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Gesellschaft der Germanisten Rumäniens (GGR) - www.ggr.ro

Zeitschrift der Germanisten Rumäniens, 8. Jg., Heft 13-14 / 1998, S. 9-28

 

 

GOETHE-SYMPOSION

und Gründung der

GOETHE-GESELLSCHAFT IN RUMÄNIEN

Bukarest, den 15.-16. April 1998

 

Ansprache von Prof. Dr. George GUÞU

Ansprache von Peter REITZ

1. Ansprache von Prof. Dr. Hilmar HOFFMANN

PROGRAMM DES GOETHE-SYMPOSIONS

2. Ansprache von Prof. Dr. Hilmar HOFFMANN

Ansprache von Prof. Dr. Werner KELLER

Grußwort des Geschäftsträgers

STATUT der Goethe-Gesellschaft in Rumänien

Zusammensetzung des Vorstands der Goethe-Gesellschaft in Rumänien

105 Gründungsmitglieder

Anschrift/Kontakte

 

Im Festsaal des Bukarester Goethe-Instituts fanden sich etwa 100 GermanistInnen, DeutschlehrerInnen, Sprach- und LiteraturwissenschaftlerInnen, Rumänisten, Journalisten, Fernseh- und Rundfunkredakteuren, Repräsentanten diplomatischer Vertretungen sowie bedeutende ausländische Gäste ein, um als Gründungsmitglieder ihre Zustimmung zur Gründung der Goethe-Gesellschaft in Rumänien auszusprechen und an den Arbeiten des aus diesem Anlaß stattfindenden Goethe-Symposions teilzunehmen. Zugegen waren Vertreter aller Zweigstellen der Gesellschaft der Germanisten Rumäniens sowie der Germanistiklehrstühle des Landes.

Der Initiative der Gesellschaft der Germanisten Rumäniens schlossen sich an:

- Kulturministerium Rumäniens
- Ministerium für Nationale Bildung Rumäniens
- Universität Bukarest
- Goethe-Institut Bukarest
- Goethe-Gesellschaft e.V. Weimar
- Stiftung Weimarer Klassik
- Wiener Goethe-Verein
- Europäische Kulturstiftung, Bukarest

Zur Eröffnung des Symposions ergriff Prof. Dr. George Guþu, Präsident der Gesellschaft der Germanisten Rumäniens, Inhaber des Lehrstuhls für Germanistik der Universität Bukarest, im Namen der Initiatoren der Gründung der Goethe-Gesell-schaft in Rumänien das Wort.


*
* *

 

Ansprache von
Prof. Dr. George GUÞU


Meine sehr verehrten Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

seit längerem hegen in Rumänien Forscher, Übersetzer oder schlicht und einfach Liebhaber der Werke von Johann Wolfgang Goethe den Wunsch, eine Gesellschaft, einen kulturellen Verband zu gründen, um gemeinsam Anstrengungen im Hinblick auf ein besseres, vertieftes Verständnis sowohl des Werks und Lebens Goethes als auch seiner in hohem Maße interessanten Epoche der Weimarer Klassik zu unternehmen. Es geht dabei um die systematische, zielgerichtete Förderung von Projekten und einzelnen Vorhaben, die darauf zielen, das Werk Goethes ins Rumänische zu übersetzen, sie zu kommentieren und zu edieren.

Mit unserem Symposion und mit der morgigen Gründung einer Goethe-Gesellschaft in Rumänien tun wir einen ersten wichtigen Schritt in diese Richtung.

*

Es ist mir ein Bedürfnis, den Gastgebern unserer wissenschaftlichen Veranstaltung, dem Bukarester Goethe-Institut, seinem Direktor, Herrn Peter Reitz, ganz herzlich zu danken für seine wertvolle Unterstützung bei der Vorbereitung und Durchführung unseres zweitägigen Goethe-Symposions und der abschließenden Gründung der rumänischen Goethe-Gesellschaft. Wir sehen darin den deutlichen Ausdruck einer guten, seit längerem bestehenden Zusammenarbeit mit der Gesellschaft der Germanisten Rumäniens, mit dem Bukarester Germanistik-Lehrstuhl, die stets bestrebt sein werden, diese Zusammenarbeit nach Kräften auszubauen.

Wir bedanken uns ganz herzlich bei den rumänischen Bildungs- und Kultureinrichtungen, so dem Bildungsministerium und dem Kulturministerium, insbesondere den Herren Ministern Andrei Marga und Ion Caramitru, für ihr Verständnis und ihre wohlwollende Bereitschaft, unsere Veranstaltung als Schirmherren zu unterstützen. Nicht zuletzt gilt unser Dank auch für ihre materielle Unterstützung.

Wir lassen die beiden Herrschaften ganz besonders grüßen und danken ihnen, daß sie ihre persönlichen Vertreter zu unserer Veranstaltung geschickt haben, da sie im Parlament an der – leider ausgerechnet heute stattfindenden – Abstimmung zum Mißtrauensantrag gegen die Regierung teilnehmen.

Ich darf im Namen aller Organisatoren dieser Veranstaltung und aller hier Anwesenden den Präsidenten der traditionsreichen und angesehenen Goethe-Gesellschaft in Weimar, den ausgezeichneten und profunden Kenner und Forscher des Goetheschen Werkes, den Professor der Kölner Universität, Herrn Prof. Dr. Werner Keller, in Bukarest willkommen heißen und ihm für die ständigen Anregungen, eine Goethe-Gesellschaft in Rumänien zu gründen, aufrichtigen Dank aussprechen. Professor Werner Keller hat sich neben seinen langjährigen Lehraufträge im deutschen Hochschulbereich in der wissenschaftlichen Erforschung und Popularisierung von Werk und Leben Goethes besonders wertvolle Verdienste erworben. Seine Bücher sprechen ebenso wie seine Bemühungen um die Festigung der Goethe-Gesellschaft Weimar eine deutliche Sprache: die Sprache des zutiefst empfundenen Humanismus, der Völkerverständigung, des Triumphs der Vernunft in den zwischenmenschlichen Beziehungen. Das sind Werte von brennender Aktualität, die Werk und Leben Goethes um so reizvoller machen.

Eine ganz besondere Freude bereitet uns die Anwesenheit einer hervorragenden Persönlichkeit des geistigen Lebens unserer Zeit auf unserem Symposion. Es ist das Herr Prof. Dr. Hilmar Hoffmann, Präsident des international angesehenen und hochgeschätzten Instituts mit zentralem Sitz in München, das - im Zeichen des Namens Goethes und all dessen, was hinter diesem Namen steckt - eine weltweite vielfältige Tätigkeit zur Pflege der deutschen Sprache und Kultur entfaltet, wobei diese zwei bedeutenden Elemente eine jahrhundertealten Zivilisation als wirksame Mittel der Völkerverständigung und -annäherung angesehen werden. Durch die Aus- und Weiterbildung von sprachlichen und geistigen Multiplikatoren trägt das Goethe-Institut weltweit zur grenzüberschreitenden Mentalitätsbildung im Sinne der europäischen Einigung, der weltweiten Zusammenarbeit im Geiste des Humanismus Goethescher Prägung. In seiner Ansprache auf der Leipziger Buchmesse 1998 stieß der rumänische Außenminister Andrei Pleºu auf allgemeine Zustimmung, als er sagte, Rumänien brauche keine Wüste zu überqueren, um nach Europa zu gelangen, weil es eben IN Europa liege... Das Goethe-Institut beweist durch seine vielfältigen Veranstaltungen in Bukarest, daß es Rumänien als europäisches Land betrachtet, das stets seinen Beitrag geleistet hat zum Gedeihen der humanistischen Traditionen dieser Region.

Wir danken also noch einmal Herrn Prof. Dr. Hilmar Hoffmann, daß er uns die Ehre erweist, an der Eröffnung unseres Symposiums teilzunehmen.

Wir danken außerdem der Deutschen Botschaft in Bukarest für das Interesse und die Unterstützung, die sie stets für die germanistischen Aktivitäten bewiesen hat. Daß Herr Gesandter, Dr. Klaus Heinemann, sich Zeit genommen hat, um sich an der Eröffnung dieser Veranstaltung zu beteiligen, stellt dies noch einmal deutlich unter Beweis.
Und wir danken nicht zuletzt all meinen Kolleginnen und Kollegen aus dem ganzen Land, die sich mit Vorträgen angemeldet haben. Wegen der knappen uns zur Verfügung stehenden Zeit konnten leider nicht alle Anmeldungen Berücksichtigung finden. Das diesem Symposion entgegengebrachte Interesse bezeugt die große Liebe vieler rumänischer Wissenschaftler für das Leben und Werk Goethes.

*

Dieses Interesse begann bereits 1832, als in der Zeitschrift von Gheorghe Asachi “Albina româneascã” die Übersetzung eines Bruchstücks von Hermann und Dorothea erschien. Weitere Übersetzungen in Zeitschriften sowie in Buchform folgten.

Man kann als Nichtkenner der rumänischen Kultur- und Literaturentwicklung entgegnen, daß Goethes Rezeption in unserem Land recht spät einsetzte. Ja, Schiller wurde schon etwas früher übersetzt, aber auch recht spät. Dies hängt mit der Konsolidierung und Entwicklung der modernen rumänischen Kultur und Literatur, mit der Herauskristallisierung einer rumänischen literarischen Sprache Zusammen.

Die ersten rumänischen Zeitschriften aus der Zeit zwischen 1832 und 1850 wie “Albina Româneascã”, “Curier de ambe-sexe”, “Curierul românesc”, “Foaie pentru minte inimã ºi literaturã”, die von Gelehrten wie Gheorghe Asachi, George Bariþ oder Ion-Heliade Rãdulescu herausgegeben wurden.

Erstaunlich schnell entdeckt die rumänische Öffentlichkeit das vielschichtige Werk Goethes: seine Lyrik, seine Romane, seine Dramen. Einen großen Erfolg verzeichnete der Roman Die Leiden des jungen Werthers, der 1842 in der Tipografia Curþii a lui Fr. Walbaum in kyrillischen Übergangsbuchstaben in einer ersten rumänischen Fassung erschien und dann mehrere Auflagen, dann auch mehrere Übersetzungen erfährt, so daß im Titel “suferinþele” mit “patimile” abwechselt. Auch Titu Maiorescu hat Fragmente daraus selbst übersetzt. Das Echo war dermaßen stark, daß sogar eine einheimische Variante des Werther kreiert wurde: der Roman Fulga sau Ideal ºi Real (Die Flucht oder Ideal und Wirklichkeit, 1887) von Grigore Grandea.

