseren Kongreß unterstützen, allen voran dem Deutschen Akademischen Austauschdienst in Bonn, seinem Präsidenten Prof. Theodor Berchem, dem Bonner Kulturministerium, der Friedrich-Ebert-Stiftung, Rumänien-Vertretung, der Bukarester Concept-Stiftung sowie allen Sponsoren dafür, daß sie die Abhaltung dieses Kongresses möglich gemacht haben.

Meine Damen und Herren,

wir danken aufrichtig für die finanzielle Unterstützung, von welcher Seite sie auch kommen mag, denn wir wissen alle, daß ohne Geld nichts läuft. Andererseits wissen wir, GermanistInnen in Rumänien ebenso wohl, daß mit Geld allein nicht alles getan ist. Ohne den ständigen uneigennützigen, fachlichen und organisatorischen Einsatz aller unserer KollegInnen läge das Geld nutzlos da. Wer die Menschen nicht schätzt, der dieses Geld zum Leben erweckt, der weiß wenig um die großen, unvorstellbaren Mühen, die die Vorbereitung und Durchführung eines solchen Kongresses erforderlich machen. Wir sind stolz darauf, diesen Einsatz bewußt übernommen zu haben! Ein solcher Kongreß ist ein Gemeinschaftswerk und als solches hat er gewürdigt zu werden!

Ihr zahlreiches Erscheinen auf diesem Kongreß zeigt überzeugend seine Bedeutung für den kollegialen Erafhrungsaustausch in der germanistischen Lehre und Forschung, im Deutschunterricht im allgemeinen in Rumänien. Zusammen mit den gewichtigen, bedeutenden Tagungen, die die Germanistiklehrstühle unseres Landes, oft in Zusammenarbeit mit den jeweiligen GGR-Zweigstellen jährlich veranstalten und deren Prestige von Jahr zu Jahr zunimmt, mit der immer substantielleren Teilnahme unserer Kolleginnen und Kollegen an Fachtagungen im Ausland, mit den immer zahlreicheren Publikationen der Germanistik in Rumänien, insbesondere in Hermannstadt, Temeswar, Kronstadt und Bukarest, nicht zuletzt durch die über das Internet weltweit abrufbare, immer bekannter gewordene Homepage der GGR - tragen wir alle zur Festigung der Bedeutung und des Ansehens der rumänischen Germanistik in der Welt bei. Und halten dadurch - entgegen anderslautenden, weil ungenügend informierten, einzelnen Meinungen - die weltoffenen, stets auf Europa ausgerichteten starken Traditionen der Germanistik Rumäniens sowohl in der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen als auch in der schweren Zeit der kommunistischen Diktatur entgegen. Daß es uns heute, insebsondere den jüngeren Kolleginnen und Kollegen möglich ist, auf z.T. exzellente germanistische Leistungen der Vergangenheit zurückzugreigfen und sie in den weltweiten Kontext zu integrieren, dies ist nicht zuletzt auch auf die redlichen, oft verzweifelten Bemühungen unserer Vorgänger im Bereich der Germanistik zu verdanken.

In diesem Zusammenhang darf ich Sie bitten, einen Moment schweigenden Gedenkens zu halten zu Ehren des im vorigen Jahr verstorbenen Gründungsmitglieds unserer GGR und ehemaligen Leiters des Bukarester Germanistiklehrstuhls, Prof. Dr. Hans Müller, sowie unserer Constantaer Kollegin Steliana Sotir, der ehemaligen Leiterin der dortigen Zweigstelle der GGR, zu halten. (Die Anwesenden erheben sich von den Plätzen.)

Das neue Landeskomitee der GGR, das auf der III. Landeskonferenz der GGR im April 2000 durch die von den Zweigstellen entsandten Delegierten gewählt wurde, bekräftigte den Willen der GGR, aller ihrer Mitglieder, alles in ihrer Macht Stehende zu tun, um das ereichte Ansehen der Germanistik in Rumänien weiterhin zu festigen.

