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Gesellschaft der Germanisten Rumäniens (GGR) - www.ggr.ro

Zeitschrift der Germanisten Rumäniens, 7. Jg., 1-2 (13-14) / 1998, S. 387-393

 

 

ZUR REZEPTION FRANZ KAFKAS IN RUMÄNIEN

Carmen Oniþi



Es gibt kaum einen Dichter des 20. Jahrhunderts, zum mindesten keinen deutschen Dichter, der in der europäischen und amerikanischen Welt in den Jahrzehnten nach seinem Tode eine so nachhaltige Wirkung hinterlassen hat und immer noch ausübt wie Franz Kafka,

behauptete Benno von Wiese. Dem Werk des Prager Franz Kafka wurde erst nach seinem Tod die verdiente Aufmerksamkeit geschenkt, als seine drei größeren, Fragment gebliebenen Schriften: Der Prozeß (1924), Das Schloß (1926) und Amerika (1927) erschienen sind. Die sehr umfangreiche Kafka-Bibliographie hat ihre Anfänge in den Jahren 1930-1940, als Schriftsteller wie Gide, Thomas und Heinrich Mann, Hermann Hesse, Virginia Woolf sich positiv zu seinem Werk äußerten. Während des 2. Weltkrieges werden in England und den USA Übersetzungen der Werke Kafkas veröffentlicht, was in dieser Zeitspanne auf dem europäischen Kontinent nicht geschehen konnte. Nach dem Krieg aber folgt die große Kafka-Mode, in den Jahren 1950-1960 erscheinen die meisten Essays und Interpretationen.

Auch in Rumänien ist Kafkas Werk nicht unbekannt geblieben, u.zw. veröffentlichte die siebenbürgische Zeitschrift “Klingsor”, die ab 1924 unter der Leitung von Heinrich Zillich in Kronstadt erschien, eine Rezension Otto Basils (1). Zur Zeit der Kafka-Mode in den westlichen Ländern in den 50er und 60er Jahren, konnte in Rumänien von diesem Autor mehr schlecht als recht die Rede sein; ein Buch wie Der Prozeß wäre eine bittere Ironie gewesen, wenn man die stalinistischen Prozesse der Zeit in Betracht zieht. Die Entsowjetisierung Rumäniens Mitte der 60er Jahre ermöglichte schließlich eine Diskussion über expressionistische Dichter, insbesondere über solche, die bis dahin verschwiegen wurden, weil sie sich in die herrschende Ideologie nicht einfügen ließen.

So konnten 1964 in der Zeitschrift "Secolul 20", Nr. 5, einige Erzählungen Kafkas in rumänischer Übersetzung erscheinen: Die Verwandlung (Metamorfoza), In der Strafkolonie (Colonia penitenciarã), übersetzt von Mihai Isbãºescu; Josefine, die Sängerin, oder Das Volk der Mäuse (Cântãreaþa Jozefina sau neamul ºoarecilor) in der Übersetzung von Iulia Soare; Vor dem Gesetz (În faþa legii), Eine kaiserliche Botschaft (Un mesaj imperial), Die Sorge des Hausvaters (Odradek), Das nächste Dorf (Satul cel mai apropiat), übersetzt von Saºa Panã; Auf der Galerie (La galerie), von Petre Stoica übersetzt. In der Übertragung des letzteren erschienen in dieser Zeitschrift auch drei posthume Werke: Der Schlag ans Hoftor (Bãtaia în poartã), Kleine Fabel (Fabulã minusculã), Der Geier (Vulturul). Ebenfalls hier erschien ein Fragment aus dem Brief an den Vater (Scrisoare cãtre tata), übersetzt von Iulia Soare. Veröffentlicht wurden auch einige Skizzen Kafkas, wie er sie, zum Beispiel zum Prozeß, darzustellen pflegte. Außer den genannten Übersetzungen sind in dieser Zeitschrift auch zwei wichtige Beiträge zu lesen: Radu Enescu: Franz Kafka und Horia Bratu: Metoda lui Kafka.