Ebenfalls zu den ersten Übersetzungen ins Rumänische gehören Fragmente aus Faust: Ienãchiþã Vãcãrescu zeichnet 1848 für die Übersetzung der Worte des Erdgeistes “Im Lebensfluten, im Tatensturm...” - DRACUL: “În valul vieþii, furtuna faptei....” verantwortlich. V. Pogor und N. Skelitty dichten den ersten Teil von Faust nach. Es folgen rumänische Fassungen von Iphigenie auf Tauris, Clavigo, Stella, Egmont, Hermann und Dorothea. Unser Nationaldichter Mihai Eminescu schaltete sich ebenfalls in die Schar der Goethe-Übersetzer ein: allerdings sind das nur kleine Bruchstücke wie “Ca ziua-n care lumii te dete mai întîi” (Aus: Urworte. Orphisch. Dämon: “Wie an dem Tag, der dich der Welt verliehen...”) oder “Spun popoare, sclavii, regii...” (West-östlicher Divan, Buch Suleika. Suleika: “Volk und Knecht und Überwinder...” oder auch aus dem Torquato Tasso eine Reihe von Versen. Stets war Eminescu darauf bedacht, die übersetzten Stellen sich so auszusuchen, daß sie seinen geistigen Intentionen und Präferenzen entsprachen.

Erstaunlich früh erfreuen sich auch Goethes theoretische oder essayistische Überlegungen einer großen Beliebtheit. Noch in den dreißiger Jahren des 19. Jahrhunderts werden viele seiner Maximen und Reflexionen, von seinen Aphorismen sowie der Aufsatz Literarischer Sansculottismus (“Sansculottismus Litterarius” - Ü: G. Bariþ, 1840) dem rumänischen Leser zugänglich gemacht. 1925 wird ein Teil seiner naturwissenschaftlichen Untersuchung Zur Farbenlehre, nämlich die sechste Abteilung. Sinnlichste Wirkung der Farbe unter dem Titel “Acþiunea sensorio-moralã a culoarei” übersetzt.

Von diesen recht kräftigen Anfängen bis zu den großangelegten Monographien zu Leben und Werk Goethes sollte noch etwas Zeit vergehen, als trauten sich die rumänischen Literaturwissenschaftler noch nicht, eine solch überwältigende Aufgabe auf sich zu nehmen. In kleineren Untersuchungen tasteten sich A. Vântul (über Goethe und Schiller, 1890), Em. Grigorowitza (Faust-Studien, 1903), Simion C. Mândrescu (Goethes Relativsatz, 1903), Traian Bratu, 1909, heran. Ion Sân-Giorgiu exerziert 1929 und 1927 seine Vertiefung des Goetheschen Werkes vor mit einer vergleichenden Studie Mihai Eminescu ºi Goethe.

Dazwischen liegt als ein erster Höhepunkt der Goethe-Rezeption in Rumänien das Jahr 1932, als der 100. Todestag des Dichters in Ganz Rumänien gefeiert wurde. Im Athenäum-Saal fand eine offizielle Veranstaltung statt, auf der in Anwesenheit Seiner Majestät des Königs von Rumänien der Leiter der Societatea Germaniºtilor Români und Gründer und Leiter des Bukarester Ger-manistik-Lehrstuhls, Prof. Simion C. Mândrescu, eine beeindruckende Rede hielt.

Nach der Rückschau von Ion Gherghel, Goethe în literatura românã. Cu o privire asupra întregei înrîuriri germane. Studiu de literaturã comparatã (Goethe in der rumänischen Literatur. Mit einer allgemeinen Übersicht des allgemeinen deutschen Einflusses. Eine literaturvergleichende Studie), 1931, nach Nicolae Iorgas Gedenkrede in der Rumänischen Akademie 1932 Goethe, caracterul sãu ºi izvoarele sale de inspiraþie (Goethe – sein Charakter und seine Inspirationsquellen) und nach Ion Gherghels ergänzter Bibliografie criticã despre Goethe la Români (Kritische Bibliographie über Goethe bei den Rumänen), 1936, folgte 1938 die erste große Monographie Ion Sân-Giorgius Goethe, Bucureºti, Fundaþia pentru Literaturã ºi Artã, 1938 (509 S.) Die Faksimile dieser Ausgabe sehen Sie auf der ersten Seite unseres Programms. Das Exemplar fanden wir in der Herzogin-Anna-Amalia-Bibliothek in Weimar auf. Die Widmung galt Julius Petersen, dem damaligen Präsidenten der Goethe-Gesellschaft in Weimar. Der runde Stempel beweist, daß das Exemplar zum eigenen Bücherbestand Petersens gehört hat.

Von den bedeutenden Persönlichkeiten, die sich intensiv mit dem Werk Goethes wissenschaftlich beschäftigt haben, müssen unbedingt Tudor Vianu (Goethe, 1962), Mihai Isbãºescu (Faust în literatura românã, - Faust in der rumänischen Literatur, 1958), Mihai Ralea (Goethe - omul integral – Goethe, der vollständige Mensch, 1966), George Cãlinescu, Alexandru Dima.

Eine kritische Synthese und einen fast lückenloser Überblick über pragmatische und schöpferische Rezeption des Werkes von Goethe im rumänischen geistigen Raum bot 1980 der bedeutende Germanist und Goethe-Forscher Ion Roman mit seiner grundlegenden Untersuchung Ecouri Goetheene în cultura românã (Goethes Widerhall in der rumänischen Kultur, 1980).

*

Diese kurzen Hinweise wären sicherlich nicht vollständig, wenn man nicht erwähnen würde, daß bisher zweimal der Versuch unternommen wurde, Goethes ausgewählte Werke dem rumänischen Publikum zugänglich zu machen. Den ersten unternahm Romul Munteanu, der 1964 zwei Bände herausgeben konnte (Bd. I: Poezii ºi poeme - Gedichte und Epen; Bd. II: Egmont). Den zweiten vollzog Jean Livescu, dem es immerhin gelungen ist, trotz Widerständen aller Art 7 Bände in einer kommentierten, also kritischen Ausgabe herauszugeben.

Es ist die Ehrenaufgabe der rumänischen Germanisten, diese Ausgabe zu überdenken, neu zu gestalten, zu besorgen und zu Ende zu führen. Dies will die Gesellschaft der Germanisten Rumäniens in Zusammenarbeit mit dem Bukarester Germanistik-Lehrstuhl und der morgen zu gründenden Goethe-Gesellschaft in gemeinsamen Anstrengungen realisieren.

Zum Schluß möchte ich noch einige Kontakte zwischen Persönlichkeiten der rumänischen Kultur und Politik und der Goethe-Gesellschaft in Weimar dokumentieren, um zu zeigen, daß es an solchen Kontakten nicht gefehlt hat, daß sie jedoch sporadisch, dem Zufall überlassen und demzufolge daß die Früchte solcher Kontakte keinesfalls zufriedenstellend waren.

Im Mitgliederverzeichnis der Goethe-Gesellschaft in Weimar, das im Goethe-Jahrbuch bis 1936 regelmäßig erschienen ist, finden wir verschiedenen Eintragungen von einzelnen oder kollektiven Mitgliedern aus den traditionell rumänischen Gebieten.

Aus Czernowitz werden mehrere Namen erwähnt: “Gerlach, G., Baumeister; Hilberg, Dr. J., Professor; Paschkis, Dr. Moritz, Advocat und Rechtsconsulent; Strobl, Dr. J., Professor; Tomaszczuk, Dr. Constantin, Professor und Reichstagsabgeordneter; v. Waldberg, Dr. Max, Freiherr, Privatdocent; Wiglitzki, Dr. Hubert, Sekretär der Handels- und Gewerbekammer” (Bd. 9, 1888, S. 50f); “Becke, Frau Professor Wilhelmine; Walter, Richard, Fabrikant” (Bd. 10, 1889, S. 50f.) “Styrcea, Victor, Freiherr, Gutsbesitzer, Recihstagsabgeordneter” (Bd. 11, 1890, S. 54)

Aus Bukarest wird unter den Mitgliedern auf Lebenszeit auch “Sturdza, Demetrius, kgl. Staatsminister a.D., Excellenz” angeführt. 1898 (Bd. 19) wird auch “Ihre Majestät die Königin von Rumänien”, ab 1901 (Bd. 22) “Ihre Majestät die Königin Elisabeth von Rumänien” als Mitglied angeführt.

Außerdem tauchen folgende Mitglieder auf: “v. Catargi, Dr. jur. Michael” aus Coblina, Rußland, 1901, S. 70; “v. Trauschenfels, Frau Hofrat und Oberkirchenrat Sofie” aus Kronstadt, 1902 (Bd. 18), S. 59; “Sturdza, Demetrius” aus Bukarest, 1905 (Bd. 26), S. 68; “Bessier, Friedrich, Ingé-nieur civile des mines” aus Ploesti, 1905, S. 69; “Kosch, Dr. Wilhelm, Professor”, aus Czernowitz, 1911 (Bd. 32), S. 65; “Huttmann, Adolf, K.K. Gymnasialsupplent; Korn, Karl, Professor” - beide aus Raddautz, 1911, S. 66; “Jackson, Jon B., Amerikanischer Gesandter, exz.” aus Bukarest, 1913, S. 69; “Lassel, Frau Bertha, Musikdirektorswittwe” aus Bukarest, 1922 (Bd. 9), S. 338. Schließlich wird noch im Jahrbuch der Goethe-Gesellschaft (18. Bd., 1931), u. zw. im Bericht auf der 47. Versammlung (1931-32) u.a. all denjenigen gedankt, “die uns z.T. unter eigenen Opfern mit der Goethe-Literatur ihres Landes versorgt haben”, wobei namentlich auch “das Rumänische Außenministerium Bukarest” Erwähnung findet.

Wollen wir also durch die Gründung der Goethe-Gesellschaft in Rumänien, bei der auch der Präsident der Goethe-Gesellschaft in Weimar teilnimmt, diese Kontakte auf eine neue Grundlage stellen, die eine fruchtbare wissenschaftliche Zusammenarbeit und ein engeres menschliches gegenseitiges Kennerlernen ermöglichen sollen.
In diesem Sinne ist unser Symposion ein guter Auftakt. Wünschen wir ihm also ein recht gutes Gelingen.