An den Veranstaltungen, die Sie im Programm sehen, kann man ablesen, daß den Foren und dem Rundtischgespräch, den Diskussionen also, sowie der Forschung unseres Nachwuchses große Aufmerksamkeit geschenkt wird. Wir freuen uns auf diese großzügig-frech-begabte, kühne Generation, die ohne auslandsgermanistische Komplexe den vollen Anschluß an die wertvolle germanistische Forschung anzuknüpfen vermag und in den weltweiten fachlichen Diskussionen mit Schritt halten kann. Auch im Hinblick darauf wurde dieser Kongreß gedacht und vorbereitet, der also sowohl traditionsbewußt als auch zukunftsorient sein will.

Wir danken unseren KollegInnen Professoren Elena Viorel in Klausenburg, Horst Schuller in Hermannstadt, Andrei Corbea-Hoiºie in Jassy, Roxana Nubert in Temeswar, Doina Sandu und Speranþa Stãnescu in Bukarest für die wertvolle Unterstützung bei der Vorbereitung und Durchführung des Kongresses, für ihre vorbildliche Zusammenarbeit zum Whole der Germanistik in Rumänien.

Doch nun ist es soweit, den Kolleginnen und Kollegen in Jassy unseren ganz besonders herzlichen Dank auszusprechen für die hervorragende, reibungslose, gegenseitig anregende Zusammenarbeit bei der Organisierung und Durchführung dieses Kongeresses. Alle Jassyer Kolleginnen und Kollegen, vor allem Prof. Dr. Andrei Corbea-Hoiºie, haben dazu einen unschätzbaren Beitrag geleistet, so daß wir alle der festen Überzeugung sind, daß die Arbeiten dieser Tagung unter den besten organisatorischen Bedingungen verlaufen werden.

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

Gestatten Sie mir, bitte, unseren Kolleginnen und Kollegen das Wort zu erteilen, die als Gäste unserer wissenschaftlichen Veranstaltung den Wunsch geäußert haben, an den Kongreß ein paar Gedanken zu richten. […]


 

Der Präsident der GGR erteilte sodann dem Rektor der gastgebenden Universität "Al. I. Cuza", Prof. Dr. Dumitru Oprea, das Wort, der den TeilnehmerInnen die besten Grüße der Leitung der Kassyer Universität überbrachte und der Freude Ausdruck verlieh, daß seine Universität dieses bedeutende germanistische und Kulturereignis beherbergen kann. Er wies auf die bedeutende Lehr- und Forschungstradition der Jassyer Alma Mater, insbesondere auf die hier rege germanistische Tätigkeit zu Beginn des 20. Jahrhunderts sowie in der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen hin, als durch Tudor Bratus und Karl Kurt Kleins Tätigkeit am Germanistischen Seminar die Grundlagen der Jassyer Germanistik in beispielhafter Art und Weise gelegt wurden.

 

 

 

Grussbotschaft von Prof. Dr. Andrei Marga,

Bildungsminister Rumäniens

 

Domnule Preºedinte al Societãþii Germaniºtilor din România,

vã mulþumesc sincer pentru invitaþia de a participa la Congresul al V-lea al Germaniºtilor din România, organizat la Iaºi. Mi-ar fi fãcut enormã plãcere sã pot participa. Din nefericire, un program foarte încãrcat a fãcut imposibilã deplasarea. Vreau însã ca prin aceste rânduri sã vã confirm interesul meu ºi susþinerea pentru programele Societãþii Germaniºtilor din România.

Nu aº ocoli prilejul sã subliniez, însã, cã mã preocupã profund, în rolul public pe care îl am, învãþãmântul în limba germanã din þara noastrã. Este vorba, în fapt, de relansarea unei tradiþii ºi de amplificarea ei în condiþiile de astãzi. Înfiinþarea, în 1998, a Centrului de formare continuã în limba germanã de la Mediaº, deschiderea celui de al doilea liceu în limba germanã în Bucureºti, extinderea liceelor în limba germanã din þarã, a ºcolilor în care se învaþã în limba germanã, introducerea bacalaureatului german la Timiºoara, dezvoltarea liniei de studii complete în germanã de la Universitatea "Babeº-Bolyai" Cluj-Napoca, extinderea studiilor în germanã din universitãþi, ca ºi alte iniþiative, concretizeazã aceste opþiuni.

