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Gesellschaft der Germanisten Rumäniens (GGR) - www.ggr.ro

Zeitschrift der Germanisten Rumäniens, 7. Jg., 13-14 / 1998, S. 429-432

 

 

 „KOMMUNIKATION IM GEGENWÄRTIGEN SOZIO-KULTURELLEN RAUM”.

Tagung des Germanistik-Lehrstuhls der Universität Bukarest und der GGR-Zweigstelle Bukarest, 3.-4. April 1998




Kommunikation im gegenwärtigen sozio-kulturellen Raum war das Rahmenthema der Tagung des Germanistik-Lehrstuhls Bukarest, die in Zusammenarbeit mit der Zweigstelle Bukarest der Gesellschaft der Germanisten Rumäniens veranstaltet wurde und am 3. und 4. April 1998 stattfand.

Kommunikation gehört zum Leben, hat eigene Züge in verschiedenen Räumen, auf verschiedenen Ebenen. Wir hören einander, stellen Fragen, bieten Antwort oder verweigern diese, also “teilen wir uns mit / tauschen uns aus” zu verschiedenen Themen all unserer Interessengebiete.

Im Zeitalter der erwünschten und immer noch nicht pefekten Kommunikation ist auch kein Wunder, daß dieses Thema im Brennpunkt der Debatten bleibt, vielfach verankert, zwangsläufig interdisziplinär betrachtet.

Nach der Eröffnungsansprache der Lehrstuhleiterin, Prof. Dr. Doina Sandu, folgte der Plenarvortrag der DAAD-Lektorin, Beate Schindler-Kovats Möglichkeiten und Verfahren handlungsbezogener Kommunikation mit dem literarischen Text anhand von Textbeispielen zur gegenwärtigen Literatur, der die Voraussetzung für eine Diskussion bot, die Annäherungen zwischen Lingustik und Literaturgeschichte sichtbar zu machen vermochte.

Sie ging von der Festtellung aus, daß der Text Basis sowohl der Sprach- als auch der Literaturwissenschaft ist und daß die Texttheorie der modernen Linguistik sowie eine hermeneutisch ausgerichtete Literaturwissenschaft die Kommunikation mit dem Text als “partnerbezogenes intentionales und informatives Handeln” betrachtet, das sich in “kommunikativen Handlungsspielen” vollzieht.

Nach Sartre ist “Lesen gelenktes Schaffen” und auch für den Literaturwissenschaftler Wolfgang Iser ist Lesen nicht einfach Informationsentnahme aus einem Text, sondern der Sinn des Textes wird immer vom Leser mitgeschaffen. Der literarische Text schafft sogenannte “Leerstellen”, die erst durch die Rezeption, durch den Leser selbst ausgefüllt werden. Wie diese “leseorientierte” Methode im Literatur-unterricht der Studenten der Germanistik aber auch im DaF-Bereich eingesetzt werden kann, wurde im zweiten Teil des Vortrags anhand von literarischen Texten illustriert.

Literatur-, sprachwissenschaftliche und Pragmatikperspektiven lassen sich durch eine weitgefaßte Auffassung vom Text als Zeichen zusammenbringen. Dieser Aspekt wurde in einzelnen Beiträgen in den verschiedenen Sektionen (Literatur, Sprachwissenschaft und Didaktik) zur Geltung gebracht.

Die Beiträge aus dem Bereich der Literaturwissenschaft setzten sich vornehmlich mit modernen Autoren, aber auch mit Vetretern rumäniendeutscher Literatur auseinander. Um den Briefwechsel zwischen Zillich und Sperber ging es in dem Beitrag von Prof. Dr. George Guþu: Zillich und Sperber im Dialog – mental, kulturell und ethisch. Briefe von Alfred Margul-Sperber aus dem Bukarester Sperber-Nachlaß sind erstmals vom Bukarester Germanisten gesichtet worden. Der Briefwechsel zeigt das Verhältnis Sperbers zur deutschen klassischen Literatur, z.B. zu Goethe, sowie sein Verhältnis zur deutschen und deutschsprachigen Literatur seiner Zeit. Zugleich wurden aber im Vortrag auch ethnische Probleme der 30er Jahre zur Debatte gestellt. Besonders interessant waren die Ausführungen über den Dialog Margul-Sperber – Zillich als paradigmatisches Beispiel für die Beziehungen zwischen deutschsprachigen Autoren aus Rumänien und deutschsprachigen jüdischen Autoren in Rumänien in einer äußerst bewegten Zeit.