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Im Namen des mittragenden und gastgebenden Goethe-Instituts in Bukarest begrüßte sein Direktor, Peter Reitz, die auf der Gründungssitzung Anwesenden.


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Ansprache von
Peter REITZ, Direktor des Goethe-Instituts in Bukarest


Meine sehr verehrten Damen und Herren,

es ist die angenehme Pflicht des Hausherrn, eine Begrüßung vorzunehmen. Seien Sie also alle recht herzlich willkommen geheißen bei uns im Goethe-Institut Bukarest!

Heute und morgen soll viel gesprochen, viel zugehört, viel diskutiert werden, wie es sich bei einem Symposion gehört. Auch die Unterhaltung soll nicht fehlen, denn wie sagte schon Goethe? – Ersparen Sie mir all die Zitate, die einem dazu einfallen könnten; Sie kennen sie ohnehin als Germanisten besser als ich, der ich keiner bin! Und dann soll am Ende noch etwas ganz Konkretes entstehen, nämlich die Rumänische Goethe-Gesellschaft.

Diese soll für das kommende Jahr, in dem wir Goethes 250. Geburtstag begehen, schon in Aktion treten können.
Verehrte Vertreterinnen der Herren Minister, Herr Gesandter, meine Herren Präsidenten der Weimarer Goethe-Gesellschaft und des (Münchener) Goethe-Instituts, verehrte und liebe Kolleginnen und Kollegen – so möchte ich Sie, wenn auch nicht als Germanist, so doch als Kommilitone derselben Fakultät einmal nennen – es ist uns eine Ehre und eine Freude, Sie bei uns zu haben.


Lassen Sie mich noch etwas Persönliches hinzufügen: Noch gut erinnere ich mich an Goethes 200. Geburtstag, den ich in der Werther-Stadt Wetzlar als Schüler des Goethe-Gymnasiums erlebte. Dort nahmen die Stadtväter vier Jahre nach Ende des Bombenkrieges das Jubiläum zum Anlaß, umfangreiche Reparaturmaßnahmen – Straßen, Parks, Fassaden usw. – fristgerecht durchzuführen, denn man wollte sich vor den vielen internationalen Besuchern von der besten Seite zeigen. Ohne “unseren” Goethe hätten sie das nicht geschafft. Zur Zeit sind die Weimarer dran, ihre Stadt auf das große Ereignis vorzubereiten, und Sie, Herr Präsident, haben wohl deshalb zu Hause viel Staub einatmen müssen von all den Baustellen. Sie sehen, auch hier wieder hilft uns Goethe!

Nochmals: Herzlich willkommen zum Goethe-Ereignis und im Goethe-Institut heißt Sie ein ehemaliger Goethe-Schüler.
Vielen Dank!


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Die von Prof. Dr. Hilmar Hoffmann gehaltene Rede gestaltete sich dann zu einem Vortrag zu grundsätzlichen Aspekten des internationalen Kulturdialogs.


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1. Ansprache von Prof. Dr.
Hilmar HOFFMANN, Präsident des Goethe-Instituts in München


1. Kulturdialog als Sicherung der Kommunikationsfähigkeit zwischen den Staaten

Ich werde Sie hoffentlich nicht enttäuschen, wenn ich heute nicht über unseren Namenspatron Goethe spreche, sondern über ein deutsches Kultur-Institut, das sich mit seinem Namen schmückt.

Ich beginne mit einem Zitat von Th. Mann, das er am 28.12.1925 an seinen französischen Schriftstellerkollegen Felix Bertaux (Briefe 1, 221) schrieb:

Mehr und mehr empfinde ich Bewunderung als des Menschen bestes Teil; und wie im individuellen Lebennichts natürlicher und menschlicher ist, als das der Eine am Anderen bewundert, was er selbst nicht ist, Kann und hat, so sollte es auch im Völkerleben sein. Gegenseitige Bewunderung als Grunpathos des internationalen Lebens: es sähe anders aus in der Welt als jetzt.

Gewiß ist dies eine ziemlich idealistische Vorstellung, geboren aus dem pazifistischen und weltbürgerlichen Pathos der Zwischenkriegszeit.

Heute wäre vielleicht anders zu formulieren; aber auch heutige auswärtige Kulturpolitik kommt nicht ohne Interesse, Bewunderung und Neugierde aus.

Das gilt erst recht in Zeiten, wo nicht nur die radikal veränderten weltpolitischen Rahmenbedingungen seit 1989, sondern auch die veränderte Rolle des Staates eine Neubesinnung der auswärtigen Kulturpolitik erfordern.

Kulturdialog ist im Rahmen einer Außenpolitik des “aufgeklärten Eigeninteresses” ein Beitrag zur Zukunfts- und Sicherheitspolitik.

Gerade wenn immer mehr globale Akteure sich kulturell definieren, und gerade wenn neben den Regierungen so viele andere Akteure in den Inseln der “globalen Zwillingsgesellschaft” ihr Recht fordern, bedarf es der Fähigkeit, sprachlich, symbolisch und mental miteinander zu kommunizieren.

Das schließt zunächst Sprachenpolitik ein, z.B. in Europa einen Dreisprachenstandard, wie es ihn außerhalb Europas in vielen Regionen ohnehin gibt.

Jeder sollte die Muttersprache, die Verkehrssprache der Großregion und eine dritte Sprache beherrschen.

“Wer keine fremde Sprachen spricht, weiß nichts von der eigenen”, gab uns schon unser Namenspatron zu bedenken.

Auf symbolischer Ebene kommunizieren wir, wenn wir über Kunst, Literatur und Musik etwas mitbekommen von den Prioritäten und inneren Wertungen einer anderen Kultur.

Dazu bedarf es des kulturellen Austausches und entsprechender Programme.

Und mental künnen wir mit den anderen umgehen, wenn wir mehr über ihren Alltag, ihre Sorgen und Wünsche wissen als unsere Schulweisheit hergibt.

Auch darum bemüht sich der Dialog der auswärtigen Kulturpolitik. Das bedeutet nicht, daß wir die anderen je ganz verstehen würden – das gelingt uns ja noch nicht einmal bei unseren nächsten Mitmenschen.

Aber internationale Verhandlungen und Vereinbarungen, sei es in der Wirtschaft oder in der Politik, wird das Papier nicht wert sein auf dem sie geschrieben wurden, wenn sie nicht ihr Unterfutter in diesen kulturellen Dimansionen der sprachlichen, symbolischen und mentalen Kommunikationsfähigkeit haben.

Das weiß jeder, der Geschäfte in Japan, China oder in islamischen Regionen betreibt, und deshalb boomt “interkulturelles Management” ja in jüngerer Zeit so außerordentlich ansteckend.

Aber diese Erfahrung gilt noch mehr für die Politik.

Der schon von Goethe eingeforderte internationale Kulturdialog vermittelt den Kontakt mit Menschen anderer Kulturen, die sich aufgrund von Traditionen, Religion, Werten, Prioritätensetzungen und Standards des gelebten und angestrebten Lebens von der in Deutschland gelebten Kultur unterscheiden.
Je mehr unser Schicksal von dem anderer Menschen und Völker in der ganzen Welt abhängt, und je mehr wir in gemeinsamer Verantwortung mit ihnen Zukunft gestalten, desto wichtiger ist die Fähigkeit der Kommunikation mit den anderen.

2. Gewandelte Rahmenbedingungen

Neue Kommunikationstechniken machen Information auch ohne staatlich subventionierte Mittler universell verfügbar, kultureller Austausch findet immer mehr im Rahmen des Marktes statt, transnationale Unternehmen machen mit “gesellschaftsorientiertem Management” auch internationale Politik und große Stiftungen gerieren sich “proaktiv” als Gestalter der Politik.

Kann, soll oder will sich denn der Staat überhaupt noch eine aufwendige auswärtige Kulturpolitik leisten, wie sie von den weitgehend öffentlich finanzierten Mittlerorganisatione realisiert wird?
Wer als Kulturpolitiker die aktuellen Trends Beobachtet, dem fällt besonders auf, wie sehr sich im letzten Jahrzehnt die Rolle des Staates verändert hat.

Diese Bewußtseinsänderung in der Politik gilt für die kulturelle Verantwortung ebenso wie für die soziale; und sie gilt unabhängig davon, wie wir die internationale Politik oder die Diskussion im Inneren bewerten.
Neben den ohnehin gravierenden Veränderungen und materiellen Einschnitten nach der Epochenwende von 1989 generiert diese Erfahrung einen erheblichen Bedarf an Neuorientierung. Erst recht die Kulturpolitik ist davon nicht unberührt geblieben.

Folgen wir diesen Interpretationen, dann nährte der Sozialstaat in der Kombination von Massenproduktion und Massenkonsumtion auf dem Hintergrund eines kontinuierlichen, Wohlstand erzeugenden Wachstums die soziale Demokratie.

Deren angenehme Begleiterscheinung war eine demokratische Kulturpolitik – auch als “Bringschuld” der Demokratie interpretiert.

Schon die 80er Jahre gewichteten mit dem Begriff “weicher Standortfaktor Kultur” und der Diskussion um die “Umwegrentabilität des Kulturellen” neu: Kultur hatte sich durch ihre mittelbare oder unmittelbare Nützlichkeit immer wieder neu zu legitimieren.

Mit dem Ende des “keynesianischen” Wohlfahrtsstaates und dem Globalen Wettbewerb, auch mit den neuen Anforderungen im Kontext der “Globalisierung” sei, behaupten manche, heute der “schlanke Staat” gefordert, der sich solchen kulturellen Luxus weder auf der Ebene der Kommunen noch derjenigen des Staates fürderhin leisten könne.

Deswegen müsse sich die öffentliche Hand in Sachen Kultur mehr oder weniger durch private Initiative und Sponsoring entlasten. Nur ein schlanker Staat bleibe wettbewerbsfähig und deshalb könne er Kultur nur noch dann unterstützen, wenn damit weiche Standortvorteile verbunden werden. So das knappe und verwegene Rezept der Finanzpragmatiker.

3. Der Staat wird überflüssig

Mir sind solche Analysen in jeglicher Hinsicht nicht nur suspekt; sie sind auch allzu linear und viel zu eindimensional. Ich möchte daher einige Überlegungen zu einer differenzierteren und perspektivreicheren Interpretation vorschlagen, bezogen sowohl auf den Staat als auch auf die Kultur.

Diese Überlegungen gehen avon aus, daß der Staat mit neuen Herausforderungen zwar seine Funktionen verändert, gleichwohl aber in der Kultur und in sozialen Bereichen potent und handlungsfähig bleiben muß.