Germaniºtii din þarã ºtiu cel mai bine ceea ce este de fãcut acum pentru învãþãmântul în germanã de la noi. Ministerul Educaþiei Naþionale este angajat, în continuare, sî extindã studiul germanei ca limbã maternã ºi învãþarea limbii germane ca limbã modernã de circulaþie internaþionalã în grãdiniþe, ºcoli primare, licee ºi universitãþi. În acest sens funcþioneazã Programul pentru extinderea învãþãmântului în limba germanã, la a cãrui punere în aplicare solicitãm cooperarea specialiºtilor.

Închei cu exprimarea preþuirii pentru activitãþile Societãþii Germaniºtilor din România ºi cu speranþa unei colaborãri amplificate pentru extinderea învãþãmântului în limba germanã.

Als weitere Redner sprachen Prof. Dr. Iulian Popescu, Dekan der Philologischen Fakultät, und Prof. Dr. Andrei Corbea-Hoiºie, Leiter des Germanistiklehrstuhls der Jassyer Universität, zu den Anwesenden. Sie bezogen sich auf die Bemühungen ihrer Einrichtungen um die Entwicklung der Zusammenarbeit mit ihren in- und ausländischen Partnern im Sinne der europäischen Annäherung und Integration Rumäniens.

Von Seiten der Internationalen Vereinigung  für Germanische Sprach- und Literaturwissenschaft sowie der Österreichischen Gesellschaft für Germanistik ergriff Prof. Dr. Peter Wiesinger von der Universität Wien, das Wort. Seine Rede wurde nicht zuletzt angesichts des bevostehenden internationalen Kongresses der IVG in der österreichischen Hauptstadt (September 2000) mit besonderem Interesse erwartet.

 

Ansprache von Prof. Dr. Peter Wiesinger,

Präsident der Internationalen Vereinigung  für Germanische Sprach- und Literaturwissenschaft und Vertreter der Österreichischen Gesellschaft für Germanistik


 

Sehr geehrter Herr Präsident!

Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen!

Wir Geisteswissenschaftler und damit auch wir Germanisten pflegen im allgemeinen Individualisten zu sein. Das hat den Vorteil, daß innerhalb des Faches ein ungemein breites Spektrum an Themen aufgegriffen und von sehr verschiedenen Seiten beleuchtet wird. Dadurch erzielt sowohl die Sprachwissenschaft als auch die Literaturwissenschaft eine Fülle von Forschungsergebnissen. Es ist aber auch notwendig, gegenüber der Öffentlichkeit gemeinsam als Gruppe aufzutreten, wenn es um die kultur- und gesellschaftspolitische Positionierung der Germanistik geht und es gilt, universitäre Studienpläne zu erstellen, auf die Lehrpläne des Deutschunterrichts in der Schule Einfluß zu nehmen und das Fach gegen Stellenkürzungen, ja gegen drohende Reduktion und sogar Auflösungen zu verteidigen.

Insofern freut es mich als Präsidenten der Internationalen Germanistenvereinigung, kurz IVG genannt, daß sich in den letzten Jahren eine Reihe von Ländern entschlossen hat, germanistische Landesverbände zu gründen. Das ist hier in Rumänien geschehen, aber auch in Polen, Ungarn, Italien, Algerien und jüngst in Tschechien. Der Zusammenschluß der Germanisten zu Landesverbänden ermöglicht die spezifischen Fachfragen und Probleme gemeinsam anzugehen und ihrer Lösung zuzuführen. Da ist gerade in jenen Ländern besonders sinnvoll, wo Deutsch als Fremdsprache betrieben wird. Hier stellen sich vor allem die Fragen nach den wechselseitigen Verhältnissen und Beziehungen zwischen der eigenen und der zu erlernenden fremden Sprache, der unterschiedlichen Auffassungen und Zugangsmöglichkeiten zur fremdsprachigen Literatur wie überhaupt zu den verschiedenartigen Kulturen der deutschsprachigen Länder Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Daß sich die rumänischen Germanisten entschlossen haben, auf diesen Kongreß zur Diskussion eine größere Gruppe ausländischer Fachvertreter einzuladen, verstehe ich als den Wunsch, sowohl mit uns Gästen die hiesigen Fachprobleme zu diskutieren, als auch selber Anteil zu nehmen an den jüngsten Fachentwicklungen in den deutschsprachigen Ländern. Mit dieser Absicht wird auch eine Reihe rumänischer Germanisten zum 10. Internationalen Germanistenkongreß im September nach Wien kommen, um Kommunikation und Gedankenaustausch mit über 1000 Germanisten aus aller Welt zu pflegen.

