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Gesellschaft der Germanisten Rumäniens (GGR) - www.ggr.ro

Zeitschrift der Germanisten Rumäniens, Jg. 9, Heft 17-18 / 2000, S. 267-277

 

 

Didaktik des DaF-Unterrichts

Fernstudieneinheiten in Rumänien

 

I. Die Fernstudieneinheiten zur Methodik-Didaktik und Landeskunde DaF: Die Entwicklung und Merkmale der Fernstudieneinheiten sowie ihr Einsatz in Rumänien in Vergangenheit und Zukunft

 

Uwe Lehners

 

1. Methodik-Didaktik in der Deutschlehreraus- und -fortbildung.

In vielen Ländern der Welt gibt es keine berufsqualifizierende Lehrerausbildung für Deutsch als Fremdsprache, aber Deutsch-als-Fremdsprache-Unterricht im Primar-, Sekundar- oder Tertiärbereich.

Hier werden die Personen als Deutschlehrerinnnen oder Deutschlehrer eingestellt, die ein Germanistikstudium absolviert haben, auch wenn während des Studiums Aspekte der Fachdidaktik bzw. -methodik keine oder nur eine geringe Rolle gespielt haben.

Hier werden ferner oftmals Personen als Deutschlehrerinnen und Deutschlehrer eingestellt, die nicht einmal Germanistik studiert haben, sondern nur deshalb Deutsch unterrichten, weil sie über mehr oder weniger ausreichende deutsche Sprachkenntnisse verfügen.

Das Germanistikstudium besteht in der Regel aus Literaturwissenschaft (Geschichte der deutschsprachigen Literatur, Literaturtheorie, Analyse literarischer Texte usw.) und Linguistik (diachrone oder synchrone Analyse der deutschen Sprache, Sprachtheorie usw.). Vielfach werden im Rahmen dieses fachwissenschaftlich ausgerichteten Studiums auch Übungen zur deutschen Sprache und Kurse zur faktischen Landeskunde der deutschsprachigen Länder angeboten.

Sicher ist es für einen Deutschlehrer wichtig, dass er sich im Bereich der deutschsprachigen Literatur auskennt,

sicher ist es wichtig, dass er die Grundlagen der deutschen Sprachgeschichte und die der Linguistik der deutschen Sprache kennt,

sicher ist es ebenso wichtig , dass er die deutsche Sprache beherrscht und

sicher ist es wichtig, dass er solide Kenntnisse im Bereich der Geographie, Geschichte, Politik, Gesellschaft, Kultur, Wirtschaft usw. der deutschsprachigen Länder mitbringt.

Aber der Erfolg des Unterrichts steht und fällt mit soliden Fachkenntnissen im Bereich der Methodik und Didaktik des Faches Deutsch als Fremdsprache, und gerade hier gibt es vielfach noch enorme Mängel in der grundständigen Universitätsausbildung.

Weltweit wird in zunehmendem Maße die Forderung erhoben, dass der Methodik und Didaktik ein angemessener Platz in der grundständigen Universitätsausbildung und in den darauf aufbauenden Aus- und Weiterbildungsangeboten eingeräumt werden muss.

Um diesen Forderungen Rechnung zu tragen, hat man in einzelnen Ländern die Studienschwerpunkte der traditionellen Ger-manistik durch Veranstaltungen in Methodik und Didaktik Deutsch als Fremdsprache oder auch durch Unterrichtspraktika ergänzt.

Dies geschieht jedoch oft nur optional oder fakultativ.

In anderen Ländern hat man die traditionelle, fachwissenschaftlich ausgerichtete Germanistik und die Deutschlehrerausbildung ganz voneinander getrennt:

Wer einen fachwissenschaftlichen Beruf ergreifen will, studiert Germanistik, und wer das Lehramt anvisiert, erhält eine berufsbezogene Ausbildung in einer spezifischen Lehrerausbildungsinstitution.

Dies gilt für die grundständige Ausbildung in der Universität.

In vielen Ländern gibt es nach der grundständigen, einschlägig fachwissenschaftlichen Germanistikausbildung auch keine Möglichkeit einer fachdidaktischen Aus- bzw. Weiterbildung nach Abschluss des Studiums.

In verschiedenen Ländern jedoch wird der Bereich Methodik-Didaktik und Unterrichtspraxis in eine auf das grundständige Studium aufbauende Ausbildungsphase verschoben. In dieser z. B. Referendarzeit in Deutschland oder Capès pratique in Frankreich genannten Phase stehen Methodik, Didaktik und Unterrichtspraxis im Vordergrund.

Weltweit gesehen ist jedoch die Methodik-Didaktik-Ausbildung immer noch ein Stiefkind im Bereich der Ausbildung zum Deutschlehrer.