Dies gilt in zweierlei Hinsicht. Einerseits wird der Staat in der Hochphase der Globalisierung ohnehin die Aufgabe zugeordnet, einzelstaatliche Rahmenbedingungen für die internationalen Finanzmärkte zu optimieren.

Er bleibt verantwortlich für den sozialen Ausgleich, für die Sicherung sozialer und politischer Stabilität im Rahmen des staatlichen Gewaltmonopols; er allein ist es auch der dafür sorgen kann, das keine vom Sozialen und von der Kultur abgenabelte Ökonomie weiter an Boden gewinnt.

Zur Erfüllung dieser Aufgaben braucht der Staat allerdings Handlungsspielräume.

Weil er sie hat, könnte er sie auch nutzen. Er muß sie allerdings auch nutzen wollen – derzeit scheint es vornehmlich an entsprechenden Ideen und Initiativen zu mangeln. Selbst durch die internationalen Handelsverträge wurden dem Staat diese kulturellen Spielräumeja nicht vollständig beschnitten.

Er beharrt darauf, Nein sagen zu können, auch wenn die behaupteten Sachzwänge des Marktes oder der internationalen Politik sich noch so sehr gegen kulturelle Prozesse aufplustern.

In den französischen Diskussionen des Jahres 1998 um das Multilaterale Abkommen über Investitionen (MAI) spielten gerade diese kulturellen Aspekte eine erstrangige Rolle.

Wie es scheint, gibt es inzwischen noch eine Menge mehr Jack Langs, die von ihrem Staat erwarten, daß er seine Handlungsspielräume für eine den kulturellen Staatszielen verpflichtete Politik einfallsreicher nutzt.

Mehr und mehr wird gefordert, die sozialen Standards und die kulturellen Existenzbedingungen der Menschen nicht einem kommerziellen Utilitarismus zu unterwerfen.

Auch weltweit stellt sich die Lage kaum viel anders dar.

Angesichts einer verheerenden Zunahme der Unterschiede zwischen reichen und armen Ländern und Regionen fordert die vielgenannte “Gruppe von Lissabon” einen globalen Gesellschaftsvertrag, auch um die Kultur zu retten.
Die Meinungsführerschaft des neoliberalen Denkers ist in der Diskussion um einen “neuen Gesellschaftsvertrag” deutlich ins Wanken geraten.

Wer die große Resonanz von Viviane Forresters Buch Der Terror der Ökonomie zu gewichten weiß, der könnte bereits eine neue Bewegung gegen den Neoliberalismus sich formieren sehen. Dies ist ein Trend, der vielleicht bald alle jene im Regen stehen lassen wird, die nach 1989 allzu voreilig allein noch das Lied einer “Marktwirtschaft ohne Attribute”, also auch ohne Kultur, lobsingen wollten.

Die Diskussion wird inzwischen so geführt, daß ich die Zeit kommen sehe, wo die Protagonisten einer sakrosankten Globalisierung mit leeren Händen und roten Köpfen dastehen, wenn sie von den Intellektuellen und Künstlern, von einer kritischen Jugend oder von den Modernisierungsverlierern gefragt werden, wozu denn dies alles gut sei.
Die Versprechung von mehr Wohlstand als Folge von mehr Handel gehen längst nicht für alle in Erfüllung, ganz zu schweigen von den verheerenden Resultaten für potentielle Zukunftsfähigkeit ohne kulturelle Fundierung. Solche und ähnliche Fragen zu stellen darf beileibe nicht verwechselt werden mit aufgewärmtem Antikapitalismus.

4. Neue Akteure in der deutschen auswärtigen Politik

Nicht der Staat allein, nicht die Wirtschaft für sich können erfolgreich agieren. Beide gehören sie zum Feld der gesellschaftlichen Akteure, die der Politik und der Gesellschaft gegenüber als Bestandteil der gemeinschaftlichen Gestaltung von Lebensverhälnissen verantwortlich sind.
Dabei spielt die Wirtschaft neben anderen Partnern wie den Kirchen, der Wissenschaft, den Künstlern, den Medien, den freien Vereinigungen, den Parteien ihre gleichrangige Rolle.

Denn:

Es ist auch gut, und sogar die erste Bedingung alles Lebens und aller Organisation, daß keine Kraft monarchisch ist im Himmel und auf Erden… (Hölderlin).

Geändert hat sich freilich noch vieles andere.

Die Wechselwirkung zwischen Kultur im Inneren und auswärtiger Kulturpolitik ist nach der Wende und nach einer fortschreitenden Globalisierung anders und komplizierter geworden.

Früher betonten die Kritiker gern, die auswärtige deutsche Kulturpolitik könne in ihrer Wirkung nach außen nur so gut sein wie die Kultur im Inneren, und damit schien das Thema erledigt.

Heute sind Kulturpolitik im Inneren und auswärtige Kulturpolitik an vielen Stellen eng miteinander verschränkt.

Nicht mehr Nationalstaaten und allein deren Kulturbeziehungen spielen eine Rolle.

Viel stärker als früher werden die Einheiten unterhalb des Staates aktiv. Bundesländer, Regionen, vor allem aber die Kommunen werden in der auswärtigen Politik aktiv.

5. Neue Akteure im internationalen Feld

Wie im Inneren, so ist auch im Äußeren beim Kulturdialog mit neuen Mitspielern zu rechnen.

Die Souveränität der Einzelstaaten wird nicht durch die transnationale Wirtschaft relativiert.

Internationale Politik ist mehr und mehr mit dem Bild eines Kräftefeldes abzubilden, statt mit der Metapher eines Schachspiels von Einzelfiguren.

Kultur als vitaler Faktor dieses Kräfte-Ensembles ist stärker als schon jetzt ins Bewußtsein der Politik zu heben. Denn sie ist in vielfältiger Hinsicht essentiell beteiligt an der Konstituierung dieses Kräfteparallelogramms.

Internationale Organisationen wie die Vereinten Nationen, die UNESCO oder die EU und Großregionen wie Europa treten oberhalb der Einzel- oder Nationalstaaten mehr und mehr als Mittler des Kulturdialogs auf.

An der Jahrhundertschwelle muß sich die deutsche auswärtige Kulturpolitik der traditionellen Mittler also darauf einstellen, daß sie auch Teil einer europäischen Kulturpolitik ist, darin fest eingeschlossen selbstverständlich die große Tradition der rumänischen Kultur.

6. Das Eigene im Dialog mit den anderen

Dialog und Zusammenarbeit, die Achtung der eigenen Kultur und der Respekt vor fremden Kulturen sind die Grundlage unserer Auslandskulturarbeit.

Das lesen wir in einem Grundsatzdokument des Goethe-Instituts.

Und weiter heißt es dort:

Austausch im Sinne eines ausgewogenen, weltoffenen Gebens und Nehmens bleibt die oberste Maxime des Goethe-Instituts…

Kulturaustausch ist nicht möglich ohne Verantwortung für das Eigene. Dialog kommt zustande zwischen Partnern, die in ihren Interessen, Eigenarten und ihrem Selbstwertgefühl einander kenntlich sind.

Eine bloße kritiklose Übernahme der Position der Partner hat es wohl auch in der Vergangenheit selten gegeben.

Gleichwohl aber läßt sich an Situationen denken, in denen es bei der konkreten Arbeit wichtiger schien, die Positionen der Partner tolerant zur Kenntnis zu nehmen anstatt die Unterschiede hervorzuheben.

Vielleicht ist in manchen Dialogen versäumt worden, die Differenzen kenntlicher zu machen.

Die Konsequenz aus solchen möglichen allzu permissiven Haltungen besteht darin, von den Partnern zu fordern, daß sie einander auch in ihren Unterschieden kenntlich bleiben und sich im offenen Diskurs zu ihren Besonderheiten bekennen. Ich verwende absichtlich diesen vielfach als Phrase benutzten Begriff, weil es mir um den Prozeß geht, der dabei in Gang gesetzt wird.

Ich greife zum Schluß den Titel meines kurzen Referats noch einmal auf: Kulturdialog als Sicherung der Kommunikationsfähigkeit zwischen den Staaten.

Und ich kann jetzt unterstreichen: Der Staat darf und kann sich nicht aus dieser Aufgabe, den Kulturdialog zu fördern, zurückziehen.

Er muß im Äußeren dafür sorgen, daß durch die kulturelle Präsenz die Fähigkeit des Dialogs zwischen den Kulturen aufrechterhalten bleibt – als Bestandteil einer Außenpolitik des aufgeklärten Eigeninteresses und der integralen Zukunftssicherung.

Alle Marktkräfte, alle privaten Hilfen und Initiativen, so willkommen sie sind, können die staatlichen Aktivitäten nicht ersetzen.


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Danach eröffneten Prof. Werner Keller und Prof. Dr. Horst Schuller das Goethe-Symposion mit ihren Vorträgen, denen im Laufe von zwei Tagen weitere gehaltvolle Vorträge folgten. Das P r o g r a m m der Veranstaltungen sah wie folgt aus:


PROGRAMM DES GOETHE-SYMPOSIONS
und Gründung der
GOETHE-GESELLSCHAFT IN RUMÄNIEN

Bukarest, 15.-16. April 1998
15. April 1998

 

10.00 Uhr - Eröffnung:

Ansprachen:
Gastgeber: George Guþu, Peter Reitz
Kulturminister Rumäniens, Ion Caramitru
Bildungsminister Rumäniens, Andrei Marga
Werner Keller
Hilmar Hoffmann

11.00 - 13.00 Uhr: Vorträge, Diskussion
13.00 - 15.00 Uhr: Mittagspause
15.00 - 17.00 Uhr: Vorträge, Diskussion
19.00 - 19.45 Uhr: Soirée der Germanistik-StudentInnen
19.45 - 21.00 Uhr: Empfang

16. April 1998

9.00 - 11.00 Uhr: Vorträge, Diskussion
11.00 - 12.30 Uhr: Vorträge, Diskussion
12.30 - 14.00 Uhr: Mittagspause
14.00 - 15.30 Uhr: Sitzung zur Gründung der GOETHE-GESELLSCHAFT IN RU-MÄNIEN
15.30 Uhr: Abschluß des Symposions


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Auf dem Symposion wurden folgende V o r t r ä g e gehalten:

- Werner Keller (Köln/Weimar): Goethes “Urfaust” - geschichtlich gedeutet
- Horst Schuller (Hermannstadt): Von Mund zu Mund. Wege der Goethe-Rezeption
- Cornelia Ioncioaia (Iassy): Das Goethe-Bild in den Briefen des jungen Friedrich Schlegel
- Mirela Ioniþã (Bukarest): Die Perzeption des Militärs in Goethes autobiographischen Schriften
- Alexandru Boboc (Bukarest): Goethe und Kant über Wissenschaft und Kunst
- Gheorghe Nicolaescu (Bukarest): Goethe und Büchner
- ªtefan Alexe (Bukarest): Alchemie in “Faust II”
- Elena Viorel (Klausenburg): Zwei rumänische Fassungen von Goethes “Faust”
- Ileana Berlogea (Bukarest): Goethe und die rumänische Bühne
- Octavian Nicolae (Jassy): “Egmont” - Übersetzungen aus 100 Jahren
- George Guþu (Bukarest): Zu Hermann Hesses Goethe-Bild
- Peter Kottler (Temeswar): Der Beitrag Goethes zur Bereicherung der deutschen Literatursprache
- Anca Rãdulescu (Bukarest): Zur Goethe-Rezeption bei Mircea Eliade
- Horaþiu-Gabriel Decuble (Jassy): Des Werkes Regiment - die Meuterei der Werke. Typologisierendes zum autobiographischen Stil Goethes und Nietzsches.