So möchte ich Ihnen allen die Grüße der Internationalen Germanistenvereinigung überbringen und der Tagung einen erfolgreichen Verlauf mit vielen wissenschaftlichen Ergebnissen und der Anknüpfung neuer Kontakte für die weitere internationale Zusammenarbeit wünschen.

 

Grussbotschaft von Prof. Dr. h.c.mult. Theodor Berchem,

Präsident des Deutschen Akademischen Austauschdiensts

 

 

Sehr geehrter Herr Vorsitzender,

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

Sehr geehrte Damen und Herrn,

mit großer Freunde komme ich der Bitte Ihres Vorsitzenden, Herrn Professor Guþu, nach, eine Grußadresse an die Teilnehmer aus dem In- und Ausland des V. Kongresses der Germanisten Rumäniens in Iaºi zu richten.

Wissenschaftliche Kongresse haben seit dem Ende des 19. Jahrhunderts eine lange und wichtige Tradition. Vor den Revolutionen des 20. Jahrhunderts im Verkehrs- und Kommunikationswesen kam ihnen eine zentrale Funktion der Wissensvermittlung auf höchstem Niveau durch das Versammeln der führenden Forscher  zu. Diese Funktion haben Fachkongresse aber auch im Zeitalter der online-chats im Internet nicht verloren. Es ist ein törichter Trugschluß, Kommunikation mit ihren technischen Voraussetzungen gleichzusetzen. Nichts kann die persönlichen Erfahrungen und Kontakte mit den Kolleginnen und Kollegen ersetzen. Weiter bilden Fachkongresse wie der Ihrige die gesamte Bandbreite eines Faches ab, fördern dadurch den Gedankenaustausch, oft auch über das eigene enger gefaßte Fachgebiet hinaus.

Mit ihrem V. Kongress knüpfen Sie an eine Tradition des ersten und zweiten Kongresses der Germanisten Rumäniens in der Zwischenkriegszeit an. Es ist bezeichnend, daß der dritte und vierte Kongress erst wieder nach 1990 statt fanden: Germanistenkongresse sind nämlich nicht nur Fachkongresse, sie sind auch das Zusammentreffen von Intellektuellen - im besten Sinne des Wortes - die ihr Fach auch im gesellschaftlichen Kontext sehen.

Dem Deutschen Akademischen Austauschdienst, der in diesem Jahr sein 75jähriges Jubiläum feiert, liegt die rumänische Germanistik am Herzen. Deshalb fördern wir sie in überdurchschnittlich starkem Umfang:

-          durch Individualstipendien für rumänische Studierende, Graduierte und Wissenschaftler, übrigens nicht nur der Germanistik, sondern aller Fächer;

-          durch zehn DAAD-Lektoren, die zur Zeit an rumänischen Universitäten tätig sind;

-          durch drei deutschsprachige Studiengänge an der Polytechnischen Universität  Bukarest, an der Technischen Universität Cluj-Napoca sowie seit 10 Jahren an der TU Temesvar,

-          und nicht zu letzt durch zwei Germanistische Institutspartnerschaften, zwischen Iaºi und Konstanz sowie zwischen Sibiu und Merseburg, die germanistischen Austausch besonderes effektiv strukturieren.

Wir freuen uns, daß Deutsch in Rumänien weiter als Schulfremdsprache - eine viertel Million Schüler lernen Deutsch - einen ganz prominenten Platz einnimmt und auch als Wissenschaftssprache etabliert ist. Eine besondere Rolle spielt Deutsch ebenfalls als regionale Literatursprache, gerade in Siebenbürgen und in der Bukovina. Den sich daraus ergebenden positiven Impulsen für die rumänische Germanistik haben Sie ja ganz zurecht eine eigene Sektion gewidmet.