Ende der 80er Jahre schlossen sich deshalb die Universität Gesamthochschule Kassel, das Goethe-Institut und das Deutsche Institut für Fernstudienforschung an der Universität Tübingen zu einer Projektgrupe zusammen, deren Ziel die Entwicklung eines Konzepts zur Fort- und Weiterbildung von Lehrerinnen und Lehrern für Deutsch als Fremdsprache war.

Diese Projektgruppe wollte Fortbildungsmaterialien für die Bereiche Methodik-Didaktik und Landeskunde Deutsch als Fremdsprache entwickeln, die nicht nur die Grundlage für attraktive Einzelveranstaltungen  bilden,  sondern  auch  systematische Aus-,  Fort- und Weiterbildung im Bereich Deutsch als Fremdsprache ermöglichen soll-ten.

Diese Materialien sollten die Grundlage zu einer strukturierten Aus- bzw. Weiterbildung sein, die durch ein Zertifikat mit anerkannten Standards nachgewiesen werden kann und auch von den Deutschlehrern wahrgenommen werden kann, die aus beruflichen oder persönlichen Gründen nicht regelmäßig an Präsenzveranstaltungen teilnehmen können.

2. Ein Curriculum zur Aus- und Fortbildung im Bereich Methodik-Didaktik DaF

Die erste wichtige Aufgabe der Projektgruppe war die Erstellung eines Curriculums, eines Rahmenplans, für die Inhalte der geplanten Aus- und Fortbildungsmaterialien:

Es musste die Frage beantwortet werden, welche Inhalte gehören in die Methodik-Didaktik-Aus- und Fortbildung von Deutschlehrern?

Man muss hier anmerken, dass es z. B. im Bereich Deutsch als Fremdsprache in Deutschland keinen Konsens darüber gibt, welche Bereiche zu einem obligatorischen oder fakultativen Methodik-Didaktik-Lehrgang gehören sollten.

Anfang der 90er Jahre wurde vom Goethe-Institut ein Rahmencurriculum mit 17 Bausteinen entwickelt, die die Inhalte einer Methodik-Didaktik-Ausbildung beschrieben:

Diese Bausteine sind folgende:

1.       Die vier Fertigkeiten

2.       Grammatikvermittlung

3.       Landeskundedidaktik

4.       Fehlerdidaktik

5.       Lehrerverhalten

6.       Lehrwerkanalyse

7.       Lern- und Leistungskontrolle

8.       Medieneinsatz

9.       Textarbeit

10.     Übungsformen

11.     Unterrichtskommunikation und Sozialformen

12.     Unterrichtsbeobachtung

13.     Unterrichtsplanung

14.     Fremdsprachenlernprozesse

15.     Lernpsychologie

16.     Lern- und Arbeitstechniken

17.     Methoden des DaF-Unterrichts

Sie vermissen in dieser Liste vielleicht einen Baustein Wortschatzarbeit oder einen Baustein Phonetik.

Diese sind in den Bausteinen Die vier Fertigkeiten bzw. Textarbeit und Übungsformen enthalten.

Sie vermissen vielleicht einen Baustein Literatur.

Dieser ist im Baustein Textarbeit enthalten.

Insgesamt gesehen ist diese Auflistung nur als Basisorientierung für die Multiplikatoren anzusehen, die derartige Kurse für ihre Zielgruppen planen.

In der Praxis muss das Curriculum jeweils flexibel erweitert, gekürzt und adaptiert werden.

3. Die Inhalte der Fernstudieneinheiten zur Methodik-Didaktik DaF

Auf Grund dieses Curriculums wurden einzelne Fortbildungseinheiten in Auftrag gegeben, die die Grundlage zum Aufbau von Aus- und Weiterbildungsangeboten bilden.

Für jeden Curriculum-Baustein gibt es einen oder mehrere Fernstudieneinheiten:

Beispiel Baustein 1: Die vier Fertigkeiten

1.1     Fertigkeit Hören

1.2     Fertigkeit Lesen

1.3     Fertigkeit Sprechen

1.4     Fertigkeit Schreiben

 

Beispiel Baustein 4: Fehlerdidaktik

4.1     Fehler und Fehlerkorrektur

 

Beispiel Baustein 8: Medieneinsatz

8.1     Video im Deutschunterricht

8.2     Computer im Deutschunterricht

8.3     Lieder und Musik im Deutschunterricht

8.4     Visuelle Medien im Deutschunterricht

 

 

Beispiel Baustein 16: Lern- und Abeitstechniken

16.1   Lernerautonomie und Lernstrategien

 

Inzwischen sind 21 Fernstudieneinheiten im Rahmen dieses Curriculums erschienen:

 