(Siehe die in diesem Heft veröffentlichten Texte!)


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Auch wenn zu Beginn der Veranstaltungen von manch einem Zweifel darüber gehegt wurden, daß es in Rumänien möglich wäre, ein niveauvolles Goethe-Symposion zu veranstalten, da es doch recht wenig Goethe-Forscher gäbe, so bewiesen die an diesen zwei Tagen gehaltenen Vorträge ein hohes Niveau der Goethe-Forschung in Rumänien. Es hat sich gezeigt, daß es bloß an einer angemessenen Gelegenheit gefehlt hatte, so daß die – eigentlich längst fällige – Initiative, Goethe-Liebhaber und -Forscher aus ganz Rumänien zusammenzubringen, und noch dazu unter den besonders schwierigen Umständen der gegenwärtigen sozial-ökonomischen Lage, einhellig begrüßt wurde. Die angeregten Diskussionen, die sich an die Vorträge anschlossen und nicht nur hohes Interesse, sondern auch Kenntnis vom heutigen Stand der weltweiten Goethe-Forschung unter Beweis stellten, überzeugten, daß die Veranstaltung ein Volltreffer war. Sie stärkte alle in dem Willen, auf diesem Gebiet noch aktiver zu sein.

Immer wieder ließen sich die Teilnehmer von den Wortmeldungen von Prof. Dr. Werner Keller begeistern, der allen Vorträgen beiwohnte, aufmerksam zuhörte und in Kenntnis von der Sache seine hohe Anerkennung zusprach. Ausgehend von der angeschnittenen Problematik, wurden Themen und Motive weiter besprochen, so daß für die rumänische Germanistik mögliche Forschungsbereiche ersichtlich wurden, auf die sich vor allem die jüngeren Goethe-Forscher in ihren Dissertationen und Diplomarbeiten konzentrieren könnten.

Auch in dieser Hinsicht erwies sich das Symposion als besonders ergiebig: Von ihm gingen wesentliche Impulse für die noch eingehendere, möglichst systematischere Beschäftigung mit Leben und Werk Goethes aus.

Und gerade das waren der ausgesprochene Sinn und die Zielstellung dieser sorgfältig vorbereiteten und recht gut mediatisierten Veranstaltungen.

Zum Abschluß des Symposions, das den würdigen Rahmen dafür hergab, erfolgte die Gründungssitzung der Goethe-Gesellschaft in Rumänien.

Dabei ergriffen auf der Gründungssitzung anwesende Gäste das Wort.

Die zwei Schirmherren der Veranstaltung, die Herren Minister für Kultur, Ion Caramitru, unf für Nationale Bildung, Andrei Marga, Gründungsmitglieder der Goethe-Gesellschaft in Rumänien, waren an diesem Tag leider durch eine Sondersitzung des Rumänischen Parlamentes daran gehindert, vor den Teilnehmern persönlich zu erscheinen. Wegen der wichtigen Vertrauensabstimmung im Parlament schickten sie ihre offiziellen Vertreterinnen zu der Veranstaltung.

Im Auftrag von Minister Ion Caramitru sprach Ministerialdirektorin Ana Andreescu, die die besten Grüße ihres Ministers überbrachte. Sie unterstrich dabei, daß das Kulturministerium Rumäniens die Initiative, eine Goethe-Gesellschaft in Rumänien zu gründen, von Anfang an gutgeheißen und unterstützt hat als eine Möglichkeit, die guten rumänisch-deutschen Kulturbeziehungen zu vertiefen.

Ihrerseits sprach Ministerialrätin Alexandrina Pârvu das Bedauern von Minister Andrei Marga, an der Gründungssitzung der Goethe-Gesellschaft in Rumänien nicht teil-nehmen zu können, aus und unterstrich die besondere Bedeutung, die das Ministerium für Nationale Bildung der Tätigkeit der rumänischen Germanisten und der neugegründeten Goethe-Gesellschaft in Rumänien beimißt. Sie versprach im Namen der von ihr vertretenen Institution weitere Unterstützung der Aktivitäten der neuen Gesellschaft.

Dann ergriffen Prof. Dr. Hilmar Hoffmann und Prof. Dr. Werner Keller das Wort.


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2. Ansprache von Prof. Dr.
Hilmar HOFFMANN, Präsident des
Goethe-Instituts München

 

Lieber Prof. Guþu, lieber Herr Kollege Keller, liebe Freunde der Goethe-Forschung!
Heute wird nun nach langen Vorbereitungen die Goethe-Gesellschaft Rumäniens gegründet.
Ich freue mich außerordentlich über diese Entwicklung und bin glücklich, dabei sein zu dürfen.
Wir sind Zeugen eines wichtigen kulturellen und politischen Aktes.

Ich weiß nicht, wie es mit dem Interesse am Werk Goethes vor der Epochenwende des Jahres 1989 bestellt war.

Ich bin mir aber dessen gewiß, daß den Freunden Goethes in Rumänien ein Stück jener intellektuellen Freiheit fehlte, die heute, fast zehn Jahre später, zu jedermanns Grundrechten mit Selbstverständlichkeit gehört:

Der freie Austausch der Gedanken mit anderen im eigenen Lande und mit der ganzen Welt ist jetzt solide Praxis.

Der Austausch der Meinungen aber ist die Voraussetzung für die produktive Aneignung jeder objektivierten Kultur, jedes historischen Erbes.

Das heute noch gültige im geistigen Erbe auch anderer Länder gilt es für Europa zu entdecken, um es gemeinschaftlich für die Gegenwart und für die Zukunft fruchtbar zu machen.

Außerordentlich beeindruckend ist für mich immer wieder die Intensität und die Breite der Wirkung eines Geistesheroen wie Goethe.

Daß ein einzelner nationaler Dichter und kosmopolitischer Deutscher über Jahrhunderte und über diverse Kulturbrüche hinweg so nachhaltig in aller Welt wirken kann, das grenzt fast an ein Wunder.

“Nationalliteratur will nicht viel sagen”, prognostizierte Goethe, “die Epoche der Weltliteratur ist an der Zeit, und jeder muß jetzt dazu wirken, diese Epoche zu beschleunigen.”

Auch Deutschland und Rumänien.

Verständlich, daß manche der späteren Exegeten aus der außerordentlichen Wirkung von Heroen wie Goethe die Vorstellung von der Übermenschlichkeit des Genies ableiteten.

Heute hat uns die Kulturwissenschaft gelehrt, vieles von der Wirkung unserer gro-ßen Geistesheroen auch mit dem Umfeld in Verbindung zu bringen, in dem ein solches Genie lebte und wirkte und aus dem er seine Inspiration schöpfte.

Damit wird die Leistung des Genies nicht geschmälert, aber sie wird auf eine menschliche und gesellschaftliche Ebene bezogen.

Das zu betonen ist mir wichtig, nachdem den Menschen unseres schicksalsschweren Jahrhunderts von so vielen politischen Genies der verschiedensten Provenienz so hohe kosten und Lasten aufgebürdet wurden.

Das geistige und politische Klima, in das ein virtuelles Genie hineingeboren wird, recht einzuschätzen erinnert uns freilich auch an die Verantwortung der Politik für das produktive Milieu jeder Geistestätigkeit.

Hans Magnus Enzensberger, wie immer anregend, aber diesmal haarscharf am Ziel vorbei, hat kürzlich über die Ungleichbehandlung und Asymmetrie von Wirtschaft und Kultur in der Globalisierung öffentlich nachgedacht und resümiert:

Kulturelle Güter sind, historisch gesehen, fast immer im kleinen Maßstab produziert worden: am Schreibtisch, im Atelier, auf der Bühne, im Konzertsaal. ...

Während für ein neues Automodell Entwicklungskosten in Milliardenhöhe anfallen, kostet die Entfaltung eines philosophischen Gedankens höchstens ein paar hunderttausend Mark.

Gedichte sind noch wesentlich billiger zu haben.

Das klingt gut und schön polemisch, lenkt die Gedanken aber in einer falschen Richtung.

Genau betrachtet, war die Weimarer Klassik, der wir Goethes Wirkung verdanken, eine Großinvestition (freilich nicht kalkuliert wie unsere modernen Investitionen, und niemand hätte damals ihre weitreichende Wirkung voraussehen können).

Ein kleiner Staat wie dieses Großherzogtum Weimar leistet sich zuerst einen Dichterfürsten namens Goethe und dann in seinem Gefolge eine illustre Schar von Intellektuellen und Kreativen.

Sie bemühen sich gelegentlich zwar auch im Bergbau, Wegebau oder - wie Johann Gottfried Herder - um das Seelenheil, und die notwendigen kultischen Verrichtungen; aber im großen und ganzen frönen sie gemeinschaftlich wie im Einzelnen ihren individuellen Neigungen.

Ein brodelndes lebendiges kulturelles Milieu entsteht, dessen nachhaltig geförderte grenzüberschreitende Beziehungen zu Weimars Entwicklung und Blüte beitragen und einen bis heute nachwirkenden Ruhm begründen.