Ausgehend von Ingeborg Bachmanns Hörspiel Ein Geschäft mit Träumen und der entsprechenden epischen Variante warf Lektor Anca Rãdulescu in ihrem Beitrag Sprache, Traum und Individualität in Romanen der 70er und 80er Jahre die Frage auf, wie sich die Sprache der Träume bei I. Bachmann als Ausdruck des Ureigensten konstituiert. Ergebnis der Untersuchung war, daß die Sprache der Träume bei Bachmann selber eine ausformulierte Sprache sei.

Als eine Traumwelt und gleichermaßen als ein Ort der Entpersönlichung und Entfremdung, wo man sich selber neu entdecken muß, erscheint Amerika für P. Handkes Held aus der Erzählung Der kurze Brief zum langen Abschied, auf den sich Lektor Mariana Lãzãrescu in ihrem Beitrag Das Amerikabild bei Peter Handke bezog. Amerika erscheint als postmoderner Mythos. Gleichzeitig handelt es sich um die Projektion eigener Vorstellungen. Mit dieser Erzählung sei der amerikanische Traum von Handke für viele Jahre zu Ende geträumt.

Lektor Dr. Mihaela Zaharia sprach in der gleichen Sektion über das Phantastische in der verfilmten deutschen Literatur. Assistent Carmen Oniþi bot einen umfangreichen Bericht über Die Rezeption Kafkas in Rumänien, der eine fast erschöpfende Dokumentation ersichtlich werden ließ.

Zahlreich und mit breitgefächerter thematischer Spannung waren die Beiträge aus den Sektionen der Sprachwissenschaft. Eine komplexe Analyse eines Textes aus textlinguistischer Sicht brachte Prof. Dr. Speranþa Stãnescu. Sie vertrat eine sehr weite Textdefinition, deren Grundlagen Zeichenverknüpfung, thematische Einheit und Einheit der kommunikativen Funktion darstellen. Aus dieser Sicht können non-verbale bzw. verbale Zeichen allein einen Text konstituieren. Ebenso sind verbale und nicht verbale Zeichen komplementär. An einem Beispiel aus der Werbung wurde Zeichensyntax, Zeichensemantik und -pragmatik vorgestellt. Ebenfalls mit typischen Aspekten von Werbetexten aus textpragmatischer Sicht setzte sich Lektor Lora Constantinescu in ihrem Beitrag Der Geist der Zeit in der rumänischen Autowerbung am Beispiel einer BMW-Anzeige auseinander und Assistent Heide Flagner nahm in ihrer Arbeit Zusammensetzung und Steigerung von Substantiven und Adjektiven in der Werbesprache lexikalische Aspekte dieser Textsorte unter die Lupe.

In ihrem Beitrag Haus-Häuschen: Diminutive im Deutschen ging Assistent Hermine Fierbinþeanu auf die Bildung der Diminutive im Neuhochdeutschen ein und untersuchte den Wert derselben in Prosatexten von Heinrich Böll.
In der gleichen Sektion stellte Ramona Jurj am Beispiel des JB-Modells verschiedene syntaktische Strukturen vor und plädierte gleichzeitig für die Erklärunskraft dieses Modells.

Lektor Peter Kottler von der Temeswarer Universität vergnügte die Teilnehmer mit interessanten Beispielen aus der schwäbischen Mundart, wobei er diesmal Ablautreihen, die kein Präteritum gebrauchen zur Diskussion stellte.
In ihrer Beschäftigung als Archivar stößt Ileana Ratcu auf zahlreiche alte Texte. In ihrem Beitrag brachte sie am Beispiel der Einleitungsformeln in der mittelalterlichen Korrespondenz textsortenspezifische Merkmale des Briefwechsels mit soziolinguistischen Aspekten in Zusammenhang

Lektor Dr. Cornelia Cujbã aus Iassy dokumentierte in ihrem Beitrag den Einfluß des Deutschen auf die rumänische Gegenwartssprache und behauptete, daß dieser größer sei als der französische oder lateinische.