1.       Fertigkeit Hören

2.       Fertigkeit Lesen

3.       Fertigkeit Schreiben

4.       Grammatik lehren und lernen

5.       Routinen und Rituale in der Alltagskommunikation

6.       Wortschatzarbeit und Bedeutungsvermittlung

7.       Kontakte knüpfen

8.       Bilder in der Landeskunde

9.       Landeskunde und Literaturdidaktik

10.     Fehler und Fehlerkorrektur

11.     Testen und Prüfen in der Grundstufe

12.     Probleme der Leistungsmessung

13.     Video im Deutschunterricht

14.     Computer im Deutschunterricht

15.     Lesen als Verstehen

16.     Probleme der Wortschatzarbeit

17.     Phonetik lehren und lernen

18.     Grundlagen des Erst- und Fremdsprachenerwerbs

19.     Lernerautonomie und Lernstrategien

20.     Methoden des fremdsprachlichen Deutschunterrichts

21.     Angewandte Linguistik für den fremdsprachlichen Deutschunterricht

 

Weitere 11 Fernstudieneinheiten liegen als Erprobungsfassungen vor und werden 2001/2002 erscheinen:

 

22.     Fertigkeit Sprechen

23.     Fertigkeit Übersetzen

24.     Didaktik der Landeskunde

25.     Unterrichtsbeobachtung und Lehrerverhalten

26.     Lehrwerkanalyse

27.     Visuelle Medien im Deutschunterricht

28.     Lieder und Musik im Deutschunterricht

29.     Arbeit mit Sach- und Zeitungstexten

30.     Spiele im Deutschunterricht

31.     Gruppenarbeit und innere Differenzierung

32.     Unterrichtsplanung

5 weitere Fernstudieneinheiten sind in Vorbereitung:

33.     Deutsch als Fremdsprache in der Mittelstufe

34.     Berufsorientierender Deutschunterricht

35.     Handlungsorientierung und ganzheitliches Lernen

36.     Lernpsychologie

37.     Deutsch als Fremdsprache im Primarbereich

 

D. h., in absehbarer Zeit werden 37 Fernstudieneinheiten im Bereich Methodik-Didaktik/Landeskunde Deutsch als Fremdsprache vorliegen.

Sie können im Rahmen der Aus-, Fort- und Weiterbildung von Deutschlehrerinnen und Deutschlehrern die Basis für entsprechende Lehrveranstaltungen bilden.

Wenn ich hier bewusst von Basis spreche, heißt dies, dass diese Basisbausteine in der Regel für die jeweiligen Bedürfnisse der jeweiligen Zielgruppen in unterschiedlichsten Ländern ergänzt und adaptiert werden müssen.

Generell muss dieses Paket auch offen sein für die Entwicklung zusätzlicher Titel, die sich aufgrund wissenschaftlicher Trends oder aufgrund praktischer Anforderungen ergeben.

Aus Ländern der dritten Welt kommt z. B. die Forderung nach einer Fernstudieneinheit Großgruppendidaktik, weil hier Deutsch auch in Schulen mit mehr als 50 Schülern pro Klasse unterrichtet werden muss, d. h. eine Unterrichtssituation vorherrschend ist, in der viele Arbeitsformen westlicher Industriestaaten nicht greifen.

So wurde ein Titel Deutsch als Fremdsprache im Primarbereich in Auftrag gegeben, obwohl der Primarbereich im Curriculum nicht ausdrücklich berücksichtigt worden ist. Da in vielen europäischen Ländern in Kindergarten und Grundschule Deutsch unterrichtet wird, ergibt sich in diesem Bereich zwangsläufig ein enormer Fortbildungsbedarf. Diesem Bedürfnis wurde durch den neuen Titel Rechnung getragen.

4. Aufbau und Strukturen der Fernstudieneinheiten

Die Fernstudieneinheiten wollen ganz bewusst keine wissenschaftlichen Monographien sein, sie sollen sich an einer wissenschaftlich fundierten Praxis messen und für den Lehrer brauchbar sein, der täglich in der Klasse steht und dennoch neuere methodisch-didaktische Entwicklungen aufnehmen und in die Praxis umsetzen möchte.

Die Lehrtexte in den Fernstudieneinheiten sind als didaktischer Dialog zwischen den Fortzubildenden und den Fortbildern gestaltet.

D. h. sie sind - wo immer es möglich ist - induktiv angelegt.

Konkret heißt dies, es wird von Erfahrungen der Leser ausgegangen oder es werden Unterrichtsbeispiele simuliert bzw. durchgespielt und anschließend reflektiert und ausgewertet.

Die Fernstudieneinheiten versuchen, den fortzubildenden Leser durch Fragen und Aufgabenstellungen zum Nachdenken und zur Selbstreflexion anzuregen. Diese Reflexionsphase soll den Leser weiter dazu bringen, das Besprochene in der eigenen Unterrichtspraxis anzuwenden und darüber hinaus zu eigenen Adaptierungen und Weiterentwicklungen zu kommen.