Im Februar diesen Jahres konnten wir den Jacob- und Wilhelm-Grimm-Preis des DAAD an einen der herausragenden Germanisten Ihres Landes, Herrn Kollegen Corbea-Hoiºie, verleihen. Wir ehren damit nicht nur ihn, sondern erweisen gleichzeitig auch der gesamten rumänischen Germanistik als moderner und weltoffener Wissenschaft unsere Hommage.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen für Ihre Tagung interessante Diskussionen und Anregungen sowie insgesamt viel Erfolg.


 

Von Seiten der Deutschen Botschaft in Bukarest sprach Frau Gönke Roscher, Kulturreferentin, die die Jassyer Veranstaltung als hervorragendes Kulturereignis würdigte, das von der ausgezeichneten Organisationsfähigkeit der Gesellschaft der Germanisten Rumäniens Zeugnis ablege. Hiermit sei noch ein Beweis dafür erbracht worden, daß die rumänische Germanistik zu wertvollen Beiträgen zur entwicklung einer weltoffenen und kontaktfreudigen germanistischen Wissenschaft fähig ist. Sie bekundete die hohe Einschätzung der rumänischen Germanistik durch den Botschafter der BRD in Rumänien, seine Exzellenz Dr. Hans-Dietrich Schilling. Die Botschaft wolle auch die nächsten Aktivitäten der GGR, insbesondere den nächsten Kongreß der Germanisten Rumäniens finanziell fördern und unterstützen.

Anschließend meldete sich Herr Dr. Reiner Schubert, Kulturattaché der Österreichischen Botschaft in Bukarest, zu Wort. Er bezog sich auf die Bedeutung des Germanistenkongresses durch die Beteiligung fast aller österreichischen und deutschen GastlektorInnen aus ganz Rumänien und beglückwünschte die Veranstalter zu ihrer hervorragenden organisatorischen Leistung. Er drückte seine Hoffnung aus, der Kongreß werde zum Forum anregender wissenschaftlicher und kulturpolitischer Problemstellungen, die für die gegenwärtige Entwicklung Europas und der Welt von eminent wichtiger Bedeutung sind.

Im Namen des Deutschen Germanistenverbandes richtete Prof. Dr. Gerhard Plumpe, Ruhr-Universität Bochum, einen anerkennenden Gruß an Organisatoren und TeilnehmerInnen aus und hob die wertvollen Leistungen der rumänischen Germanistik hervor, mit der die deutschen GermanistInnen traditionell gewordene Beziehungen fruchtbarer Zusammenarbeit pflegen.

Für den Deutschlehrerverband Rumäniens richtete Prof. Ida Alexandrescu, Vorsitzende des DVR, einen herzlichen Gruß an die Gesellschaft der Germanisten Rumäniens und an ihren Präsidenten, Prof. Dr. George Guþu, und wünschte den Arbeiten des V. Kongresses viel Erfolg und ein gutes Gelingen. Dabei wurde der Wille des Rumänischen Deutschlehrerverbandes zu einer ständigen fruchtbaren Zusammenarbeit bei der Aus-, Weiter- und Fortbildung von einheimischen Deutschlehrerinnen und Deutschlehrern in Rumänien sowie bei der didaktisierung der Lehrinhalte und Lehrmethoden im Deutschunterricht auf allen Ebenen des rumänischen Bildungswesens erneut und unmißverständlich bekundet.

 
 

 

Grussbotschaft von Prof. Dr. Hervé  Quintin im Namen des

Französischen Verbandes der Deutschlehrer und Germanisten


 

Anlässlich ihres diesjährigen Kongresses möchte die AGES, im Namen der franzözischen Hochschulgermanisten, an alle rumänischen Kollegen und ihre Gäste einen Freundlichen Gruß und ihre besten Erfolgswünsche aussprechen.

Wir wissen wohl um die vielen und komplexen Probleme, mit denen sich die rumänische Germanistik seit einem Jahrzehnt konfrontiert sieht. Bewundernswert sind gleichzeitig die Energie, die Einsatzbereitschaft, mit der sich die Germanisten in Rumänien sich unter recht schwierigen materiellen und personallen Bedingungen dieser Herausforderung gestellt haben - mit beachtlichem Erfolg auf mehreren Gebieten.