Gewiß, Goethe litt gelegentlich auch an der Enge dieses Milieus - wie oft hat er den Ort seiner Wahl flüchtig verlassen, um dann aber doch immer wieder heimzukehren, um seine Eindrücke im West-östlicher Divan wie in der Italienische Reise oder den Karlsbader Elegien produktiv zu verarbeiten.

Seine Vaterstadt Frankfurt und deren Geldadel haben nie vermocht, ihn ähnlich zu binden wie Weimar und ist auch nicht bekannt, daß entsprechenden Anstrengungen unternommen worden wären.

Aber Weimar investierte gewaltige Summen und allen Ehrgeiz in die Entwicklung eines nachhaltigen kulturellen Milieus, und es profitierte bekanntlich sehr viel mehr als bloß materiell davon.

Gewiß, für den modernen Tourismus ist dieses Erbe unbezahlbar; und ohne das kulturelle Erbe seiner zahlreichen Dichter, Künstler, Philosophen und Komponisten wäre Weimar 1999 nicht Kulturhauptstadt Europas geworden.

Aber für die Menschheit viel wichtiger noch ist das, was diese Konzentration von Intellektuellen und Künstler als Vorstellung von Qualität und Würde des Lebens und der Kunst für die Humanisierung der Menschheit hervorgebracht hat.

Davon zehrt nicht nur Weimar, davon zehrt heute die ganze Welt - so wie die Geistesheroen von Weimar ihrerseits von der ganzen damals bekannten Welt profitieren.

Die weltweite Resonanz von einzelnen schöpferischen Menschen läßt uns hoffen, daß es mit ihren geistigen Ressourcen gute Chancen gibt für das Erarbeiten von Grund-lagen des Lebens in der gemeinsamen Verantwortung für die eine Welt, in der alle Völker dieser Erde gleichberechtigt sind und in der alle ihre Stimmen gehört und respektiert werden.

Erinnern wir uns an eine schöne Vision Goethes:

Die Geschichte der Kultur ist eine große Fuge, in der die Stimmen der Völker nach und nach zum Vorschein kommen.


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Ansprache von Prof. Dr.
Werner KELLER, Präsident der
Goethe-Gesellschaft in Weimar

 

Sehr verehrte Repräsentantinnen der Herren Minister Andrei Marga und Ion Caramitru,
Herr Gesandter Dr. Heinemann,
Herr Präsident Hoffmann, Herr Direktor Reitz,
verehrte Kollegen, liebe Studenten,

im Sommer 1954 las Paul Celan, damals nur sehr wenigen durch Mohn und Gedächtnis bekannt, in Tübingen vor einer Handvoll Studenten. Heutzutage weiß jeder, daß er es war, der die deutschsprachige Lyrik nach dem zweiten Weltkrieg am tiefsten beeinflußte, der einzige, der, nach der Durchquerung des Entsetzens am Rande des Verstummens angekommen, die Sprachsplitter fand, um daraus die Mahnmale des angemessenen Gedenkens zusammenzusetzen – des Erinnerns als des Beginns einer unversöhnbaren Versöhnung. Nachher dann, im scheuen, kargen Gespräch, machte Paul Celan darauf aufmerksam, daß im Deutschen Danken, Denken und Gedenken derselben Sprachwurzel entstammten.

Die Gründung einer rumänischen Goethe-Gesellschaft und das Goethe-Symposion führten mich hierher, – doch zudem auch das Danken, das dem Gedenken eingeprägt ist. Dieses dankende Denken gilt überdies einem anderen rumänischen Dichter, Ionesco, den man in Deutschland oft der französischen Literatur zuordnet. Vor zwanzig Jahren hörte ich ihn in Paris – seine leidenschaftliche Anklage gegen den Kommunismus in Gestalt des hybriden Ceauºescu. Tags darauf, beim Signieren seiner Bücher, seine nur wenige Sätze umfassende Antwort auf meine Frage, ob das Absurde auch als säkularisiertes Paradox gedeutet werden dürfe, von der verlorenen metaphysischen religio auf erschlaffte menschliche Beziehungen übertragen und ins Groteske und Parodistische gewendet. Seine Antwort war, sofern ich seine leise Stimme richtig verstand: daß der Bezug von Mensch und Gott, wie säkularisiert auch immer, das Muster aller menschlichen Bezüge grundiere.

Erinnere ich mich dann noch an Mircea Eliade, dessen Bücher mich ihrer Wissens-weite und Gedankentiefe wegen immer aufs neue beeindruckten, dann gewahren wir mit Erstaunen, daß Rumäniens Schriftsteller die westeuropäische Literatur mitprägten, und mit Bedrückung, daß sie allesamt zur Exilierung gezwungen waren. Die Liste der Namen vertriebener Autoren ist lang und meine knappe Auswahl schwerlich gerecht – und doch sei hinzugefügt, daß wir durch vertriebene Schriftsteller, durch Herta Müller und Richard Wagner, am genausten erfuhren, wie es um ihr Land stand. Rumänien war in guten Zeiten Mittler zwischen Ost und West, in schlechten Zeiten, die bekanntlich länger vorhalten, Puffer – auch zwischen Orient und Okzident, immer gefährdet, in seinem Natio-nal-Individuellen verkannt oder vergessen oder unterdrückt zu werden. Beschämt denke ich an den rumänischen Nationaldichter des 19. Jahrhunderts, an Eminescu, der viel in deutscher Sprache schrieb, ohne von den Deutschen genügend beachtet worden zu sein.

Gedenken und danken – beides gilt auch für die Anstrengungen, die Rumänien seit 1989 auf sich nimmt, um eine integrale Stellung in einem künftigen einheitlichen Europa zu erlangen. Wir alle wissen, daß die Ergebnisse jeder Revolution weit hinter den anfänglichen Erwartungen zurückbleiben, wir wissen auch, daß der politischen Unfreiheit der bittere ökonomische Zwang folgte. Das Alte in der Politik will nicht weichen, das Neue der Kultur brauchte mehr Förderung durch den rumänischen Staat und durch Westeuropa, das gebeutelt ist von der Sorglosigkeit der siebziger und achtziger Jahre und den neuen Technologien, die ein Heer von Arbeitslosen im Gefolge haben. Wandel durch gegenseitigen Handel – dies ist wichtig und bedarf der mühseligen Ausweitung, doch nicht weniger entscheidend ist die Vertiefung der Beziehungen durch kulturelle Anstrengung, die den Kontakten die Qualität des Humanen erst hinzugewinnen.

Es war ein glücklicher Gedanke, der rumänischen Literatur, der rumänischen Kultur auf der Leipziger Buchmesse eine Sonderstellung einzuräumen. Wortreiche Landschaft hieß der Titel, wortgewordene Landschaften zu vermitteln wurde erreicht, wie begeisterte Presseberichte belegen.

Das kulturelle Rumänien ist auf dem Weg in das gemeinsame Europa dem Fremden, dem Anderen geöffnet, dem Eigenen verpflichtet. Unterwegs in eine schwierige Zukunft, in der jede Nationalliteratur die andere zum Leben und zum Überleben braucht, denn nur alle Literaturen gemeinsam können den Widerstand der Phantasie gegen die Nö-tigungen von Technik und Wirtschaft formieren.

Zum guten Beschluß gilt mein Dank den Gastgebern – dem Herrn des Hauses, Herrn Direktor Reitz, für die mustergültige Zusammenarbeit. Gedankt sei dann von Herzen meinem Kollegen und Freund Herrn Prof. Guþu und allen, die mithalfen, daß wir dieses festliche Symposion haben begehen können. Je weniger die Gäste von der Mühe der Vorbereitung spüren, desto besser ist das Ganze gelungen. Rumänische Germanisten werden in Deutschland sehr geachtet. Rumänischer Germanist zu sein bedeutet für die Stipendiaten in Weimar: durch sprachliche Kennt-nisse und methodische Reflexion ausgeziechnet zu sein.

Europa ist gezeichnet durch die Tragödien bitterer Jahrzehnte. Am Ende dieses Jahrhunderts ist es geistig geeint durch unseren Willen zum Frieden auf diesem Kontinent und durch unsere Offenheit, das Gemeinsame im anderen zu erkennen und das Andersgeartete als Bereicherung in Dankbarkeit anzunehmen.


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Nach dieser hezlichen Botschaft eines aufrichtigen Freundes Rumäniens und seiner Goethe-Liebhaber meldete sich der Repräsentant der Deutschen Botschaft in Bukarest, Dr. Klaus Heinemann, zu Wort. Sowohl durch seine Teilnahme am bedeutenden Ereignis als auch durch seine gewichtige Grußbotschaft an die Teilnehmer des Goethe-Symposions und an die Gründungsmitglieder der neuen Goethe-Gesellschaft wurde die Bedeutung hervorgehoben, die die diplomatische Vertretung der Bundesrepublik Deutschland den kulturellen Veranstaltungen dieser Art beimißt.


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Grußwort des Geschäftsträgers der
Botschaft der
Bundesrepublik Deutschland

in Rumänien, Dr. Klaus HEINEMANN

 

Meine sehr verehrte Frau Ministerialrätin, meine sehr verehrte Frau Minsiterialdirektorin,
sehr geehrter Herr Prof. Hoffmann, Prof. Keller,
meine Damen und Herren,

ich freue mich, daß ich heute hier im Goethe-Institut anläßlich des Goethe-Symposions sprechen kann.

Als Geschäftsträger der deutschen Botschaft Bukarest möchte ich insbesondere die aus Deutschland angereisten Gäste begrüßen. Es ist ein sichtbares Zeichen für den hohen Stellenwert und die Qualität der deutsch-rumänischen Kulturbeziehungen, daß der Präsident des Goethe-Instituts sowie die Präsidenten der Goethe-Gesellschaften Weimar und Wien zu diesem Symposion angereist sind und die rumänischen Minister für Kultur und Erziehung an der Eröffnung des Symposions teilnehmen. Ich begrüße Sie, Vertreterinnen des Herrn Minister Caramitru und des Herrn Minister Marga, ebenfalls sehr herzlich.

Das Symposion sowie die beabsichtigte Gründung der Goethe-Gesellschaft in Rumänien sind für mich Anlaß zu einigen grundsätzlichen Bemerkungen. Den so zahlreich erschienenen Spezialisten war überlassen, sich über Goethe, der im Mittelpunkt der 2-tägigen Veranstaltung stand, detailliert zu äußern.

