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Gesellschaft der Germanisten Rumäniens (GGR) - www.ggr.ro

Zeitschrift der Germanisten Rumäniens, 6. Jg., 1-2 (11-12) / 1997, S. 328-329

 


TAGUNGEN, SYMPOSIEN, KOLLOQUIEN, KURSE

 

INTER- UND MULTIKULTURALITÄT IN SÜDOSTEUROPA

Tagung des Lehrstuhls für deutsche Sprache und Literatur der West-Universität Temeswar,

26.-28. September 1997



Im Festsaal des Adam-Müller-Guttenbrunn-Hauses fanden die Arbeiten der wissenschaftlichen Tagung zum Thema Interkulturalität und Multikulturalität in Südosteuropa statt, veranstaltet vom Lehrstuhl für deutsche Sprache und Literatur der West-Universität Temeswar, in Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl für Didaktik der deutschen Sprache und Literatur der Ludwig Maximilian Universität München, mit Unterstützung der Friedrich-Ebert-Stiftung Bonn/Temeswar und des Forums der Deutschen im Banat.

Die Tagung wurde dem 100. Geburtstag des rumäniendeutschen Schriftstellers Oskar Walter Cisek gewidmet.
Bei der feierlichen Eröffnung der Tagungsarbeiten begrüßte Frau Roxana Nubert, Leiterin der Germanistiklehrstuhls der Temeswarer West-Universität, die Ehrengäste - darunter Dumitru Gaºpar, Rektor der West-Universität, Ileana Oancea, Dekan der Geisteswissenschaftlichen Fakultät, Elke Sabiel, Vertreterin der Friedrich-Ebert-Stiftung in Rumänien, Karl Singer, Vorsitzender des Demokratischen Forums der Deutschen im Banat, die prominenten Gäste Kurt Rein und Karl Stocker von der Münchener Ludwig-Maximilian-Universität, mit der die Temeswarer Germanistik seit 1992 Partnerschaftbeziehungen pflegt. Hervorgehoben wurde die Aktualität der vorgeschlagenen Thematik, die im multikulturellen Raum des Banats und ins besondere in Temeswar den richtigen Rahmen für eine neue dialogische Auffassung aufgrund der geschichtlichen Praxis gewährt. Toleranz, Solidarität und friedliches Zusammenleben der verschiedensten Kulturen bildeten in diesem Landesteil auch weiterhin die Grundsätze für das erwünschte Neben- und Miteinander im künftigen “Haus Europa”, das im Sinne der Demokratie auf das Vertrauen der Menschen bauen soll.

In der Plenarsitzung erörterten die Vortragenden innerhalb der thematisch vielfältigen Beiträge das Phänomen Interkulturalität und Multikulturalität, ausgehend von den verschiedenen Definitionen der Begriffe und den Erscheinungssformen. In dem Vortrag Interkulturelles Lernen definierte Kurt Rein (München) die Begriffe vom wissenschaftlichen Standpunkt, unterstrich die hochaktuelle Thematik und bewies, daß Interkulturalität für den geisteswissenschaftlichen Bereich gilt, wobei Multikulturalität sich eher auf den Bereich der Politik bezieht. Der dynamische Diskurs von Karl Stocker (München) zu dem Thema Auseinandersetzung mit der Ausländerfrage in der Bundesrepublik Deutschland illustrierte mittels Lichtbilder aus dem Fachbereich Werbung inwieweit das Zusammenwirken von Bild und Wort die erörterte Problematik umfaßt. Ebenfalls ein Vortrag, der mit einer Vielfalt von Lichtbildern das vorgeschlagene Thema Oskar Walter Ciseks Epik und der südosteuropäische Kulturraum belegte, wurde von Roxana Nubert (Temeswar) geboten. Eine Reihe von vielseitigen Beiträgen zur Thematik der Inter- und Multikulturalität, aus ganz verschiedenen Standpunkten betrachtet, kamen hinzu: Interkulturelle Aspekte im Übersetzungsprozeß Yvonne Lucu]a (Temeswar), Theatralität des Lernens Katharina Keim (Temeswar/München), Interkulturelles Lernen in der Praxis Jürgen Fischer (Temeswar) und Interkulturelle Kommunikation im mehrsprachigen Banat Peter Kottler (Temeswar).