Radu Enescu hat 1968 eine Monographie unter demselben Titel herausgegeben, wobei er sich noch auf die ideologischen Schablonen stützte und dieselben Ideen wiederaufnimmt und erweitert. Es ist bisher die einzige Biographie Kafkas in rumänischer Sprache geblieben, die deshalb für die Kafkaforschung in unserem Land sehr wichtig ist. In dem Kapitel "Omul ºi epoca sa" stellt der Verfasser die Persönlichkeit Kafkas vor und behandelt außerdem dessen Zugehörigkeit zum Kreis anderer wertvoller Schriftsteller des Alten Prag, die in deutscher Sprache geschrieben haben, sowie die Art und Weise, in der sich Kafka mit seinen Gestalten identifiziert; ein wichtiges Thema bei Kafka sind die Tiergestalten – eine andere Hypostase des eigenen Ichs. Wenn Radu Enescu auf den sozial-historischen Hintergrund eingeht, so fehlen Zitate aus Marx und Engels nicht – ebenso der Bezug auf die Arbeiterbewegung in Prag (1905). Seine Interpretation ist nicht in allen Punkten werkgerecht, denn bei Kafka ist die soziale Problematik keineswegs wichtigster Gegenstand seiner künstlerischen Absichten. Kafka hat zwar mit sozialistischen Kreisen sympathisiert, aber nicht der Ideologie wegen, sondern höchstwahrscheinlich um seiner Isoliertheit zu entrinnen und sich einer Gemeinschaft anzuschließen. In den Vordergrund stellt Radu Enescu den sozialen Konflikt und die Solidarität Kafkas mit den Arbeitern (so in den Erzählungen Der Heizer und Ein Besuch im Bergwerk). Konkret tritt die soziale Kritik seiner Meinung nach in den Gesprächen, im Briefwechsel und in den Tagebüchern Kafkas auf. Radu Enescu betont im Werk des Pragers die sozialen Aspekte, die Kritik an der habsburgischen Bürokratie und allgemein an die kapitalistische Gesellschaftsordnung. In Amerika sieht er ein pervertiertes soziales System, das auf Ausbeutung und Ungerechtigkeit gegründet sei:

Condiþiile societãþii imperialiste nu mai permit raporturi umane reale, ci le destramã, le pervertesc.

Kafka soll hier angeblich die Nachteile der kapitalistischen Ordnung hervorgehoben haben. Im letzten Kapitel bezieht sich der Verfasser der rumänischen Monographie auf die sprachlichen und stilistischen Elemente im Werk Kafkas: eine reine, klare deutsche Sprache, ein kalter, trockener Ton kennzeichneten Kafkas Schriften. Im Zusammenhang mit den grotesken Elementen zitiert er Wolfgang Kaysers Das Groteske. Kafka wird positiv beurteilt und mit Mihai Eminescu in rezeptionsgeschichtlichem Sinne verglichen: so wie die Lyrik von Eminescu eine ganze literarische Strömung beeinflußt (2), so habe auch Kafka eine ganze Epoche beeinflußt . Während sich Enescu auf die soziale Komponente des Kafkaschen Werkes bezieht, kann man in den in Deutschland erschienenen Untersuchungen über den philosophischen und existentiellen Aspekt lesen, der dem rumänischen Leser vorenthalten werden mußte. Der Autor der oben genannten Monographie schreibt in Anlehnung an die Ideologie der 60er Jahre und mißversteht dadurch Kafkas Werk in einer ganzen Reihe von Aspekten der Werkgenesis und der Werkintention.

Ein anderer Kafka-Forscher, Horia Bratu, stellt die Frage nach den Methoden und künstlerischen Mitteln, deren sich Kafka bediente, und stellt sich die Frage, welchen Stellenwert Kafka in der Literatur seiner Zeit innehabe. Welcher literarischen Epoche gehört jedoch Kafka an? Auf den ersten Blick scheinen dem Verfasser die Romane Amerika und Der Prozeß als dem Realismus zugehörig, doch dies ist eine bloß irreführende Feststellung. Kafka könnte – meint Bratu – ein Protagonist des Expressionismus sein. Die kapitalistische Welt stehe auch hier in einem negativen Vorzeichen, doch die kritische Position ist hier bei weitem nicht so offensichtlich wie bei Radu Enescu. Horia Bratu geht auf Kafkas Gestalten näher ein, die anonym zugrundegehen und sich – wie Kafka selbst – mit einem ständigen Angstgefühl konfrontiert sehen. Beim Bau der chinesischen Mauer nennt er eine historische Pseudo-Chronik und in der Erzählung Ein Landarzt erkennt er einen Titel, der spezifisch für Balzac sein könnte. Dabei bezeichnet er die berühmte Erzählung als eine phantastische im Sinne der narrativen Kunst Puschkins.

Das waren die ernster zu nehmenden Anfänge einer systematischeren Kafka-Forschung in Rumänien, die ganz und gar im Zeichen der damals herrschenden Ideologie standen.