Dieses Verfahren hat sich in den letzten Jahren in der Lehrerfortbildung weltweit verbreitet und wird SERA- oder ESRA-Verfahren genannt:

 

1. Phase:          E             = Erfahrung

                       S             = Simulation

2. Phase           R             = Reflexion

3. Phase           A             = Anwendung

 

D. h. in einem ersten Schritt wird über Erfahrungen aus der Praxis berichtet (E) bzw. werden Schüleraufgaben von den Lehrern simuliert (S), um eine einheitliche Erfahrungsebene herzustellen,

anschließend werden diese Erfahrungen reflektiert und ggf. durch theoretische Zu- satzinformationen vertieft (R),

in einem dritten Schritt findet die Umsetzung des Simulierten/Reflektierten in die Praxis statt, d. h. die Leser probieren die Beispiele in der Unterrichtspraxis aus oder sie erarbeiten anhand der Beispiele eigene Unterrichtsentwürfe (A).

In Lehrveranstaltungen und Seminaren kann auch ein entsprechendes Microteaching durchgeführt werden.

Die Fernstudieneinheiten sind so konzipiert, dass das behandelte Thema ohne zusätzliche Literatur bearbeitet werden kann. Die Leser sollen also in einer Fernstudieneinheit all das vorfinden, was sie zur selbstständigen Erarbeitung des jeweiligen Themas benötigen. Das schließt nicht aus, dass man zu einzelnen Aspekten nicht auch weiterführende Literatur zur Vertiefung einer Frage heranziehen kann, wenn man dafür besonderes Interesse entwickelt.

In verschiedenen Ländern besonders in Mittel- und Südosteuropa sowie in den GUS-Staaten hat sich diese Konzeption als besonders nützlich erwiesen, da weiterführende Literatur oft noch schwer zugänglich ist.

Wichtige Strukturmerkmale für die Fernstudieneinheiten sind also:

 

          das ESRA-Modell

 

          und die

 

          die Induktivität

 

Weitere Merkmale sind folgende:

          Die Aufgabensteuerung

Im Rahmen des didaktischen Dialoges löst der Leser permanent Aufgaben, zu denen er im Lösungsschlüssel und im Lehrtext Lösungsvorschläge findet, die zu einer weiterführenden Reflexion anregen.

Eine Fernstudieneinheit ist keine Monographie, es wird nicht deduktiv doziert, sondern der Leser wird durch die Lösung von Aufgaben und die Reflexion der Lösungen aktiv in die praxisbezogene Fachdiskussion einbezogen.

          Sprachliche Verständlichkeit

Fachwissenschaftliche Texte zeichnen sich durch eine solche sprachliche Komplexität und Dichtheit aus, dass ein ungeübter Leser schnell die Lust an der Lektüre verliert. Ziel der Fernstudieneinheiten ist es, den Lehrern, die im Beruf stehen und seit langem keine fachwissenschaftliche Literatur mehr gelesen haben, in allgemeinverständlichem leichten Deutsch eine wissenschaftlich reflektierte Praxis näherzubringen.

          Lesergerechte Gestaltung

Das Postulat der leichten Lesbarkeit bzw. leichten Verständlichkeit bezieht sich nicht nur auf die Sprachebene. Es gibt unterschiedlichste Erschließungs- und Wahrnehmungshilfen, die durch ein ausgefeiltes Visualisierungskonzept bzw. Layout gestützt werden.

           Praxisbezogenheit

Die  Fernstudieneinheiten  sollen  den Lehrern zugänglich sein, die bereits seit einiger Zeit im Beruf stehen. Lehrer suchen in der Regel schwerpunktmäßig neue Ideen und Anregungen für den Unterricht. Interessiert sind sie auch an leicht verständlichen Begründungen für diese neuen Ansätze. Fachwissenschaftliche Abhandlungen, aus denen nicht sofort ersichtlich ist, was diese für die Unterrichtspraxis leisten, bringen für die konkrete Lehrerfortbildung keinen Gewinn. Deshalb ist die Auswahl der unterrichtsbezogenen Beispiele und der wissenschaftlichen Fundierungen am Kriterium des Praxisbezugs ausgerichtet.

          Übertragbarkeit/Modellhaftigkeit

Da konkrete Beispiele in der Regel für die jeweilige Unterrichtssituation adaptiert werden müssen, müssen die ausgewählten Beispiele übertragbar und modellhaft sein und zur Adaptierung schlicht herausfordern.

          Redundanz

Für Fachwissenschaftler, die an sehr dichte Texte gewöhnt sind, ist es sicher überraschend, dass auch eine gewisse Redundanz in den Studieneinheiten gewollt ist. Durch Wiederholungen, Zusammenfassungen, Querverweise usw. wird eine Festigung des bearbeiteten Stoffes angestrebt sowie eine inhaltliche Vernetzung des gesamten Fernstudienpakets.