Die Vorträge, die innerhalb der Sektionen geboten wurden, wiesen ein breites Spektrum auf: Sektion - interkulturelle Aspekte der Übersetzung: Zur Problematik der Partikelübersetzung in Wolfgang Borcherts Kurzgeschichte “Nachts schlafen die Raten doch” - Marianne Marki (Temeswar); Möglichkeiten einer Datenbank deutsch-rumänischer Übersetzungen - Ana Cle]iu (Karlsburg/Alba Iulia); Kulturelle Interferenzen bei der Übersetzung von idiomatischen Wendungen am Beispiel von Elias Canetti - Mihaela Sulu]iu (Temeswar); Ilse Tilsch: grammatisch-stilistische Aspekte in der Übersetzung - Karla Lupºan (Temeswar); Die Übersetzung der lexikalischen Metapher als kultureller Transfer am Beispiel von Günter Grass’ “Blechtrommel” - Alina Toma (Temeswar).

Sektion - das Interkulturelle in der Sprache: Überblick über die ersten deutsch-rumänischen Grammatiken - Ileana Ratcu (Bukarest); Zum Kriterium der Gewährsperson als Analysemögichkeit rumänischen Transfers (am Beispiel des Umgangsdeutschen und der siebenbürgischen Mundart von Petersdorf / Mühlbach - Adina Lucia Nistor (Jassy).
Sektion - Literatur und Interkulturalität: Interkulturelle Aspekte in der Literatur: Christoph Ransmayrs “Die letzte Welt” - Eleonora Pascu (Temeswar); Zum Beispiel Böhmen: Literatur in einem zweisprachigen Land Heinz Arnold (Ustí nad Labem); Auf der Suche nach der neuen Heimat: Zu Jenny Alonis frühen Romanen - Maria Berceanu (Temeswar).

Sektion - Interkulturelle Begegnungen: Lyrik im Zeichen der Diktatur: Subversität als Phänomen der Interkulturalität - Petra Beate Kory (Temeswar); Multikulturalität bei Herta Müller - Grazziela Lucia Predoiu (Temeswar); Ansätze zur deutschsprachigen Presse des Banats - ªtefana Oana Naemþiu (Temeswar); Pluralism [i societate tehnologica - Dana Groºanu (Temeswar).

Sektion - Interkultureller Unterricht: Notwendigkeit eines DaF-Curriculums in Rumänien - Ioana Velica (Klausenburg); Die Bedeutung interkultureller Kommunikation im Unterricht - Wirtschaftsdeutsch - Rita Severeanu (Temeswar); Sprachen und Kulturen in Schule und Familie - Kinga Gall (Te-meswar); Die Finsternis und das Licht bei Novalis und Lucian Blaga - Monika Vikete (Temeswar).

Auch diese Tagung hat gezeigt, daß der von der Gesellschaft der Germanisten Rumäniens konsequent vertretene Geist der Zusammenarbeit und des Aufschwungs aller geistigen und Hochschulzentren des Landes sowohl den regionalen Eigentümlichkeiten als auch den interkulturellen Phänomenen die ihnen gebührende Aufmerksamkeit zu schenken vermag, so daß alle nationalen Tagungen, ob die Kongresse der Germanisten Rumäniens oder die Tagungen in Hermannstadt, Jassy, Temeswar, Klausenburg, Kronstadt und Bukarest, wesentliche Bestandteile der germanistischen Tätigkeit in Rumänien darstellen.

Monica Niculcea

Gesellschaft der Germanisten Rumäniens (GGR) - www.ggr.ro

Zeitschrift der Germanisten Rumäniens, 6. Jg., 1-2 (11-12) / 1997, S. 328-329

 

 

Coordonator sectiune: Madalina Marcu | Asistenti: Cristina Caramihai | Andreea Baranga

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