Ein Jahr später wurde 1965 die erste rumänische Fassung des Romanfragments Der Prozeß veröffentlicht. Die Übersetzung besorgte Gellu Naum, ein bekannter rumänischer Surrealist der zweiten Welle (3). Das Vorwort dazu verfaßte Romul Munteanu, der im Werk Kafkas eine Illustrierung der Biographie desselben zu erkennen meint. Neben Villon, Sade oder Joyce hält er auch Kafka für einen Fall (“un caz“). Romul Munteanu betrachtet diese Autoren als Besiegte der Welt, in der sie zu leben gezwungen sind. Auf Kafkas Biographie bezieht er sich in Anlehnung an Max Brod, an die Gespräche Kafkas mit Gustav Janouch und Franz Baumer, sowie an Kafkas Tagebücher. Ausgehend davon, daß viele Gestalten bei Kafka keine Namen tragen, kommt Munteanu zu der Schlußfolgerung, daß der Mensch der gegenwärtigen bürgerlichen Gesellschaft entmenschlicht worden sei. Auf die Rezeption Kafkas eingehend, stellt er fest, daß die Kafka-Mode um 1949 in den westlichen Ländern abnehme. Derselbe rezeptionsgeschichtliche Rückblick erlaubt es dem rumänischen Forscher, im Zusammenhang mit der Nazi-Zeit zu schlußfolgern: Kafka sei “profet al ororilor nazismului” (Prophet der Greuel der Nazi-Zeit) gewesen, was auch mit Bezug auf Friedrich Nietzsche behauptet wurde.

Munteanus Ausführungen sind weitgehend ideologieneutral, auch wenn er gewisse Schablonen nicht umgehen kann und darf. Seine Untersuchungsmethode stellt jedoch weitgehend moderne Gesichtspunkte in den Vordergrund der hermeneutischen Bemühungen und vermittelt somit dem rumänischen Leser ein wahrheitsgetreueres Kafka-Bild.

Die Übersetzung von Kafkas Prozeß wurde 1977 im Verlag Minerva erst- und 1994 im Verlag RAO wiederveröffentlicht.

Das Schloß erschien zum ersten Mal in rumänischer Übertragung im Jahre 1968. Das Jahr ist eben jenes des stark mediatisierten Kafka-Symposions in Prag, das dem sogenannten „Prager Frühling“ wesentliche Impulse verliehen hat. Der Nichteinmarsch Rumäniens in die Tschechoslowakei führte in Rumänien selbst zu einer Welle der Zustimmung und Begeisterung, die für die nächsten Jahre eine kulturell-geistig und literarisch folgenreiche Öffnung und Auflockerung mit sich brachten. Ab 1968 begann in unserem Land ein regimeunkonformer Kulturaufschwung, der erst durch die „Mini-Kulturrevolution“ Ceauºescus im Jahre 1972 allmählich – streckenweise jedoch erfolglos – gebremst werden sollte.

In dieser Konstellation zeichnete die Übersetzerin Mariana ªora auch für das Vorwort und für die Zeittafel zum Schloß verantwortlich. Für sie ist Kafka eine einzigartige Erscheinung, die keiner literarischen Bewegung angehöre. Das Wort “kafkaesk“ wird hier an vielen Stellen bemüht, um Kafkas Werk zu charakterisieren. Eine gewisse Situation sei “wie bei Kafka“, also in Form einer offensichtlichen Halluzination, sie sei also real und absurd zugleich. Eine gewisse Atmosphäre ist „kafkaesk“. Dieses Beiwort wurde in alle Sprachen übernommen, es hat sich auch in der Forschung eingebürgert. Wir verwenden es genauso zwangslos wie das Wort “romantisch“. Wiederveröffentlicht wurde dieser Roman nach vielen Jahren, erst 1995, im Bukarester RAO-Verlag.

1968 erscheint eine Anthologie österreichischer moderner Prosa in zwei Bänden, die von Dieter Schlesak herausgegeben wurde. Der fünfte Teil des ersten Bandes trägt die Überschrift Scrisoare cãtre tata und umfaßt die beiden Übersetzungen von Iulia Soare (Scrisoare cãtre tata – Fragment), bzw. Saºa Panã (Odradek); im sechsten Teil erscheinen noch drei Posthume in der Übersetzung von Iulia Soare und In der Strafkolonie (Colonia penitenciarã), übersetzt von Mihai Isbãºescu. Dieter Schlesak stellt Kafka kurz vor (Prezentarea lui Franz Kafka), nachdem er sich auf die zwei Romane bezieht, auf Den Prozeß und Das Schloß; die anderen Schriften werden nur flüchtig erwähnt. Der Verfasser spricht von der Existenz einer negativen Theologie und einer positiven Satire bei Kafka (4). Ihm geht es hier weniger um eine kritische Beurteilung, sondern viel mehr darum, die eigentlichen Texte Kafkas dem rumänischen Leser zugänglich zu machen und damit näher zu bringen.

Unter dem Titel Verdictul erschien 1969 in der Übertragung von Mihai Isbãºescu ein Band, der, außer den zwei schon veröffentlichten Erzählungen Die Verwandlung und In der Strafkolonie noch folgende, zu Kafkas Lebzeiten veröffentlichte Werke beinhaltet: Das Urteil (Verdictul), Ein Landarzt (Un medic de þarã), Auf der Galerie (La galerie), Vor dem Gesetz (În faþa legii), Elf Söhne (Unsprezece feciori), Ein Bericht für eine Akademie (O dare de seamã pentru o academie), Ein Hungerkünstler (Un artist al foamei). 1996 hat der RAO-Verlag das anthume Werk Kafkas veröffentlicht.