 Fortbildungsdidaktische Aufbereitung

Zwar sind die Fernstudieneinheiten in erster Linie für Selbstlerner bestimmt, aber in der Praxis wurden die meisten Einheiten bereits in der Erprobungsphase in Seminaren getestet und wurden nebenbei auch den Bedürfnissen der Seminarpraxis angepasst.

Andererseits werden im Handbuch Lehrerfortbildung regelmäßig Szenarien für die Lehrerfortbildung veröffentlicht, die aufzeigen, wie die Fernstudieneinheiten in Seminaren verwendet werden können. Die Selbstlernmaterialien sind also so konzipiert, dass sie für einen erfahrenen Fortbilder auch leicht als Seminarmaterial einsetzbar sind.

 

 Äußere Strukturierung der Fernstudieneinheiten

 

 

Die einzelnen Studieneinheiten enthalten in der Regel folgende Komponenten:

 

   - Inhaltsübersicht und Angabe der Lernziele

   - Lehrtext mit Fragen und Aufgaben

   - Lösungsschlüssel zu den Aufgaben

   - Glossar mit Fachbegriffen

   - Literaturhinweise

 

Als Zusatzmaterialien gibt es

 

   - Tests

 

 

und bei manchen Fernstudieneinheiten

 

 

   - Hör- bzw. Videokassetten

   - Transkriptionen der Hör- bzw. Videokassetten

   - Materialien zur Weiterarbeit

 

5. Fernstudienkursangebote - weltweit

Auf der Basis der Fernstudieneinheiten wurde gemeinsam von der Universität Gesamthochschule Kassel (GhK), dem Goethe-Institut (GI) und ausländischen Universitäten ein weltweit einheitliches und vergleichbares Kursangebot entwickelt.

Dieses Basiskursangebot umfasst 8 Fernstudieneinheiten, die in einem Fernstudienkurs in ein bis zwei Jahren bearbeitet und mit dem Hochschulzertifikat Fremdsprachlicher Deutschunterricht in Theorie und Praxis abgeschlossen werden.

Bei dem Kursangebot muss aus vier Pflichtbereichen je ein Titel ausgewählt werden. Zum Pflichtbereich gehören die Bezugswissenschaften, Sprachsysteme, sprachliche Fertigkeiten sowie Unterrichtsplanung und -evaluation.

Vier weitere Einheiten können im Wahlpflichtbereich ausgewählt werden.

Der Wahlpflichtbereich umfasst zunächst dieselben eben genannten Bereiche, d. h. die Kursteilnehmer können zusätzlich zu den im Pflichtbereich gewählten Einheiten aus denselben Bereichen weitere Titel zur Bearbeitung auswählen. Zusätzlich kommen folgende Bereiche infrage:

Medieneinsatz; Landeskunde; Unterrichtskommunikation und Sozialformen; Sprachliche Systeme, Fertigkeiten und ihre Übungsformen; Stufenbezogene Aspekte des Deutschunterrichts.

Im einzelnen sieht das Kursangebot folgendermassen aus:

Studieninhalte des Hochschulzertifikats Fremdsprachlicher Deutschunterricht in Theorie und Praxis

I Pflichtbereich

1. Grundlagen/Bezugswissenschaften des fremdsprachlichen Deutschunterrichts

   - Methoden des fremdsprachlichen Deutschunterrichts

   - Grundlagen des Erst- und Fremdsprachenerwerbs

   - Angewandte Linguistik für den fremdsprachlichen Deutschunterricht

   - Lernpsychologie, Lernen als Jugendlicher - Lernen als Erwachsener

 

2. Sprachsysteme

   - Grammatik lehren und lernen

   - Wortschatzarbeit und Bedeutungsvermittlung

   - Probleme der Wortschatzarbeit

   - Phonetik lehren und lernen

3. Sprachliche Fertigkeiten

   - Fertigkeit Hören

   - Fertigkeit Lesen

   - Fertigkeit Sprechen

   - Fertigkeit Schreiben

 

4. Unterrichtsplanung,  -durchführung  und -evaluation

   - Unterrichtsbeobachtung und Lehrerverhalten

   - Unterrichtsplanung

   - Lehrwerkanalyse

   - Fehler und Fehlerkorrektur

   - Testen und Prüfen in der Grundstufe

   - Probleme der Leistungsmessung

II Wahlpflichtbereich

Medieneinsatz

   - Visuelle Medien im Deutschunterricht

   - Video im Deutschunterricht

   - Computer im Deutschunterricht

   - Lieder und Musik im Deutschunterricht

 

Landeskunde und ihre Didaktik

   - Didaktik der Landeskunde

   - Routinen und Rituale in der Alltagskommunikation

   - Kontakte knüpfen

   - Landeskunde und Literaturdidaktik

   - Bilder in der Landeskunde

   - Arbeit mit Sach- und Zeitungstexten

 

Unterrichtskommunikation und Sozialformen

   - Gruppenarbeit und innere Differenzierung

   - Handlungsorientierung und ganzheitliches Lernen

   - Lernerautonomie und Lernstrategien

 