Auch in Frankreich sieht - aus anderen, in gewisser Hisicht nicht ganz unähnlichen Gründen - die Germanistik einer ungewissen Zukunft entgegen: drastisch sinkende Schüler- und Studentenzahlen, Umstrukturierungen im Hochschulwesen und Neugestaltungsversuche der alten Studiengänge stellen manches in Frage, zwingen uns zu tiefgreifendem Umdenken.

Auf dem Spiel steht nicht nur die Rettung von Studienstandorten, die Aufrechthaltung und Konsolidierung einer Forschungstätigkeit, die auf eine lange Tradition zurückblicken kann und in den letzten Jahren quantitativ und qualitativ neue Höhepunkte erreicht hat: es geht auch darum, für die germanistischen Studien, für die deutsche Sprache und Kultur überhaupt Positionen zu halten, möglicherweise zurück- bzw. neuzuerobern, die im europäischem Zusammenhang dem offiziel verkündeten und kulturell notwendigen Prinzip der Sprachenvielfalt ein gewisses Maß an Realität sichern können. Die geistige und soziale Präsenz der deutschen Kultur, zu der die sogennante Auslandsgermanistik einen wesentlichen Beitrag leisten kann, ist wohl ein entscheidendes Element beim Versuch, den Katastrophalen Folgen von zu weit getriebenen Uniformisierungstendenzen, wie sie sich gegenwärtig abzeichnen, vorzubeugen. Sprachenvielfalt ist nämlich ein Kernstück unserer europäischen Identität.

In diesem Zusammenhang kommt der Zusammenarbeit, dem Infoemationsaustausch, der Vernetzung unserer Aktivitäten eine große Bedeutung zu. Es gibt bereits Kontakte zwischen rumänischen und französischen Hochschulen, Kooperation- und Austauschprogramme, die noch weiterentwickelt werden können und sollen. Wir sind natürlich bereit, die Bemühungen unserer rumänischen Kollegen, mit denen uns viele institutionelle und persönliche Erfahrungen verbinden, nach Kräften zu unterstützen. Wir glauben allerdings auch, dass wir von der rumänischen Germanistik, deren hohes Niveau bei uns längst bekannt ist, und die sich in der letzten Zeit oft durch innovativen Geist hervorgetan hat, manches lernen können - aus dieser Attitüde heraus werden auch unsere anwesenden Kollegen die Debatten und Diskussionen mit besonderer Aufmerksamkeit verfolgen.

Abschließend möchte ich im Namen der AGES noch einmal allen Teilnehmern einen erfolgreichen Kongress, rege und fruchtbare Diskussionen und eine hoffnungsvolle Zukunft wünschen.


 

 Anasprache von Dr. Krista Zach, Geschäftsführerin des Instituts für deutsche Geschichte und Kultur Südosteuropas, München

Magnifizenz, meine sehr geehrte Damen und Herren,

Es ist mir eine besondere Ehre, und eine Freude zugleich, namens des Münchner Instituts für deutsche Geschichte und Kultur Südosteuropas an dieser Erüffnungsfeier teilzunehmen. Wir sind nun zum dritten Mal mit unseren Wissenschaftlern auf dem Kongreß der Germanisten Rumäniens vertreten und auch zum dritten Mal wieder einer der Mitveranstalter für die Sektion Regionalliteraturen. Dies zeigt zum einen, daß sich die von Professor Guþu schon kurz nach der politischen Wende in Rumänien wieder aufgenommenen Germanistentagungen der Zwischenkriegszeit mit ihrem transnationalen Gestaltungskonzept bewähren. Zum anderen - und das möchte ich hier besonders hervorheben -, daß der einstmals, vor zehn und fünfzen Jahren so gefährdete Dialog unter Fachkollegen wieder aufgenommen werden konnte.

Ihre ausgewanderten Kollegen, meine Damen und Herren von der GGR, sind wieder 'präsent', mit ihren eigenen Arbeiten, als Tagungsreferenten, Betreuer germanistischer Abschlußarbeiten und, demnächst, als Gastdozenten - hier; als die Fachleute und Anreger in Fragen der deutschen Regionalliteraturen aus Südosteuropa - dort, an ihren heutigen Wirkungsstätten.

