Home | BAC/Teze | Biblioteca | Jobs | Referate | Horoscop | Muzica | Dex | Games | Barbie

 

Search!

     

 

Index | Forum | E-mail

   

 Bine ati venit in sectiunea dedicata limbii si literaturii germane. In aceasta sectiune veti avea posibilitatea sa descoperiti multe lucruri utile care speram sa va ajute la cursuri. Willkommen bei ScoalaOnline!

 

 
 
 
 
 + Click:  Grupuri | Newsletter | Portal | Ziare,Radio/TV | Forum discutii | Premii de excelenta | Europa

 

 

 

Zuruck zum index

Gesellschaft der Germanisten Rumäniens (GGR) - www.ggr.ro

Zeitschrift der Germanisten Rumäniens, 7. Jg., Heft 13-14 / 1998, S. 281-283

 

 

FREMDVERSTEHEN UND INTERKULTURELLE KOMMUNIKATION.

THEORETISCHER UND PRAKTISCHER ÜBERBLICK

Maria Mihalciuc, Mihaela Zografi



Beim Erlernen einer Fremdsprache erwirbt der Lerner grammatische Regeln und einen umfangreichen Wortschatz. Damit verfügt er über ein Regelwerk und über die Vokabeln, die ihm zur Bildung einer Menge möglicher Sätze und der ihnen entsprechenden Strukturen verhilft. Folglich bieten Wortschatz und Grammatik nur das Sprachmaterial für die Vollziehung der Kommunikation. In den verschiedenen Kommunikationssituationen sind aber auch die “außersprachlichen Elemente”, die die Kommunikationsinhalte verständlicher machen, eingeschlossen.

Wie bereits bekannt, bedeutet Kommunikationskompetenz nicht nur das Beherrschen von sprachlichen Mitteilungsformen, sondern auch von verschiedenen Interpretationsmöglichkeiten gesellschaftlich-kultureller Aspekte, die zur Problematik der Sprachbeherrschung gleichermaßen gehören.
Fundament dieser Kompetenz ist also ein vertieftes Wissen über andere Kulturen und über das, was gemeint ist, wenn man sie “fremd” nennt.

Aus Otto Friedrich Bollnows Interpretation Das Verstehen des Fremden (1) gehen einige grundsätzliche Aspekte der Fremderfahrung hervor, die hier kurz berührt werden sollen.
Erstens geht es um das Fremde als das nicht Bekannte, mit dem das Leben noch nicht in Berührung gekommen ist und das mit der wachsenden Ausbreitung des Lebenskreises in diesem aufgenommen wird.
Es ist nämlich die Erfahrung des am Anfang Unbekannten, das, wenn es bereits aufgenommen und innerlich angeeignet ist, zum Vertrauten wird (2).

Zweitens weist der vorher erwähnte Autor auf das Fremde als das Unbekannte hin, zu dem jede Verbindung ausgeschlossen ist, mit dem der Mensch für gewöhnlich in keinen Kontakt kommt. Wenn es trotzdem und zufällig wahrgenommen wird, wie Otto Friedrich Bollnow einleuchtend feststellt,
so erscheint es als das Seltsame und Kuriose (…). Die Flüchtigkeit, die zu diesem Verhältnis wesensmäßig gehört, läßt gar keine tieferen Verständnismöglichkeiten aufkommen (3).

Drittens wird das Fremde als eine kulturell bedingte gesellschaftliche Erfahrung interpretiert, wobei die geistige Bereicherung des Menschen eine der Folgen dieser Erfahrung ist. Bolnow meint dazu:
Es ist derjenige Begriff des Fremden, wie er vor allem in der neuhumanistischen Auffassung vom Bildungswert fremder Kulturen am klarsten durchdacht ist, wo der Mensch in der Berührung mit den fremden Möglichkeiten seine eigenen Lebensmöglichkeiten ausweitet, aber zugleich dadurch in seiner eigenen Eigenart fester bestimmt wird (4).
Diese neu aufgenommene Alternative der Andersheit und deren Verstehen bedeutet also fremdkulturelle Erscheinungen einschätzen und in Bezug zur eigenen Realität stellen zu können. Nur so können Vorurteile erkennbar und abgebaut werden. Der Mensch sei mit dieser ihm gegenüberstehenden andersartigen Möglichkeit “durch eine gefühlsmäßige sympatisierende Nähe verbunden und hat sie doch zugleich in seiner Andersheit zum Gegenstand.” (Ebd.)

Um auch andere Deutungen zu dem Begriff des Fremden vorzuführen, zitieren wir Harald Weinrich, der zum Gegenstand seiner Interpretation die Fremderfahrung hat, einmal bei der Wahrnehmung naturhaft-körperlicher Besonderheiten, dann bei der Perzeption der gesellschaftlich-kulturellen Andersheit und besonders bei der der Fremdsprache.