Sprachliche Systeme, Fertigkeiten und ihre Übungsformen

   - Lesen als Verstehen

   - Arbeit mit Sach- und Zeitungstexten

   - Arbeit mit literarischen Texten

   - Berufsorientierender Deutschunterricht

   - Bilder in der Landeskunde

   - Spiele im Deutschunterricht

   - Lieder und Musik im Deutschunterricht

 

Stufenbezogene Aspekte des Deutschunterrichts

   - Deutsch als Fremdsprache im Primarbereich

   - Deutsch in der Mittelstufe

Titel, die dem Pflichtbereich zugeordnet sind, aber nicht im Rahmen des Pflichtbereichs als Studieninhalt ausgewählt werden, können ebenfalls im Wahlpflichtbereich Berücksichtigung finden.

6. Überregionale Anerkennung und regionale Profilbildung

Die Fernstudieneinheiten entsprechen in ihrer Thematik den Studienangeboten eines Präsenzstudiums, das eine Ergänzungsqualifikation im Bereich Deutsch als Fremdsprache zu einem abgeschlossenen Germanistikstudium vermittelt. Ein erfolgreich abgeschlossenens Fernstudium kann deshalb z. B. an der Universität Gesamthochschule Kassel auch als Präsenzstudium angerechnet werden, wobei eine Studieneinheit mit zwei Semesterwochenstunden verrechnet wird und der Gesamtumfang des Fernstudienkurses etwa die Hälfte (16 SWS = Semesterwochenstunden) des Lehrangebots des Ergänzungstudienganges (32 SWS) entspricht. Dieser umfasst seinerseits etwa die Hälfte eines der beiden Hauptfächer eines deutschen Magisterstudiengangs oder 100% eines Aufbau-Magisters Deutsch als Fremdsprache.

Diese Rückkopplung an die Eckdaten von Präsenzstudiengängen sichert einerseits die internationale Vergleichbarkeit und die überregionale Gleichgewichtung des Fernstudienangebots.

Die Vielfalt des Studienangebots lässt andrerseits eine regionale Schwerpunktsetzung bzw. individuelle Profilbildung zu.

Um die regionalen Bedürfnisse befriedigen zu können, bietet das Fernstudienprojekt in verschiedenen Ländern die Entwicklung von Regionalfassungen zu den Fernstudieneinheiten an.

Oft wird die internationale (deutschsprachige) Fassung durch ein regionales (manchmal landessprachliches) Beiheft ergänzt, das sich speziell mit den Curricula und Lehrplänen, Lehrbüchern, Prüfungsordnungen, Lehr- und Lerntraditionen usw. in diesem Land auseinandersetzt.

Das oben beschriebene internationale Fernstudienangebot, das zum sogenannten Hochschulzertifikat führt, beginnt, sich weltweit durchzusetzen.

Derzeit wird es in folgenden Ländern angeboten:

Chile, Argentinien, Bolivien, Brasilien, Mexico, USA, Canada, Niederlande, Spanien, Italien, Slowenien, Deutschland, Slowakei, Ungarn, Albanien, Griechenland, Lettland, Russland, Georgien, Armenien, Aserbaidschan, Usbekistan, Kasachstan, Indien.

Weitere Länder werden folgen.

In allen genannten Ländern ist eine örtliche Universität oder ein Lehrerfortbildungszentrum federführend für den Aufbau der Kurse und die universitäre und staatliche Anerkennung im jeweiligen Land.

Im Rahmen einer regionalen Profilbildung gibt es auch andere Entwicklungen und differenziertere Kursangebote. Als Beispiel möchte ich Spanien und Lettland herausgreifen.

6.1 Spanien

In Spanien wird nach einem spanischen Curriculum ein Weiterbildungsprogramm angeboten, in dem in zwei Jahren ein landesspezifischer Weiterbildungstitel (Título Post-graduado) erworben wird. Gleichzeitig erhalten die Kursabsolventen das internationale Hochschulzertifikat Fremdsprachlicher Deutschunterricht in Theorie und Praxis.

Das Weiterbildungsprogramm wurde ursprünglich von den drei Universitäten Barcelonas gemeinsam für Katalonien entwickelt und anschließend von den Universitäten Alicante (Provinz Valencia und Murcia), Sevilla-Cadiz (Andalusien), Madrid (Kastilien, Extremadura), Vitoria (Baskische Provinzen, Navarra, La Rioja) und einem Lehrerfortbildungszentrum in Las Palmas (Kanarische Inseln) übernommen, so dass in fast ganz Spanien derzeit ein einheitliches Weiterbildungsprogramm auf der Basis der Fernstudieneinheiten angeboten wird. Nur im entlegenen Nordwesten (Galizien, Asturien, Kantabrien) und auf den Balearen konnte das Programm noch nicht etabliert werden.