Die Übersetzung des Romanfragments Amerika von Pop Simion und Erika Voiculescu erschien 1970 und wurde 1995 vom RAO-Verlag erneut aufgelegt. Die Übersetzer verwiesen die Leser auf die Monographie von Radu Enescu, die sie als empfehlenswert betrachten.

Aus Kafkas Tagebüchern und aus seinem reichhaltigen Briefwechsel wurde in Rumänien recht wenig bekannt. Erst 1985 erschien der Band Pagini de jurnal ºi corespondenþã mit einem Vorwort von Alexandru Al. ªahighian. Die Übersetzung besorgten derselbe und Mircea Ivãnescu. ªahighian bemerkt in bezug auf Kafkas Gestalten folgendes:

Un tip de om foarte special de o specie aproape dispãrutã în secolul nostru (5).

Eben deshalb müsse Kafka in der ganzen Welt bekannt gemacht werden, was durchaus die Leistung der Übersetzungen sein müsse, so daß sich ein jeder mit Kafka und seinem Werk auseinandersetzen sollte. Und wenn viele Kritiker der Meinung seien, daß Kafkas Werk seine eigene Biographie widerspiegele, so sei es um so wichtiger, diese Art von Literatur näher kennenzulernen. ªahighian unterstriech dabvei auch Kafkas Interesse für das Theater, verweilte jedoch nicht allzu lange bei dieser Problematik.

Der Bukarester Univers-Verlag hatte sich indessen vorgenommen, das Gesamtwerk Kafkas in der Übersetzung von Mircea Ivãnescu zu veröffentlichen. Es sind bisher drei Bände dieser Ausgabe erschienen: 1996 Kurze Prosa, Anthume und Posthume (zwei Bände) und 1998 Kafkas Tagebücher.

Wir haben uns bisher auf die rumänischen Übersetzungen aus dem Werk Kafkas bezogen. Im folgenden möchten wir versuchen uns der rumänischen kritischen Forschung zuzuwenden, indem wir uns dabei freilich auf die wichtigsten Beiträge beziehen.

1968 veröffentlichte Mihai Isbãºescu eine Geschichte der deutschen Literatur (Istoria literaturii germane), in der er auch auf Kafka eingeht. Die Verneinung der Wirklichkeit, die ihn umgibt, habe für Kafka eine ständige Suche zur Folge gehabt:

La începutul acestor cãutãri îl gãsim pe praghezul Franz Kafka, a cãrui operã n-a exercitat imediat o influenþã apreciabilã, întrucât a fost puþin cunoscut în timpul vieþii (6).

Was die Zugehörigkeit Kafkas zu einer literarischen Strömung betrifft, fallen die Beurteilungen sehr unterschiedlich aus. Einige Autoren sehen ihn neben Kokoschka, Barlach, Musil als einen Expressionisten, für Isbãºescu jedoch ist er jenseits dieser literarischen Bewertung, da er eher “spre literatura suprarealismului ºi a existenþialismului din ultimele decenii” (7) hin tendiere. Eine genaue Chronologie seiner Werke sei ebenfalls schwer festzulegen, wobei Isbãºescu den Band Ein Hungerkünstler (1924) als Produkt der letzten Schaffensperiode Kafkas ansieht. Was er bei Kafka bemerkenswert findet, seien die sprachlichen und stilistischen Elemente und die aufgrund ihres intellektuellen Gehalts außerordentlich interessanten Tagebücher. Isbãºescu bemerkte den Skeptizismus Kafkas gegenüber den Mächten der kapitalistischen Gesellschaft, die die Existenz verunsichern. Weiterhin wird in dieser Literaturgeschichte der Einfluß Kafkas auf deutsche, österreichische und schweizerische Autoren untersucht, zugleich wird keinerlei Verbindung zur rumänischen Literatur hergestellt.

Ein bedeutender Literaturkritiker, der sich mit Kafkas Werk intensiv auseinandergesetzt hat, ist Nicolae Balotã, der in seinem Buch Euphorion (1969) einige kafkabezogene Essays veröffentlichte, die auch auf Kafka Bezug nehmen. Er betrachtete Kafka im Kontext der Weltliteratur neben Dostojewskji, Beckett, Proust, Faulkner oder Joyce. Die von Kafka dargestellte Realität sei eine absurde:

Kafka nu evocã, în general, o realitate existentã, scenele sale sînt o invocare a unei realitãþi presupuse într-un subtext (8),

die Sprache Kafkas habe einen andeutenden Wert. Balotã erblickt in Kafka einen modernen post-realistischen Dichter, der einen verrätselten Roman schreibe. Er griff zu einem Vergleich zwischen dem Zauberberg Thomas Manns, den Romanen Kafkas, Prousts und dem Ulisses – mit Werken also, die alle in derselben Zeitspanne entstanden sind. Die Tatsache, daß Kafka neben diese Autoren gestellt wird, beweise seine hohe Wertschätzung und seine große weltliterarische Bedeutung. Nicolae Balotã hat Kafka in seinem Buch kein selbständiges Kapitel gewidmet, doch bezieht er sich gelegentlich immer wieder auf den Prager Schriftsteller.