Das Goethe-Institut ist einer unserer bedeutendsten und seit Jahrzehnten bewährten und erfolgreichen Träger deutscher Kulturarbeit. Ich freue mich, daß das Institut auch hier in Rumänien mit Veranstaltungen wie dieser zu Pflege der vielfältigen und reichhaltigen kulturellen Beziehungen beiträgt. Ich möchte diese Arbeit, die ein wichtiger Faktor in den bilateralen Beziehungen darstellt, an dieser Stelle ganz ausdrücklich würdigen und den an der Organisation und Durchführung der Veranstaltung Beteiligten meinen Dank aussprechen.

Der Dialog und die Verständigung zwischen den Völkern wäre ohne den Beitrag der Kulturarbeit nicht vorstellbar. Beinhaltet doch der Begriff der Kultur auch ein bestimmtes Wertesystem, Ethos.

Bundespräsident Herzog formulierte anläßlich der Verleihung der Goethe-Medaillen im März d.J. in Weimar: “Ohne Kultur kein Ethos, keine gemeinsame Wertebasis, keine zivilisatorische Fortschritte. Kultur – im weitesten Sinne des Wortes – ist also keineswegs nur Überbau oder Verziehung des Alltags. Sie ist eine lebensnotwendige Dimension des menschlichen Zusammenlebens”.

Dieser Formulierung möchte ich mich mit Nachdruck anschließen. Die vielfältige, ja bunte Palette der Arbeit des Goethe-Instituts dient auch der Suche nach gemein-samen Werten, der Verständigung. Dieses Symposion fügt sich in diesen Rahmen: Der Dichter und Denker Goethe, Namensgeber des Instituts, Mittelpunkt des Symposions und im Ausland in der Regel Inbegriff deutscher Kultur, verkörpert selbst die Idee der alle Bereiche des menschlichen Zusammenlebens umfassenden Kultur wie sonst niemand.

Mit der Gründung der Goethe-Gesellschaft in Rumänien e.V. soll ein Kulturverein gegründet werden, der allen Liebhabern von Goethes Leben und Werk sowie der Weimarer Klassik in Rumänien offensteht. Ich begrüße die Gründung der Gesellschaft nachdrücklich. Zielsetzung der Gesellschaft wird die Pflege der Werke Goethes, ihre Übersetzung, Herausgabe und Erforschung im geistigen Raum Rumäniens, die Erforschung der Rezeption von Werk und Persönlichkeit Goethes in Rumänien und – nicht zuletzt – so die Initiatoren der Gesellschaft, die Förderung der kulturellen und geistigen Beziehungen zwischen unseren beiden Ländern.

Die Goethe-Gesellschaft in Rumänien wird sich, dessen bin ich gewiß, zu einem weiteren Kultur- und Begegnungszentrum hier entwickeln, ein Forum für kulturelle und wissenschaftliche Veranstaltungen, Vorträge, Tagungen und Lesungen. Großer persönlicher Einsatz, Engagement des ehrenamtlichen Vorstandes sowie der hoffentlich zahlreichen Mitglieder werden aber auch vonnöten sein, damit die Gesellschaft den von ihr angestrebten Platz in den deutsch-rumänischen Kulturbeziehungen einnehmen wird. Da ich die Gesellschaft in bewährten Händen weiß, bin ich sicher, daß sie nicht hinter den in sie gesetzten Erwartungen zurückbleiben und die selbst gesteckten Ziele erreichen wird.

Ich möchte allen Helfern und zukünftigen Verantwortlichen und Mitgliedern der Goethe-Gesellschaft meine guten Wünsche mit auf den Weg geben und sie der Unterstützung der Botschaft, soweit das in unseren Kräften steht, versichern.




Zur Diskussion gestellt wurde dann das Statut der Goethe-Gesellschaft in Rumänien, zu dem die Anwesenden konkrete Ergänzungen und Änderungen vorschlugen. In der Abstimmung wurde der Text des Statuts in nachstehender Form einhellig angenommen:

 

S T A T U T
der
GOETHE-GESELLSCHAFT
IN RUMÄNIEN

 

1: Name und Sitz

“Die Goethe-Gesellschaft in Rumänien” (Societatea Goethe din România - SGRO) ist ein regierungsunabhängiger, eingetragener Kulturverband mit Sitz in der Pitar-Moº-Str. 7-11, 70151 Bucureºti 1 - Rumänien.

2: Zielsetzung

Art. 1: “Die Goethe-Gesellschaft in Rumänien” fördert die Kenntnis, Verbreitung und das Verständnis der Werke Johann Wolfgang Goethes, die Erforschung von geistigen Interferenzen, die auf Anregungen durch Goethes Leben und Werk zurückzuführen sind, in verschiedenen Kulturen, vorzugsweise in der rumänischen.

Art. 2: “Die Goethe-Gesellschaft in Rumänien” will ein Forum für Diskussionen über die Aktualität von Werk und Leben Goethes sein und die Kontakte und die Zusammenarbeit zwischen Einzelnen und Gruppen von Menschen vermitteln und fördern, die sich mit der Erforschung, Erläuterung, Herausgabe und Popularisierung der Werke des Weimarer Klassikers befassen.

Art. 3: “Die Goethe-Gesellschaft in Rumänien” organisiert Veranstaltungen in den Bereichen Literatur, Theater, Musik, bildende Künste, Wissenschaft, die auf die Persönlichkeit des Schriftstellers und Menschen Goethe sowie auf die Zeit der Weimarer Klassik Bezug nehmen und an die hervorragende rumänische und ausländische Persönlichkeiten wie Schriftsteller, bildende Künstler, Schauspie-ler, Forscher, Liebhaber von Goethes Leben und Werk herangezogen werden.

Art. 4: Um die obigen Zielstellungen zu verwirklichen, stellt “Die Goethe-Gesellschaft in Rumänien” her und pflegt Beziehungen der Zusammenarbeit mit der “Gesellschaft der Germanisten Rumäniens”, mit weiteren Kunst- und Kulturvereinen in Rumänien und im Ausland, insbesondere mit den ähnlichen Gesellschaften und Vereinen in Deutschland, Österreich, der Schweiz und anderen Ländern der Welt.

Art. 5: “Die Goethe-Gesellschaft in Rumänien” ist politisch und konfessionell neutral.

3: Die Mitglieder

Art. 1: Mitglieder der “Goethe-Gesellschaft in Rumänien” können rumänische und ausländische Bürger werden, die Werk und Leben Goethes schätzen, erforschen und vertiefen wollen und die Grundsätze des vorliegenden Statuts anerkennen. Die Einschreibung erfolgt durch ein Gesuch, das bei dem Vorstand eingereicht wird.

Art. 2: Die Mitgliedschaft erlischt durch Tod, durch schriftliche Kündigung am Ende des Kalen-derjahres oder durch Ausschluß. Der Ausschluß erfolgt automatische, wenn nach zweimaliger Mahnung der Mitgliedsbeitrag mehr als zwei Jahre lang nicht entrichtet wurde. Der Ausschluß wird auf Vorschlag des Vorstandes durch die Generalversammlung bestätigt.

Art. 3: Auf eigenes Ersuchen oder auf Vorschlag des Vorstandes kann die Generalversammlung Ehrenmitglieder ernennen.

4: Die Leitungsgremien und die Ämter

Art. 1: Die Leitungsgremien sind:
a) die Generalversammlung der Mitglieder
b) der Vorstand
c) die Revisoren
a) Die Generalversammlung der Mitglieder

Art. 2: Die Generalversammlung der Mitglieder ist das oberste Organ der “Goethe-Gesellschaft in Rumänien”.

Art. 3: Die ordentliche Generalversammlung der Mitglieder wird vom Vorstand alle zwei Jahre einberufen. Die Tagesordnung wird den Mitgliedern mindestens dreißig Tage vor der Abhaltung der Generalversammlung schriftlich bekannt gemacht. Die Generalversammlung wird vom Präsidenten oder von einem anderen Mitglied des Vor-stands geleitet.

Art. 4: Auf Antrag von einem Viertel der Mitglieder kann innerhalb einer Frist von zwei Monaten eine außerordentliche Versammlung durchgeführt werden.

Art. 5: Jedes Mitglied hat das Recht, zielspezifische Tätigkeiten der “Goethe-Gesellschaft in Rumänien” vorzuschlagen. Auf diese Vorschläge antwortet der Vorstand innerhalb von einer Frist von höchstens zwei Monaten.

Art. 6: Jedes Mitglied hat bei Wahlen und Abstimmung das Recht auf eine Stimme. Im Notfall oder in begründeten Fällen kann die Stimme auch per Schreiben abgegeben bzw. eingereicht werden. Die Stimmabgabe erfolgt durch offenes Handmehr.

Art. 7: Die Generalversammlung wählt für vier Jahre den Ehrenpräsidenten, falls dies erforderlich ist bzw. vorgeschlagen wird, den geschäftsführenden Präsidenten und die weiteren Mitglieder des Vorstands sowie zwei Rechnungsrevisoren.

Art. 8: Die Generalversammlung diskutiert und bestätigt den Tätigkeitsbericht des Vorstands und den Berichts des Schatzmeisters, nachdem vorher der Bericht der Revisoren erstattet wurde.

Art. 9: Änderung des Statuts, die Bestätigung des Ausschlusses eines Mitglieds in anderen Fällen als in den im &; 3, Art. 2, angeführten und die Auflösung der Gesellschaft bedürfen einer Zwei-drittelmehrheit.

Art. 10: Die protokollierten Beschlüsse der Generalversammlung können der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

b) Der Vorstand

Art. 11: Der Vorstand besteht aus mindestens fünf und höchstens zehn Mitgliedern. Er übernimmt die Lösung aller Aufgaben der Gesellschaft, die nicht durch Statut oder Gesetz anderen Organen vorbehalten sind. Die anfallenden Angaben und Befugnisse können in einer Geschäftsordnung geregelt werden.

Art. 12: Der Vorstand kann eine Programmkommission berufen, die unter dem Vorsitz eines der Vorstandsmitglieder die Planung und Durchführung der Veranstaltungen der GGRO anleitet.

Art. 13: In den Beziehungen zu anderen Verbänden und Organisationen wird die GGRO durch den Vorstand vertreten.

Art. 14: In begründeten Fällen kann der Vorstand Mitglieder von der Beitragspflicht entlasten.

Art. 15: Die Tätigkeit der Vorstandsmitglieder ist ehrenamtlich. Nur vereinsbezogene Ausgaben können der Gesellschaftskasse belastet werden.

c) Die Revisoren

Art. 16: Die Generalversammlung wählt von ihren Mitgliedern zwei Revisoren. Diese prüfen die Buchführung und legen der Generalversammlung einen schriftlichen Bericht vor. Dieser Bericht wird verlesen und besprochen, bevor die Erteilung der Descharge verlesen wird.