 

In Spanien werden folgende 16 Fernstudieneinheiten in zwei Jahren bearbeitet:

 

1.      Grundlagen des Erst- und Fremdsprachenerwerbs

2.      Fertigkeit Hören

3.      Fertigkeit Lesen

4.      Grammatik lehren und lernen

5.      Fertigkeit Schreiben

6.      Fertigkeit Sprechen

7.      Methoden des fremdsprachlichen Deutschunterrichts

8.      Unterrichtsplanung

9.      Wortschatzarbeit und Bedeutungsvermittlung

10.    Routinen und Rituale in der Alltagskommunikation

11.    Bilder in der Landeskunde

12.    Fehler und Fehlerkorrektur

13.    Probleme der Leistungsmessung

14.    Arbeit mit Sach- und Zeitungstexten

15.    Video im Deutschunterricht

16.    Computer im Deutschunterricht

6.2 Lettland

In Riga wird ein zweijähriger Weiterbildungskurs angeboten, der mit zwei Hauptfächern zu einem Aufbau-Magister der Fernuniversität Hagen führt. Dieser Magister wird vom lettischen Wissenschaftsrat als Weiterbildungsdiplom anerkannt. Gleichzeitig erhalten die Kursteilnehmer das Hochschulzertifikat.

Der Aufbau-Magister in Riga besteht aus folgenden Fächern:

 

    1. Neuere deutsche Literaturwissenschaft

   16 SWS mit 8 Fernstudieneinheiten und 6 SWS Seminarblöcken, die mit Fernstudieneinheiten der Fernuniversität Hagen durchgeführt werden.

 

   2. Fremdsprachlicher Deutschunterricht in Theorie und Praxis (Methodik- Didaktik DaF)

   16 SWS mit 8 Fernstudieneinheiten und 6 SWS Seminarblöcken, die mit Fernstudieneinheiten des Fernstudienprojekts durchgeführt werden.

 

Im Bereich Methodik-Didaktik Deutsch als Fremdsprache werden folgende 8 Fernstudieneinheiten bearbeitet:

 

 

Pflichtbereich

 

1.      Methoden des fremdsprachlichen Deutschunterrichts

2.      Grammatik lehren und lernen

3.      Fertigkeit Lesen

4.      Fehler und Fehlerkorrektur

 

 

Wahlpflichtbereich

 

5.      Probleme der Leistungsmessung

6.      Unterrichtsplanung

7.      Gruppenarbeit und innere Differenzierung

8.      Landeskunde und Literaturdidaktik

Dieses Kursmodell soll auf die Universitäten Liepaja (Westlettland), Daugavpils (Ostlettland), Estland und Litauen ausgedehnt werden. Entsprechende Verträge sind in Vorbereitung.

7. Die Fernstudieneinheiten in der Fort- und Weiterbildung von Deutschlehrern mit einschlägig wissenschaftlicher Abschlussprüfung (in Rumänien)

7.1 Vorbereitung auf die Definitivatsprüfung in Rumänien

Nach dem Abschlussexamen an der Universität werden die Absolventen als Deutsch-lehrer auf Probe eingestellt. Sie unterrichten drei oder mehr Jahre in öffentlichen Schulen und bereiten während dieser Zeit die sogenannte Definitivatsprüfung vor, für die es an den Universitäten Vorbereitungskurse gibt.

Die Definitivatsprüfung ist in etwa mit dem deutschen zweiten Staatsexamen vergleichbar, d. h. nach Abschluss wird man festangestellt. Die Anforderungen für diese Prüfung umfasst Literatur, Linguistik, Methodik-Didaktik und Unterrichtspraxis (Hospitation und Lehrproben).

Nach den Richtlinien des MEN vom Februar 2000 sind im Bereich der Methodik folgende 12 Themen für die Definitivats-Prüfung verbindlich:

 

1.       Entwicklung der kommunikativen Didaktik und des interkulturellen Ansatzes im FSU

2.       Methoden des fremdsprachlichen Deutschunterrichts

3.       Lehrplan und Curriculum

4.       Unterrichtsformen

5.       Lernzielbeschreibung

6.       Die vier Fertigkeiten

7.       Leistungskontrollen (Testen und Prüfen) und Fehlerkorrektur

8.       Arbeit mit Texten

9.       Wortschatzarbeit

10.     Grammatik im DaF-Unterricht

11.     Lerntechniken

12.     Übungstypologie

7.2 Vorbereitung auf die Grad 2-Prüfung in Rumänien

Drei bis fünf Jahre nach der Definitivatsprüfung können die Deutschlehrer eine sogenannte zweite Gradprüfung ablegen, für die die Universitäten ebenfalls Vorbereitungskurse anbieten.

Diese Prüfung besteht ebenfalls aus den Prüfungsteilen Literatur, Linguistik, Methodik-Didaktik und Unterrichtspraxis und führt zu einer finanziellen Höhergruppierung.