1970 erschien eine Biographie des rumänischen Schriftstellers Urmuz, die ebenfalls von Nicolae Balotã verfaßt wurde. Die Annäherung an Kafka wird schon von Anfang an deutlich, als der Verfasser die Familienverhältnisse von Urmuz mit denen Kafkas vergleicht. Dazu ein relevantes Beispiel:

Ca ºi micul Kafka, copilul Urmuz se supune injoncþiunilor paterne, din timiditate, din respect ºi prea iubitoare admiraþie pentru cei care i-au dat viaþã (9).

Die Beziehung zu den Frauen sei auch bei Urmuz mit der Kafkas vergleichbar. Einer Heirat zum Beispiel widersetzte er sich ständig. Ebenso wie Kafka studierte Urmuz gegen seinen Willen die Rechte und übte seinen Beruf gelangweilt, obwohl gewissenhaft, aus. Auch für ihn sei das Schreiben eine Notwendigkeit gewesen, auch er habe absurde Werke geschaffen, in denen ungeheuerliche Gestalten vorkommen, von denen einige den Kafkaschen Tiergestalten gleich kämen, doch erfüllten sie bei Urmuz eine wesentlich andere Funktion. Das Animalische spiele bei dem rumänischen Avantgardisten eine eminent wichtige Rolle.

Balotã ging auf die Tiergestalten Kafkas ein, wobei auch der Begriff Fabel seinen verdienten Platz findet. Die literarisch-fiktive Welt sei bei Urmuz - ebenso wie bei Kafka - mit Beamten bevölkert, die ihre Persönlichkeit verlieren und zum bloßen Objekt werden (siehe Gregor Samsa in der Verwandlung). Kafkas rumänischer Zeitgenosse interessiere sich ebenfalls für die Errungschaften der Aeronautik. In diesem Zusammenhang habe Kafka Die Aeroplane in Brescia geschrieben. Eine Parallele zwischen Kafka und Urmuz könnte eine umfangreichere Studie ergeben, da beide Schriftsteller des Absurden, des Illogischen seien, die somit derselben geistigen Familie angehörten. Urmuz wurde bereits 1939 in der Berliner Zeitschrift “Der Sturm” in deutscher Übersetzung veröffentlicht. Weitere Werke von ihm erschienen später in “Akzente” (1967) (10).

In seinem 1970 erschienenen Buch Interpretãri critice befaßte sich Valeriu Cristea in einem Kapitel mit dem Eros bei Franz Kafka, doch kommt dieses Kapitel im Erwartungshorizont des anspruchsvollen Titels zu kurz. Cristea unternahm einen Vergleich zwischen Kafka und Urmuz, wobei er den letzteren als eine kafkaeske Gestalt und dessen Werke als absurd ansah. Die Verbindung zu den Gestalten Kafkas sah Cristea in ihrem Konformismus und ihrer Mittelmäßigkeit begründet. Außerdem unterstrich er die Metamorphose der Menschen, die sich in Marionetten, Vögel oder Tiere verwandeln - ebenso wie die Menschen bei Kafka, die tierische Züge annehmen oder sogar zu Tieren werden.

1971 erschien eine weitere, besonders wichtige Untersuchung. Es handelt sich um Ovid S. Crohmãlniceanus Band Literatura românã ºi expresionismul, in dem der Autor ausländischen Einflüssen auf die rumänische Literatur nachging. Für ihn sei Kafka ein bedeutender Vertreter des Expressionismus – an der Seite von Trakl, Barlach, Benn. Der rumänische Forscher stimmte der Zuordnung Walter Sockels zu und nannte dabei auch andere wichtige Expressionisten. Was wenige rumänische Kritiker bei Kafka bemerkt hätten, sei dessen Interesse für das (jüdische) Theater. Kafka stelle eben solche Gestalten dar, wie sie auf einer Theaterbühne vorkommen: es seien dies Gesichter, die Qualen und Angst ausdrücken. Crohmãlniceanu spricht Kafka jeglichen Psychologismus ab, indem er sich auf dessen Spruch bezieht: Zum letzten Mal Psychologie! Ein letztes Beispiel von dem, was er bei Kafka für wichtig hält, seien die geheimsten Träume der Gestalten, die Wirklichkeit werden können. Crohmãlniceanu ging weniger auf einzelne Werke Kafkas ein, weil er ihn im Kontext einer literarischen Bewegung darstellte und ihn somit global vorzustellen versucht hatte.