In der Runde sehe ich zahlreiche unserer, auch meiner, Studienkollegen aus Klausenburg. Es ist deswegen eine besondere Freude, jetzt, hier in der Universität Iaºi, im Goethe-Zentrum gemeinsam zu tagen. Wir werden auch diesmal in unserem Münchner SOKW-Verlag die Sektionsbeiträge zur Regionalliteratur veröffentlichen.

Die gemeinsam mit der Friedrich-Ebert-Stiftung, Rumäniens veranstalteten Dichterlesungen möchte ich hier noch als einen weiteren Beitrag erwähnen und der Stiftung für ihre Unterstützung vielmals danken.

Herzlichen Dank für die Einladung.

 

Grussbotschaft vom Ministerialrat Dr. Matthias Buth von Seiten des Bundesbeaufragten für Kultur, Bonn

I LOVE YOU; mit diesem Satz lassen sich Kontinente erobern und Meere befahren. In ihm sammelt sich alle Sprache, sie fasst und erfasst.

Seitdem von den Philippinen dieser schlichte Aussagesatz das Innere des Internet bewegt, Milliardenschäden beklagt und Zerstörungen unserer technischen Gedächtnisse konstatiert werden, wird wieder offenbar, dass Sprache, dass einfache Feststellungen Absturz, Verweigerung und das Gegenteil aller Beseligung bedeuten können.

Die Sprache hat viele Divisionen. Worte setzen sie in Bewegung. Und das wissen Diktatoren. Und erst recht die Dichter.

Rumäniens Diktatur wurde denn auch von Dichtern zu Fall gebracht, Mircea Dinescu gehört dazu, der die folgenden Verse gegen die kommunistische Repression geschrieben und unter Gefahr veröffentlicht hat:

Beschütze mich, herr von denen, die mein bestes wollen,

vor den flotten burschen,

die einen allemal fröhlich verpfeifen,

vor dem priester mit dem tonbandgerät unter der soutane,

vor der decke, unter die man nur schlüpfen darf,

wenn man „guten abend“ wünscht,

vor den diktatoren, die sich in den harfensaiten verhedderten,

vor den kerlen, die über ihr eigenes volk erbost sind, ... .

                                  (Übersetzung: Peter Motzan)

Seit 10 Jahren scheinen die totalitären Regime in Ostmitteleuropa zu verschwinden, sie scheinen, denn die Mentalitäten haben sich noch nicht in pure demokratische Lauerheit gewandelt. Und Serbien ist immer noch einbetoniert in Nationalismus, Rassismus und Panzersperren. Aber auch dort werden Dichtung und Wahrheit den Führerstaat in die Knie zwingen.

Rumänien ist vielfach erreichbar, mit dem Flugzeug nicht nur über Bukarest und Temeswar, sondern (seit einem Jahr) auch über Hermannstadt.

Rumänien hat Anker geworfen in Europa mit den Fluglinien, vor allem aber mit dem Geist, der von seinen Menschen - den Rumänen, Ungarn, Deutschen und Roma - ausgeht. Aber es hat das Abendland nie verlassen. Und stets haben  Künstler in dieses Land hineingehört.

Das Opus 1 des großen Komponisten George Enescu aus dem Jahre 1898 heißt Poema Românã, das rumänische Volksmusik mit westeuropäischer sinfonischer Tradition verbindet, ein Stück, das Enescus Stil charakterisiert und den er in den Rumänischen Rhapsodien weiter entwickelt.

Bela Bartók, Erik Satie oder Charles Gound erkannten im rumänischen Volkslied eine authentische Schönheit, die sie in ihren Werken aufgriffen und verwandelten.

„So nahe sind verwandt Walachis und Latein.

Es steckt manch edles Blut in kleinen Bauernhütten

Das noch den alten Brauch und Art der Alten Sitten

Nit gäntzlich abgelegt. Wie denn ihr Tanz anzeigt.“

So dichtete schon 1623 Martin Opitz, der Begründer der deutschen Poesie, über Rumänien, als er - von  Schlesien kommend - ein Jahr lang hier Zuflucht vor den Wirren des 30-jährigen Krieges fand.