Theoretische Aspekte der Übersetzung standen im Mittelpunkt des Beitrags von Mihai Draganovici Die literarische Übersetzung - sprachlicher und kultureller Transfer, in dem er das Modell der Äquivalenz und die interkulturelle Spannung zwischen Original und Übersetzung beim kulturellen Transfer anhand von konkreten Beispielen illustrierte.

Thematisch weit gefächert waren auch die Beiträge der Didaktik-Abteilung, wobei neben den theoretischen Betrachtungen auch zahlreiche Beispiele und Ergebnisse von Arbeitsformen, Materialien und Erfahrungen direkt aus der Praxis, aus dem eigenen Unterricht präsentiert wurden.

So berichtete Lektor Ioan Lãzãrescu über eine Projektarbeit Schimpfwörter und Kraftausdrücke im Deutschen. Linguistische und landeskundliche Erwägungen aus der Sicht des rumänischen Deutschlerners, die er im Verlauf von zwei Semestern mit einer Studentengruppe des 5. Jahrgangs der Dolmetscher- und Übersetzerabteilung am Bukarester Germanistiklehrstuhl durchgeführt hat. Er zeigte die wichtigsten Schritte und Etappen auf und erläuterte die Ergebnisse, zu denen die Studenten gelangt sind. Die linguistisch relevanten Ergebnisse konnten in diesem Rahmen nicht präsentiert werden, es ging vor allem darum, zu zeigen, wie die Studenten sich mit dem Problem “landeskundlich” auseinandergesetzt haben, wie die Projektarbeit konkret verlaufen ist. Als positiv an der durchgeführten Arbeit wurde die Tatsache angesehen, daß sich die Studenten mit einer neuen Arbeitsform vertraut gemacht haben und daß ihnen die Beschäftigung mit diesem “Tabubereich” der Sprache Spaß gemacht hat.

In Anlehnung an die 1993 formulierte Titelfrage “Wieviel Grammatik braucht der Mensch?” ging Lektor Ruxandra Cosma in ihrem Beitrag Wieviel Semantik braucht der Student? Überlegungen zum Status der Semantik im Germanistikunterricht der Frage nach, wieviel Semantik für den Studenten des Germanistikfaches an einer rumänischen Universität erforderlich sei – und das nicht allein aus curricularer Perspektive. Es wurde auch die Wichtigkeit der theoretischen Kenntnisse der Semantik in textbearbeitenden und textgebundenen Tätigkeiten während und nach dem Studium diskutiert.

Fremdverstehen und interkulturelle Kommunikation - theoretischer und praktischer Überblick war der Titel des Beitrags von Dozent Dr. Maria Mihalciuc und Lektor Mihaela Zografi – beide vom Lehrstuhl für Fremdsprachen der Bukarester Wirtschaftsakademie. Im theoretisch angelegten ersten Teil wurde auf die Notwendigkeit der Entwicklung von Einfühlungsvermögen und Offenheit für die Andersheit der Kommunikationspartner bei den Fremdsprachenlernenden hingewiesen. Desgleichen wurde betont, daß Kommunikationskompetenz neben dem Beherrschen von Grammatikregeln und Wortschatz auch das Vertrautsein mit non-verbalen und außersprachlichen Elementen bedeutet. Der praktische Teil führte Beispiele von Aktivitäten vor, die versuchen, Fremdsprachenlernende für Unterschiede in der kulturellen Kommunikation im Bereich des Wortschatzes zu sensibilisieren und interkulturelle Kommunikation zu entwickeln.

Die Entwicklung von Toleranz und Akzeptanz von kulturellen Unterschieden, um letztendlich ein Geschäft reibungslos und erfolgreich abschließen zu können, war das Thema von Frau Dozent Adriana Chiriacescus Beitrag Entwicklung der Fähigkeit der Wirtschaftstudenten zur Anwendung der kulturellen Spezifika bei der Erstellung von Werbematerial. Sie stellte ein Experiment vor, das sie mit den Studenten der Wirtschaftakademie Bukarest während der Semester zur Wirtschaftskommunikation durchgeführt hat mit dem Zweck, die Studenten mit der Wahrnehmung von kulturellen Unterschieden bei den Geschäftspartnern aus verschiedenen geographischen Zonen vertraut zu machen. Sie unterstrich die Notwendigkeit der Herausbildung von Fähigkeiten und Fertigkeiten im Unterricht, um Werbematerial so entwickeln zu können, daß es der kulturellen Eigenart des Endverbrauchers entspricht.