Von demselben Verfasser erschien 1972 die dreibändige Untersuchung Literatura românã între cele douã rãzboaie mondiale. Auch hier war von Kafka die Rede, u.zw. im ersten Band, in den Kapiteln über Max Blecher und Urmuz. Kafka sei der geniale Vorgänger einiger Autoren wie Blecher, Bruno Schulz und Robert Walser. Die Struktur all ihrer Werke sei sehr ähnlich, alle schrieben aus einem endemisch-phantastischen Realismus heraus. Urmuz` Gestalt Fuchs ähnele Kafkas Odradek. Genau wie der Held Kafkas besitze auch Fuchs eine eigentümliche Individualität in der Art von Gestalten ohne Beständigkeit. Es seien dies Gestalten, die verfallen.

Einen ähnlichen Vergleich stellte Nicolae Balotã in dem 1974 erschienenen Band De la Ion la Ioanide her. In dem Kapitel über Max Blecher strich Balotã anhand des Textes Întîmplãri în realitatea imediatã die Annäherung und die Unterschiede zwischen Blecher und Kafka hervor. Ohne Kafka gekannt zu haben, versuchte Blecher in seinen Prosaschriften etwas Realeres als die kon- krete Wirklichkeit darzustellen.

Ca ºi Kafka, alt mare bolnav al literelor din acest secol, Blecher practica doar aparent o literaturã a mãrturisirilor. Nici unul nici altul nu ºi-au deschis viaþa (11).

Sowohl Kafka als auch Blecher lebten in und für die Literatur. Der Vergleich fußte im Prinzip auf dem Motiv des Traums: für Kafka seien Leben und Traum voneinander abhängig, wobei sich bei Blecher die Frage stelle, ob eine traumhafte Wirklichkeit eine “realitate mai adevãratã … de natura visului“ (12) sei. Die Antwort müßte lauten: Nein:

Irealitatea din Întîmplãri nu are nimic sau aproape nimic comun cu onirismul suprarealist (13).

In einem anderen Kapitel (“Gib. I. Mihãescu”) beschrieb der Autor die Krankheit, die innere Welt, das Tierhafte im Werk von Mihãescu, was sofort an Kafka mahne. Wie Kafka in den Briefen an Milena sein qualvolles Leiden beschreibe, so seien auch die Gestalten, die Mihãescu schafft, von starken Qualen heimgesucht.

Alexandru Philippide ist einer der ersten rumänischen Dichter und Forscher, die sich 1937 mit Kafkas Werk öffentlich auseinandergesetzt haben. In dem Kafka gewidmeten Kapitel des Bandes Prozele lui Alexandru Philippide stellte Balotã die Annäherung zwischen dem Aufwachen des ªtefan Bratu in der Novelle Floarea din prãpastie und dem von Gregor Samsa oder Josef K.s fest. Es sei dies eine Entfremdung von unserem Selbst, ein Übergang in eine andere Welt.

Die Annäherung Kafkas an Urmuz fehlt auch hier nicht (in dem Kapitel “Post-scriptum urmuzian”). Sehr viele Kritiker haben - wie berichtet - die enge Verwandtschaft der beiden Autoren erkannt. Die Gestalten des Urmuz könnten leicht visualisiert, skizziert werden, so wie es Kafka mit seinen Gestalten getan habe, doch gelängen jene von Urmuz nicht auf so eine tiefe menschliche Stufe. Was Balotã in diesem Kapitel beweisen wollte, ist, daß Kafka mit den rumänischen Schriftstellern in Verbindung gebracht werden könne, daß sein Werk auch in Rumänien intensiv und in kritischer Auseinandersetzung gelesen wurde und daß sich einige gewichtige Forscher und Kritiker mit seinem Werk beschäftigt haben.

Seinen Essay Franz Kafka ºi singurãtatea în mijlocul mulþimii nahm Alexandru Philippide 1987 in den Band Studii ºi eseuri wieder auf. Seine Auffassung über die Eingliederung Kafkas in eine literarische Bewegung ist realistisch, weil, obwohl Kafka meistens als Expressionist gilt, die Grenzen zwischen den verschiedenen Richtungen nicht klar festzulegen sind. Kafkas Werk wird hier zwischen Traum und Wirklichkeit angesiedelt:

În continentul dintre vis ºi realitate îºi are loc ºi opera lui Franz Kafka (14).