Was Deutschland wirklich mit Rumänien verbindet, ist die Kultur, die der Sprache, der Kirchen, der Kunst und der Musik. Sie ist nicht Spielball temporärer Interessen. Alle Politik hat ihr Weite und Atem zugeben. Keine Grenze darf sie stören.

Europa ist eine ferne Geliebte, unerreichbar nahe zuweilen. Verlieren wir sie aus den Augen, geht die Orientierung verloren und wir stürzen ab.

Dieser wichtige Kongress wird helfen, dass wir den Kompass nicht sinken lassen. Allen Germanisten wünsche ich Freude an der Erörterung so vieler wichtiger Themen und danke Professor George Guþu für die Initiative, der deutschen Sprache ein solch brillantes Forum zu geben.


 

 

Grussbotschaft von Prof. Dr. Werner Keller,

Ehrenpräsident der Goethe-Gesellschaft in Weimar

 


 

Sehr verehrter Herr Kollege, lieber Herr Guþu,

 

das Programm de 5. Kongresses der Germanisten Rumäniens kam an: Dank dafür, daß ich in der Vorstellung mit von der Partie sein kann.

 

"Potztausend!" enthält nach Friedrich Schlegel kein zureichendes Werturteil. Dennoch sprach ich es mit dem schönsten Respekt aus, nachdem ich sorgfältig Referaten und Themen gelesen und mir die Mühe vergegenwärtigt hatte, die bisher zu überstehen war. Die Anstrengung der Tage zwischen dem 22. und 25. Mai wird ebenfalls ungewöhnlich sein. Ihnen und Ihren Mitarbeitern gehört meine Bewunderung. Ein vorzüglicher Gedanke, daß Sie auch ein Forum über "Kreatives Schreiben" anbieten und die studentische Forschung auszeichnen, indem diese eigens zu Wort kommen kann.

Wäre es nicht unhöflich, den einen und anderen Kollegen zu nennen und dadurch den Ungenannten zurückzusetzen, bäte ich darum, Sie möchten die rumänischen Germanisten, sofern ich sie kenne, vielmals grüßen - und die deutschen wie Bernd Leistner, Christa Lichtenstern und Klaus Gille gleich anschließend. Recht gespannt bin ich, eines guten Tages Genaues über Moses Rosenkranz' "Kindheit" zu erfahren.

 

Alles Gute Ihnen von Herzen, Gutes für alle Teilnehmer! Neben der Mühsal erhoffe ich für Sie lange Momente der Freude über das Gelungene. Es ist eindrucksvoll, was die rumänische Germanistik unter Ihrer Ägide zu leisten vermag.

 

Freundschaftlich der Ihre

Werner Keller



 

In den abschließenden Diskussionen berichteten Dr. Markus Fischer über die Arbeiten und Debatten in der Sektion Literaturwissenschaft, Doz. Dr. Ioan Lãzãrescu - in der Sektion Linguistik, Doz. Dr. Octavian Nicolae und Lekt. Beate Schindler-Kovats - in der Sektion DaF-Unterricht, Dr. Stefan Sienerth - in der Sektion Deutsche Regionalliteraturen in Rumänien, Prof. Dr. Speranþa Stãnescu - im Forum Didaktik an den Hochschulen, Prof. Dr. Doina Sandu - im Forum Studentischer Forschung.

Zum Abschluß der Kongreßveranstaltungen dankte der Präsident der Gesellschaft der Germanisten Rumäniens allen Sponsoren, die die Tagung tatkräftig unterstützten, und allen Rednern für Ihre anerkennenden und anregenden Worte. Er versicherte sie der festen Absicht aller gastgebenden Einrichtungen, die Beziehungen zwischen den Germanistinnen und Germanisten Rumäniens und denen des Auslands, zwischen allen auf dem Kongreß vertretenen Ländern verstärkt zu fördern und zu vertiefen. Er wünschte allen TeilnehmerInnen und dem Kongreß vollen Erfolg.

 

Gesellschaft der Germanisten Rumäniens (GGR) - www.ggr.ro

Zeitschrift der Germanisten Rumäniens, Jg. 9, Heft 17-18 / 2000, S. 9-20

 

 

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