5: Die Einkommen

Art. 1: Die Einkommen der “Goethe-Gesellschaft in Rumänien” ergeben sich aus Beiträgen der Mitglieder, Geld- und Sachspenden und aus eigenen Aktivitäten.

Art. 2: Die Höhe des Mitgliedsbeitrags wird vom Vorstand festgelegt.

6: Die Auflösung

Beschließt die Generalversammlung die Auflösung gemäß & 4, Art. 9, oder tritt diese von Gesetzes wegen ein, so gehen das Gesellschaftsvermögen und sonstiges Gesellschaftseigentum an eine andere rumänische Gesellschaft verwandten Profils.

Vorliegender Statut wurde auf der Gründungssitzung der “Goethe-Gesellschaft in Rumänien” vom 16. April 1998 in Bukarest besprochen und einstimmig angenommen.

Gez.:
Präsident, Schatzmeister, Schriftführer,
 

(Anmerkung: Deutsche Fassung des rumänischen Originals!)



Zum Ehrenpräsidenten der Goethe-Gesellschaft in Rumänien wurde ªtefan Augustin Doinaº und zum Präsidenten George Guþu gewählt. Nach der Wahl der weiteren Mitglieder ergab sich folgende

Zusammensetzung des
Vorstands der Goethe-Gesellschaft
in Rumänien
:

ªtefan Augustin Doinaº, Träger der Goethe-Medaille - Ehrenpräsident
George Guþu, Universität Bukarest - Präsident
Horst Schuller, Universität Hermannstadt - Vizepräsident
Viorica Niºcov, Forschungsinstitut “George Cãlinescu” - Mitglied
Andrei Corbea-Hoiºie, Universität Jassy - Mitglied
Elena Viorel, Universität Klausenburg - Mitglied
Peter Kottler, Universität Temeswar - Mitglied
George Ganã, Universität Bukarest - Mitglied

Als Kassenprüfer wurden Octavian Nicolae (Universität Jassy) und Mihaela Zaharia (Universität Bukarest) gewählt.

Prof. Guþu erklärte die Goethe-Gesellschaft in Rumänien für gegründet. Sie soll allerdings noch gerichtlich zugelassen werden, wofür in der nächsten Zeit alle rechtlichen Schritte unternommen werden sollen. Er drückte die Hoffnung aus, daß die Tätigkeit der neugegründeten kulturellen Gesellschaft nicht der Goethe-Verklärung, sondern sinn-vollen Aufgaben gewidmet werden wird. Sie soll den Zugang zu Werk und Leben Goethes, zu seiner Epoche auf angemessene Art und Weise fördern. Er unterbreitete einige Vor-schläge und Anregungen im Zusammenhang mit den nächsten möglichen Vorhaben der Gesellschaft.

I. Im Hinblick auf das Goethejubiläum, den 250. Geburtstag Goethes im Jahre 1999:

- die Veranstaltung eines nationalen Goethesymposions
- die Durchführung einer Goethe-Feier in Zusammenarbeit mit der Rumänischen Akademie
- Unterstützung von anderen Goethe-Veranstaltungen in Rumänien und im Ausland
- Popularisierung des Goethe-Jahrs über Rundfunk und andere Medien
- Veranstaltung eines Poesie- und Prosa-Wettbewerbs für deutschsprachige Schüler, für Studenten und für rumänischsprachige Schüler
- Organiseirung einer Studententagung
- Aufstellung eines Stipendienfonds zur Unterstützung junger Forscher

II. Als langfristige, anspruchsvolle Aufgabe:

- die Betreuung der rumänischen Ausgabe der Ausgewählten Werke Goethes, die auf 18 Bände geplant sei. Die Durchführung steckt in den Anfängen, erfordert besonderen Einsatz. Professor Werner Keller ist bereits zu Rate gezogen worden.

Prof. Guþu dankte abschließend den Professoren Werner Keller (Präsident der Goethe-Gesellschaft in Deutschland) und Prof. Herbert Zeman (dem Präsidenten des Wiener Goethe-Vereins) - den letzteren hinderte ein freudiges Ereignis daran, nach Bukarest zu kommen - für die Unterstützung bei der Vorbereitung der Gründung der Goethe-Gesellschaft in Rumänien. Dank gebühre auch Prof. Hilmar Hoffmann, dem Präsidenten des zentralen Goethe-Instituts in München, vor allem auch für seine hochkompetenten Ausführungen zu Fragen des heutigen Kulturmanagements, für seine Teilnahme am Goethe-Symposion und an der Gründungssitzung der Goethe-Gesellschaft in Rumänien. Besonderen Dank gelte auch dem Botschafter der Republik Österreich, Graf von der Lilie, da mit dem weiteren Ausbau der Beziehungen zu Österreich gerechnet werde.

Prof. Guþu dankte allen Kollegen aus dem ganzen Land, die trotz vieler Schwierigkeiten nach Bukarest gekommen sind, sowie allen Vortragenden für die hohe Qualität ihrer Vorträge, die in angemessener Form veröffentlicht werden sollen. Besonderen Dank wurde dem Direktor des Bukarester Goethe-Instituts, Peter Reitz, dem besonders freundlichen Gastgeber, für seine Ratschläge, seinen Beistand, seine Bereitschaft und für seine Anteilnahme während der Vorbereitung des Goethe-Symposions und der Gründungssit-zung der Goethe-Gesellschaft in Rumänien ausgesprochen.

Die Anwesenden trugen sich mit Personalien in die Anwesenheitsliste ein.

Es ist gewiß vielsagend für das Interesse an der neugegründeten Gesellschaft, wenn abschließend die Liste der eigetragenen 105 Gründungsmitglieder angeführt wird:


1. ALEXE Radu Mihai
2. ALEXE ªtefan
3. AXENTE Aura Maria
4. BACIU Claudiu Dan
5. BARBU Elisabeta
6. BERCEANU Maria
7. BERZA Maria
8. BICAN Bianca Elena
9. BLAGA Daniela Carmen
10. BOBOC Alexandru
11. BORCEA Celestin Octav
12. CARAMITRU Ion
13. CAZABAN Jean Paul
14. CERÃCEANU Gheorghe
15. CIOMOS Virgil
16. CIZEK Eugen
17. COLÞESCU Viorel
18. COMLOªAN Doina Virginia
19. COSMA Ruxandra
20. CRÃCIUN-FISCHER Ioana
21. CUCU Vlad Victor
22. CUJBÃ Cornelia
23. CUNIÞÃ Alexandra
24. DASCÃLU BOGDAN Doina
25. DASCÃLU Criºu
26. DECUBLE Gabriel Horaþiu
27. DEMURATH S.
28. DOINAª ªtefan Augustin
29. DRAGANOVICI Mihai
30. DRÃGUÞ Daria Iuliana
31. ESIAN Delia
32. FIERBINÞEANU Hermine Ioana
33. FISCHER Iancu
34. FISCHER Markus Michael
35. FLAGNER Heidi Ingrid
36. FLEISCHER Gundula Ulrike
37. FLONTA Dan
38. FORNA Petru
39. GÃDEANU Sorin
40. GANÃ George
41. GHERMAN Alin Mihai
42. GHIÞÃ Roxana Andreea
43. GUÞU George
44. GUZU Monica
45. HAASE Ellinor
46. HOFFMANN, Hilmar
47. HOIªIE Andrei
48. ILIESCU Adrian Paul
49. ILIESCU Carmen
50. IONCIOAIA Cornelia
51. IONESCU Daniela Claudia
52. IORDACHE Liliana Natalia
53. KELLER, Werner
54. KOCH Mariana
55. KOTTLER Petru
56. LAZÃR Ana Cristina
57. LÃZÃRESCU Ioan Gabriel
58. LÃZÃRESCU Mariana Vriginia
59. LÃZÃRESCU Marinel Ovidiu
60. LECA Magdalena
61. LEMENY Ioana
62. LIHACIU Ioan Constantin
63. LUCUÞA Yvonne
64. MANOLE Camelia
65. MÃNUCÃ Dan
66. MARCU Grigore
67. MATEIU Dan Radu
68. MAZILU Dan Horia
69. MICLEA Rodica Ofelia
70. MICU Constantin Anton
71. MUNTEANU Romul
72. MUSCÃ Vasile
73. NEUMANN Hans
74. NICOLAE Octavian
75. NICOLAESCU Gheorghe
76. NICULESCU Remus
77. NISTOR Adina Lucia
78. NUBERT Roxana
79. OANCEA Ileana
80. PASCU Eleonora
81. POP Florentina
82. POP Leonida
83. PROCOPAN Norina
84. PUCHIANU Carmen Elisabeth
85. RÃDULESCU Anca
86. REITZ Peter
87. SANDU Doina
88. SAULEA Toader
89. SCHÖN Sibylle
90. SCHULLER Horst
91. SCHUSTER Diana
92. ªTEFÃNESCU Cristina Cornelia
93. STOICAN Mariana Mihaela
94. ÞIGÃREANU Sorin Raimond
95. TÓTH-NAGY Ildikó
96. UNGUREANU Cornel
97. VATAMANIUC Dimitrie
98. VIOREL Elena
99. VIªAN Florentina
100. VOIA Vasile
101. WIKETE Monica
102. WITTSTOCK Rohtraut Maria
103. ZAHARIA Mihaela
104. ZAMFIR Doina
105. ZUB Alexandru

Nach der juristischen Zulassung erfolgt die Aktion zur Einschreibung der Interessenten in die Goethe-Gesellschaft in Rumänien. Der Sitz befindet sich im Gebäude der Fakultät für Fremdsprachen. Die Anschrift des Vorstands lautet:

Pitar-Moº-Straße 7-11
RO-70151 Bucureºti 1
Tel: 0040-1-211.18.20 (App. 27)
Fax: 0040-1-252.59.72
E-mail: ggutu@lls.unibuc.ro

W i l l k o m m e n    i n    d e r
G o e t h e - G e s e l l s c h a f t    i n    R u m ä n i e n !



 

Gesellschaft der Germanisten Rumäniens (GGR) - www.ggr.ro

Zeitschrift der Germanisten Rumäniens, 8. Jg., Heft 13-14 / 1998, S. 9-28

 

 

Coordonator sectiune: Madalina Marcu | Asistenti: Cristina Caramihai | Andreea Baranga

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