Philippide betrachtete den Begriff “Roman” als ungeeignet und schlug den Begriff “Erzählungen“ vor. Er zitiert den Anfang und das Ende des Prozesses, in dem Philippide den symbolischen Sinn und den trostlosen Ton dieser Welt hervorhob. Was er bei Kafka für wichtig hält, sei die Tragik seiner Schriften (15).

Zu bemerken ist noch, daß in den 70er und 80er Jahren in Rumänien nichts Wichtiges zu Kafkas Werk erschienen ist, erst nach 1989 kann man, diesmal frei von jeglichen ideologischen Zwängen, wieder über Kafka sprechen. Dr. Markus Fischer unternahm in der „Zeitschrift der Germanisten Rumäniens“ unter dem Titel Odysseus, Stamate, Odradek, Algazy & Grummer – Kommunikation bei Kafka und Urmuz einen interessanten komparatistischen Vergleich, in dem er auf die Biographien der beiden einging und dabei versuchte, die künstlerisch-literarische Verwandtschaft beider Autoren präziser zu bestimmen. Was die beiden verbinde, sei das Problem der Kommunikation, die anhand von zwei Motiven illustriert: einem epopöetischen Motiv aus dem XII. Gesang der Odyssee und dem anthropomorphen Mischwesen. Beide seien theriomorphe Existenzen und mechanomorphe Gebilde. Die Texte, auf die Bezug genommen wurde, sind Kafkas Schweigen der Sirenen und die Urmuzsche Variante des Odysseus-Abenteuers im Roman Pâlnia ºi Stamate für das erste Motiv, und Die Sorge des Hausvaters, bzw. Algazy & Grummer, um das zweite Motiv zu illustrieren. Sowohl bei Kafka als auch bei Urmuz gehe es um Kommunikation, doch seien die Kommunikationsweisen verschieden: bei Kafka scheitere der Wille zur Kommunikation, bei Urmuz wolle die surrealistische Kommunikation keine gemeinsame Sprache finden. Markus Fischer unternahm in seinem Aufsatz eine moderne Textanalyse, die über die Literatur in engem Sinne hinausgeht und den sprachlichen Aspekt hervortreten läßt.

Den letzten Beitrag, den wir hier noch anführen möchten, ist in der Zeitschrift “Secolul 20“ (Exilul) erschienen und von Mihaela Zaharia verfaßt worden. Der Titel lautet Un exilat în sine însuºi. Was für die Verfasserin dabei eine wichtige Rolle spielte, ist der Begriff des Raumes im Werk von Franz Kafka. Damit verbunden seien das Fenster als Verbindung zur Außenwelt und als Zufluchtsort einerseits und die Tür als Verbindung zwischen zwei Räumen andererseits. Bezug genommen wurde auf den Prozeß und auf das Schloß, dann auch auf die Verwandlung. Kafka erlebte selbst die Einsamkeit des Selbst (“singurãtatea Sinelui”) und übertrug diese Erfahrung auf seine Gestalten (16), wobei viele von ihnen ein alter ego des Autors seien.

Das wären die nennenswerten modernen und kritischen Stellungnahmen zu Kafkas Werk, die in Rumänien die Kafka-Rezeption geprägt haben. Leider gibt es für den rumänischen Leser immer noch viel zu wenig Literatur über Kafka, doch die Tatsache, daß die Primärliteratur übersetzt wurde und weiterhin übersetzt wird, ist nicht zuletzt auch deshalb sehr wichtig, weil man auf diese Art und Weise den unmittelbaren Kontakt zu diesen Schriften herstellen kann.

Eine Verfilmung der Strafkolonie durch den berühmten rumänischen Regisseur Lucian Pintilie wäre zum Schluß der Vollständigkeit halber auch noch zu erwähnen.
 


Literatur:

Primärliteratur:

1. Procesul. Trad. Gellu Naum. Editura pentru Literaturã Universalã, Bucureºti 1965.

2. Castelul. Trad. Mariana ªora. Editura pentru Literaturã, Bucureºti 1968.

3. Verdictul ºi alte povestiri. Trad. Mihai Isbãºescu. Editura pentru Literaturã Universalã, Bucureºti 1968.

4. America. Trad. Pop Simion ºi Erika Voiculescu. Editura Univers, Bucureºti 1970.

5. Procesul. Trad. Gellu Naum. Biblioteca pentru toþi, Editura Minerva, Bucureºti 1977.

6. Pagini de jurnal ºi corespondenþã. Trad. Mircea Ivãnescu. Editura Univers, Bucureºti 1984.

7. Opera antumã. Trad. Mihai Isbãºescu ºi Radu Gabriel Pârvu. Editura RAO, Bucureºti 1996.

Sekundärliteratur:

1. Balotã, Nicolae: Euphorion. Eseuri. Edituta Pentru Literaturã, Bucureºti 1969.

2. Ders.: Urmuz. Ed. Dacia, Cluj Napoca 1970.

3. Ders.: De la Ion la Ioanide. Prozatori ai secolului XX. Ed. Eminescu, Bucureºti 1974.

4. Cristea, Valeriu: Interpretãri critice. Ed. Cartea Româneascã, Bucureºti 1970.

5. Crohmãlniceanu, Ovid S.: Literatura românã ºi expresionismul. Ed. Eminescu, Bucureºti 1971.

6. Ders.: Literatura românã între cele douã rãzboaie mondiale. Ed. Minerva, Bucureºti 1978.

7. Isbãºescu, Mihai: Istoria literaturii germane. Ed. ªtiinþificã, Bucureºti 1968.

8. Philippide, Alexandru: Studii ºi eseuri. Ed. Minerva, Bucureºti 1978.

9. Prozã austriacã modernã. Antologie, prefaþã ºi note de Dieter Schlesak. Biblioteca pentru toþi, Bucureºti 1968, vol. I.

10. Secolul 20, Nr. 5/1964.

11. Secolul 20, Nr. 10-11-12/1997, 1-2-3/1998 (Exilul).

12. George Guþu: Die Lyrik Paul Celans und der geistige Raum Rumäniens, I., TUB, Bucureºti 1990.

13. George Guþu: Die Lyrik Paul Celans und die rumänische Dichtung der Zwischenkriegszeit, II. Editura Universitãþii din Bucureºti, Bucureºti 1994, S. 221 ff.

14. Zeitschrift der Germanisten Rumäniens. Hrsg. von der Gesellschaft der Germanisten Rumäniens, 3. Jg., Heft 1-2 (5-6) / 1994, Editura Charme-Scott, Bucureºti.


ANMERKUNGEN:

(1) Die Rezension erschien unter dem Titel Franz Kafka. Ein Hungerkünstler. Vier Geschichten. In: Klingsor, 2. Jg., Nr. 7. Ich verweise hier auf das Buch von Horst Schuller Anger Kontakt und Wirkung, Kriterion Verlag, Bukarest 1994, Kap. Rezipierte deutschsprachige Autoren, in dem auf deutsche, österreichische und schweizerische Schriftsteller hingewiesen wird, die dem rumänischen Leser bekannt gemacht wurden.

(2) Radu Enescu – Franz Kafka, Editura pentru Literaturã Universalã, Bucureºti, 1968, S. 193.

(3) Auf die zweite surrelistische Welle in Rumänien, der neben Gellu Naum auch Virgil Theodorescu, Gherasim Luca etc. angehörten, nimmt im Zusammenhang mit den Anfängen Paul Celans der Bukarester Germanist George Guþu in seiner ausführlichen Darstellung Die Lyrik Paul Celans und der geistige Raum Rumäniens, Bucureºti 1990, zum ersten Mal Stellung.

(4) Prozã austriacã modernã: Antologie, prefaþã ºi note de Dieter Schlesak. Editura Minerva, BPT, Bucureºti, 1968, vol. I, S. 323.

(5) Franz Kafka – Pagini de jurnal ºi corespondenþã. Trad. Mircea Ivãnescu. Editura Univers, Bucureºti 1994, S. 14.

(6) Mihai Isbãºescu – Istoria literaturii germane. Cap. “Radicalism nihilist ºi suprarealism”. Editura ªtiinþificã, Bucureºti 1968, S. 440.

(7) a.a.O., S. 441.

(8) Nicolae Balotã – Euphorion. Eseuri. Editura Pentru Literaturã, Bucureºti 1969, S. 131.

(9) Nicolae Balotã – Urmuz. Ed. Dacia, Cluj 1970, S. 13.

(10) Zur Rezeption der rumänischen literarischen Avantgarde in den deutschsprachigen Ländern siehe die grundsätzlichen Ausführungen von George Guþu in dem Aufsatz "Die rumänische Literatur der Avantgarde im deutschsprachigen Raum. Rezeptionsgeschichtliche und -ästhetische Überlegungen". In: Germanistentreffen Bundesrepublik Deutschland – Bulgarien – Rumänien, DAAD, Bonn 1993, S. 149-173.

(11) Nicolae Balotã – De la Ion la Ioanide. Prozatori români ai secolului XX. Editura Eminescu, Bucureºti 1974, S. 155.

(12) Ebd., S. 161.

(13) Ebd., S. 166.

(14) Alexandru Philippide – Studii ºi eseuri. Editura Minerva, Bucureºti 1978.

(15) Siehe dazu das Buch Walter Sockels Tragik und Ironie.

(16)Mihaela Zaharia: Un exilat în sine însuºi. In: Secolul 20, Nr. 10-11-12/1997, 1-2-3/1998, S. 145-153.
 

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Zeitschrift der Germanisten Rumäniens, 7. Jg., 1-2 (13-14) / 1998, S. 387-393

 

 

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