Lektor Marianne Koch, sprach über Kreative Verfahren im Umgang mit literarischen Texten. Ausgehend von Harald Weinrichs These: “Eine Kultursprache als Fremdsprache lehren zu wollen, ohne gleichzeitig ihre Literatur mitzulehren, ist eine Form der Barbarei”, wurden die Zielsetzungen eines kreativen Umgangs mit literarischen Texten in einem lernerorientierten Unterricht erläutert. Dabei wurde sowohl die Bedeutung der produktions- als auch der prozeßorientierten Ansätze hervorgehoben. Im zweiten Teil der Arbeit wurden anhand eines Didaktisierungsvorschlags zu dem Gedicht Es ist anders hier von Halit Unal Möglichkeiten der Anwendung unterschiedlicher kreativer Verfahren und derer Kombination vorgestellt.

In der Sektion Didaktik wurden aber auch immer wichtigere Schwerpunkte wie moderne Technologien, die in Lehr- und Lernprozessen eine zunehmende Anwendung finden, angegangen. Zu den “Schlüsseltechnologien der Zukunft“ können die Multimediaapplikationen (computergestützte Text- Bild-, Film-, Tonwiedergabe) und die Netzwerkapplikationen (Intra- bzw. Internet) gezählt werden. In diesem Sinne versuchte Assistent ªtefan Alexe, in seinem Vortrag Hyperkultur und Lernprozesse die damit verbundenen technologischen und pädagogischen Aspekte, wie z.B. das neue Rollenverständnis des Schülers und Lehrers im Sinne des Lehrprozesses nicht nur als Informationswiedergabe, sondern auch als Vermittlung von Werten in einer Bildungsumgebung, darzustellen. Lektor Gheorghe Nicolaescu sprach über den Multifunktionellen Charakter der Datenbank, dargestellt anhand eines besonderen Projekts zur Erstellung eines Wörterbuchs Niederländisch-Deutsch, Deutsch-Niederländisch mit Hilfe eines speziellen, reversiblen Computerprogramms. Neu daran ist, daß nur der erste Teil Niederländisch-Deutsch mit genauen Angaben erarbeitet werden muß, während danach – durch Anwendung der Reversibilität des Computerprogramms – in der Gestaltung des zweiten Teils Deutsch-Niederländisch alles schneller läuft, da die notwendigen Daten schon vorhanden seien. Sie müßten nochmals kontrolliert, aber nicht neu redigiert werden. Der multifunktionale Charakter zeige sich auch darin, daß aus dieser Datenbank Teile herausgenommen werden können, um z.B. damit ein Fachwöterbuch zu verfassen.

Ungeteilte Begeisterung löste die Präsentation der pragmalinguistischen Projektarbeit der Studierenden des Magisterlehrgangs 1997/1998 aus, die als Pilotprojekt dieser Art verstanden werden kann. Die Arbeit Im Gespräch an der Uni wurde von Prof. Dr. Doina Sandu betreut und durch ein Referat Sprache im Alltag eingeleitet.

Die Vorstellung der Teilreferate wurde jeweils von einer kurzen Präsentation begleitet.

Der Begriff Gespräch an der Uni sollte zweierlei bedeuten: a) Gespräch zwischen Lehrenden und Studierenden – als Arbeitsmethode, als Alternative der herkömmlichen Vorlesungen; b) Gespräch als Beobachtungs- und Beschreibungsgegenstand – als pragmatische Sprachbetrachtung.

Rahmenthema war das Gespräch – Betrachtung von mündlicher Sprachäußerung im universitären Millieu, die Kommunikation zwischen Studierenden und Lehrenden mit besonderem Augenmerk auf Routineformeln (Anredeverhalten, und Grußformen).