So können wir, allgemein, was die gesellschaftlich-kulturellen Merkmale der Andersheit betrifft, die gleiche Beobachtung wie bei den naturhaft-körperlichen Merkmalen des Menschen machen. Denn die Kleidung, die Eßgewohnheiten können entweder als Zeichen einer individuellen oder gruppenspezifischen Identität oder aber als befremdend wirkendes Signal für eine Abweichung von der annerkannten Norm gelten.

Bei der Wahrnehmung und Erfahrung des Fremden ist die Andersheit auf Sprachebene neben physiognomischen und gesellschaftlich-kulturellen Merkmalen nur ein Aspekt. Obwohl man eine Fremdsprache mehr oder weniger leicht lernen kann, ist das ein notwendiger Schritt, aber bedeutet bei weitem nicht das Überwinden der Fremdheit. Andere gesellschaftlich-kulturelle Merkmale der Andersheit legt man viel schwieriger ab, von den natürlich-körperlichen ganz zu schweigen. Eben dort also, wo uns die Andersheit am unmittelbarsten als Fremdheit entgegentritt, u.zw. bei der Sprache, ist sie auch am leichtesten zu überwinden, wenigstens im Prinzip. Damit wird eigentlich die Fremdheit einer Sprache relativiert.

Am Ende der vorliegenden Darlegung möchten wir noch unterstreichen, daß die Internationalisierung der zwischenmenschlichen Kontakte zu einem zunehmenden Fremdverstehen und einer Vertiefung des Fremdheitswissens verpflichtet.

Zweifellos gibt es Bereiche, in denen die Zusammenarbeit mit fremden Völkern häufiger ist (z.B. Politik, Wirtschaft, Rechtswesen). Deshalb haben es vor allem Fachleute, die in diesen Bereichen tätig sind, außer den Sprachkenntnissen auch notwendig, sich interkulturelle Aspekte anzueignen.
Folglich soll der Fremdsprachenunterricht die Lerner auch auf verschiedene Wertvorstellungen, Sichtweisen und Konventionen vorbereiten, sowie auf einzelne Handlungen, Gesten und Äußerungen, die in verschiedenen Kulturen oft unterschiedliche Bedeutungen haben.

So können die Unterschiede zwischen der eigenen und der fremden Wirklichkeit und auch der subjektiven Einstellungen bewußtgemacht werden und dadurch Einfühlungsvermögen entwickelt und Verhaltensweisen verändert werden.

Im folgenden, einige Vorschläge für Aktivitäten zur Sensibilisierung der Fremdsprachenlernenden für verbale und nonverbale Aspekte der interkulturellen Kommunikation. Derartige Übungen sollten weder global noch isoliert benutzt werden, sondern in Verbindung mit Textauszügen, oder Zeitschriftenartikeln in den DaF-Unterricht eingebettet werden. Gleichzeitig sollte man vor Verallgemeinerung warnen, weil sonst derartige Aktivitäten keineswegs Wahrnehmungsvermögen und Offenheit für das Anderssein entwickeln, sondern eher Stereotypen und Vorurteile festigen, statt sie abzubauen.

1. Es gibt Kommunikationsbereiche in welchen es zwischen Vertretern verschiedener Kulturen besonders zu Mißverständnissen kommt, zum Beispiel:

• Gesprächsdistanz
• Körperkontakt
• Mimik/Gestik und Körpersprache
• Tabuthemen usw.

Tauschen Sie Ihre Erfahrungen in Kleingruppen aus und erweitern Sie die Liste. Besprechen Sie Ihre Ergebnisse im Plenum.

2. Sammeln Sie Assoziationen zu dem Stichwort “Kaffee” bzw. “Kaffee trinken” in verschiedenen Kulturen (z.B. Deutschland, Nordamerika, Rumänien). Denken Sie dabei an Beispiele aus Werbespots, Filmen, aus der eigenen Erfahrung. Besprechen Sie die eventuellen Unterschiede.

3. Werbung widerspiegelt kulturelle Werte. Entscheiden Sie in Kleingruppen, welche Charakteristiken einer gelungenen Werbung für welches der Länder im weiter unten stehenden Raster in Frage kommen. Füllen Sie das Raster aus. Besprechen Sie Ihre Meinungen im Plenum.

 

 

Deutschland

Dänemark

Frankreich

Großbritannien

Italien

kreativ

 

 

 

 

 

ästhetisch

 

 

 

 

 

witzig

 

 

 

 

 

geistreich

 

 

 

 

 

ehrlich

 

 

 

 

 

informativ

 

 

 

 

 

ernst

 

 

 

 

 



4. Lesen Sie folgende Sätze über das Verhalten im Bereich Geschäftskontakte. Tauschen Sie in Kleingruppen Ihre Meinungen und Erfahrungen aus und ergänzen Sie die Lücken mit Ländernamen aus der Liste.