Einleitend wurde eine theoretische Vorbereitung der Arbeit geleistet: Kennenlernen vorliegender Studien zur Gesprächsanalyse – Selbststudium – Referate -Diskussion. Dazu trug Ana Iroaie vor:

1. Was ist ein Gespräch? Wie ist es gestaltet? - theoretische Grundlagen der unternommenen Untersuchungen.
Es wurden dann Teilaspekte in die Analyse einbezogen.

2. Welche Funktion hat ein Gruß?
Grüßen erklärt sich durch den Wunsch, “die eigentümliche und unangenehme Spannung zu überwinden, die Menschen empfinden, wenn sie schweigend einander gegenüberstehen”. Wie das in unserer Wirklichkeit aussieht, wurde von Mirela Geng, Raluca Negriºan und Mihaela Petrescu in Form einer vergleichenden Betrachtung aufgrund einer Fragebogenaktion in mehreren Hochschulen des Landes berichtet.

3. Das Siezen wie das Duzen als generell sozio-kulturell verankerte Komponenten des sprachlichen Kommunikationsverhaltens in der Anrede wurden in ihrer Indikatoren-Rolle für den Höflichkeitsgrad in der Beziehung zwischen Gesprächsbeteiligten betrachtet, für Nähe vs. Distanz, Vertrautheit vs. Fremdheit, Familiarität vs. institutionelle Autorität usw.

Ergebnisse empirischer Wahrnehmung in selbst aufgenommenen Gesprächen, in Gesprächsprotokollen wurden von Vlad Cucu ausgewertet und präsentiert.

4. Die psychische Geschlechtsdifferenzierung ist asymmetrisch, weil “Männlichkeit” die “Weiblichkeit” voraussetzt, auf ihr aufbaut. In der Betrachtung des Sprachgebrauchs ist ähnlicherweise eine Spezifik je nach Geschlecht des Sprachteilhabers wahrgenommen worden. Dazu berichtete Angelo Mitache in seinem Beitrag Die Weiblichkeit im Mann.

Schon seit längerer Zeit ist ein Prozeß des Umdenkens in der Planung und Durchführung von Lehre und Forschung in der Germanistik in Gang mit dem Ziel, eine adressatenorientierte, lernerzugewandte Wissenschaft zu vermitteln.
In diesem Sinne sind auch die Tugenden der Gesprechsanalyse als Teildisziplin in der Auslandsgermanistik zu betrachten. Textproduktion als (geschriebener oder gesprochener) Prozeß, der lange Zeit bloß den Psycholinguisten überlassen wurde, rückt in den Mittelpunkt der Forschung und wird zum Betrachtungsobjekt auch der Sprachwissenschaftler, die nun pragmatischen Aspekten der Sprachverwendung in einem äußerst komplexen Umfeld von Variablen nachgehen – was die pragmatisch-kommunikative Wende in der Linguistik einleitete.

Gesprächsanalyse bietet sich daher als ein reflexionswürdiges Objekt an und kann sowohl informativen als auch formativen Wert für einen künftigen Germanisten haben. Ein didaktisches Angebot pragmalinguistischer Orientierung hat sich an der Bukarester Germanistik als willkommen erwiesen.

Während der gesamten Tagung war es möglich, die anderen Sektionen zu besuchen, doch blieben die meisten in der jeweiligen Sektion, so daß ein bemerkenswerter Gesprächszusammenhang zwischen den Teilnehmern zustande kam. Das Ziel des Ins-Gespräch-Kommen wurde erreicht und für diese Feststellung stehen die Sektion, an der ich teilgenommen habe, und Gespräche mit den anderen Gesprächsleitern.

Die Tagung bot aber gleichzeitig auch die Möglichkeit des gegenseitigen Austausches über die engen Grenzen des Teilfachbereichs hinaus.

Es war eine gute Tagung im gastfreundlichen Bukarest, für die dem Tagungskomitee, Prof. Dr. Doina Sandu, Prof. Dr. George Guþu und Lektor Mariana Lãzãrescu, sowie den Teilnehmern Dank gebührt.


Marianne Koch

 

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Zeitschrift der Germanisten Rumäniens, 7. Jg., 13-14 / 1998, S. 429-432

 

 

Coordonator sectiune: Madalina Marcu | Asistenti: Cristina Caramihai | Andreea Baranga

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