• Griechenland
• Deutschland
• Japan
• Italien
• Spanien
• Frankreich
• Großbritannien
• Nordamerika
• Asiatische Länder
• Arabische Länder
• Nordeuropäische Länder

In … werden keine Geschäfte geschlossen, solange kein Verhältnis gegenseitigen Vertrauens hergestellt wird. Oft kann das ein langwieriger Prozeß sein.

In … ist es üblich, Visitenkarten gleich bei Kontaktaufnahme auszutauschen. Man kann sich so die Namen und den Status der Gesprächspartner leichter merken, wobei es in … üblich ist, Visitenkarten am Ende des ersten Gespräches auszutauschen.
Geschäftskommunikation in … ist assoziativ und flexibel, der Sprecherwechsel verläuft spontan, wodurch Überlappungen und Unterbrechungen vorkommen können.
In … ist small talk bei Geschäftskontakten minimal und man kommt schnell zur Sache. Der Gesprächsstil ist direkt und informell.

In … ist Blickkontakt während des Gespräches sehr wichtig. Personen, die Blickkontakt vermeiden werden als nicht vertrauenswürdig oder gehemmt betrachtet.
Während eines Gespräches sind in … geringere Gesprächsdistanz und mehr Körperkontakt bei Männern üblich.
In … (die zu einer polychronen Kultur gehören) tun Menschen viele Dinge gleichzeitig: eine Geschäftsverhandlung wird oft von Telefonaten oder Leuten, die in den Raum kommen, unterbrochen. Zeitlichen Verpflichtungen wird keine große Bedeutung zugemessen.

In … (die zu einer monochronen Kultur gehören) wird immer das eine nach dem an-deren getan. Menschen aus diesen Ländern haben wenig Toleranz für Unterbrechungen und nehmen zeitliche Verpflichtungen sehr ernst.
Geschäftsleute in … nehmen selten Arbeit mit nach Hause, Privat- und Berufsleben sind streng getrennt. Sie arbeiten hart, aber statistisch setzen sie weniger Wochenstunden ein als ihre Kollegen aus anderen entwickelten Ländern.

Somit ist interkulturelle Kommunikation = : Wörter + ? + ? + ? … In einem kulturspezifischen Kontext benutzt, können diese Art von Aktivitäten den Fremdsprachenlernenden dazu helfen, die obige Gleichung zu lösen. Sie verhelfen uns, den Lehrenden, das interkulturelle Bewußtsein unserer Studenten, das respektvolle Entdecken des Andersseins und des Andersdenkens beim Gesprächspartner zu wecken. So werden sie zu besseren Kommunikatoren und zugleich besseren Weltbürgern.


ANMERKUNGEN:

(1) Otto Friedrich Bollnow, Das Verstehen des Fremden, in Fremdgänge, Alois Wierlacher, Corinna Albrecht, INTER NATIONES, 1995.

(2) Ebd. S. 13.

(3) Ebd., S. 13f.

(4) Ebd., S. 14.
 

Gesellschaft der Germanisten Rumäniens (GGR) - www.ggr.ro

Zeitschrift der Germanisten Rumäniens, 7. Jg., Heft 13-14 / 1998, S. 281-283

 

 

Coordonator sectiune: Madalina Marcu | Asistenti: Cristina Caramihai | Andreea Baranga

+ Asociatia Studentilor din Facultatea de Limbi Straine | Contact

 

Home | BAC/Teze | Biblioteca | Referate | Games | Horoscop | Muzica | Versuri | Limbi straine | DEX

Modele CV | Wallpaper | Download gratuit | JOB & CARIERA | Harti | Bancuri si perle | Jocuri Barbie

Iluzii optice | Romana | Geografie | Chimie | Biologie | Engleza | Psihologie | Economie | Istorie | Chat

 

Joburi Studenti JOB-Studenti.ro

Oportunitati si locuri de munca pentru studenti si tineri profesionisti - afla cele mai noi oferte de job!

Online StudentOnlineStudent.ro

Viata in campus: stiri, burse, cazari, cluburi, baluri ale bobocilor - afla totul despre viata in studentie!

Cariere si modele CVStudentCV.ro

Dezvoltare personala pentru tineri - investeste in tine si invata ponturi pentru succesul tau in cariera!

 

 > Contribuie la proiect - Trimite un articol scris de tine

Gazduit de eXtrem computers | Project Manager: Bogdan Gavrila (C)  

 

Toate Drepturile Rezervate - ScoalaOnline Romania