Nach den Richtlinien des MEN von Februar 2000 sind im Bereich der Methodik-Didaktik folgende 22 Themen für die Grad 2-Prüfung verbindlich:

 

1.       Entwicklung der kommunikativen Didaktik und des interkulturellen Ansatzes im FSU

 

 

2.       Lehrplan und Curriculum. Unterrichtsplanung

 

 

3.       Vermittlungsmethoden im rumänischen DaF-Unterricht. Alternative Methodenkonzepte

 

4.       Unterrichtsformen

5.       Lernzielbeschreibung

6.       Übungstypen und Aufgaben im DaF-Unterricht

7.       Lernerorientierung und -autonomie im FSU

8.       Die Entwicklung der rezeptiven Fertigkeiten (Leseverstehen, Hörverstehen)

9.       Die Entwicklung der produktiven Fertigkeiten (Sprechen, Schreiben)

10.     Ausspracheschulung

11.     Arbeit mit Texten

12.     Wortschatzvermittlung

13.     Lebendiges Grammatiklernen

14.     Das Bild im DaF-Unterricht

15.     Lied und Spiel im DaF-Unterricht

16.     Die Umsetzung der neuen Rechtschreibung im rumänischen DaF-Unterricht

17.     Landeskundevermittlung im modernen DaF-Unterricht

18.     Unterrichtsprojekte

19.     Medien im Fremdsprachenunterricht

20.     Leistungskontrolle (Testen und Prüfen)

21.     Soziale Arbeitsformen im Fremdsprachenunterricht

22.     Analyse von Lehrwerken

7.3 Obligatorische Fortbildung in Rumänien

In Rumänien ist jeder Deutschlehrer verpflichtet, in fünf Jahren 100 Stunden Fortbildung nachzuweisen. Diese verteilen sich auf 40 Std. Methodik-Didaktik und 60 Std. Curriculum und Unterrichtsreform.

In diesen eben skizzierten drei Fort- und Weiterbildungsbereichen sehe ich sinnvolle Möglichkeiten, die Fernstudieneinheiten einzusetzen und auch eine internationale Kooperation mit der Universität Kassel und dem Goethe-Institut anzustreben.

Wenn ich mir die Programme für die Definitivats- und Grad 2-Prüfung ansehe, drängt sich der Einsatz der Fernstudieneinheiten förmlich auf, da diese Materialien gerade auf eine Zielgruppe zugeschnitten sind, die Weiterbildung in einer wissenschaftlich reflektierten Praxis benötigt und erwartet.

Folgende Fernstudieneinheiten können die Methodik-Didaktik-Teile der Fort- und Weiterbildungsprogramme für die Definitivats- und Grad 2-Prüfung sowie für die obligatorische Fortbildung (100 Stunden-Fortbildungs-Programm) abdecken.

1.       Methoden des fremdsprachlichen Deutschunterrichts

2.       Unterrichtsplanung

3.       Lernerautonomie und Lernstrategien

4.       Fertigkeit Hören

5.       Fertigkeit Lesen

6.       Fertigkeit Sprechen

7.       Fertigkeit Schreiben

8.       Phonetik lehren und lernen

9.       Arbeit mit Sach- und Zeitungstexten

10.     Landeskunde und Literaturdidaktik

11.     Probleme der Wortschatzarbeit

12.     Wortschatzarbeit und Bedeutungsvermittlung

13.     Grammatik lehren und lernen

14.     Bilder in der Landeskunde

15.     Lieder und Musik im Deutschunterricht

16.     Spiele im Deutschunterricht

17.     Didaktik der Landeskunde

18.     Kontakte knüpfen (Projektarbeit)

19.     Video im Deutschunterricht

20.     Computer im Deutschunterricht

21.     Visuelle Medien im Deutschunterricht

22.     Testen und Prüfen in der Grundstufe

23.     Probleme der Leistungsmessung

24.     Fehler und Fehlerkorrektur

25.     Gruppenarbeit und innere Differenzierung

26.     Handlungsorientierung und ganzheitliches Lernen

27.     Lehrwerkanalyse

Aus diesen 27 Titeln und einigen regionalspezifischen Zusatzbausteinen könnte man ein interessantes strukturiertes Weiterbildungsangebot machen. Inhaltlich werden fast alle Programmpunkte der ministeriellen Vorgaben abgedeckt, aber auch strukturell bieten sich interessante Perspektiven:

Da die Fernstudieneinheiten als Selbstlernmaterial konzipiert sind, könnten die Kursteilnehmer an ihrem jeweiligen Dienstort die Lehrmaterialien durcharbeiten.

Die Vorbereitungsarbeit der Multiplikatoren würde dann schwerpunktmäßig in folgenden Bereichen liegen:

1.) Betreuung der Teilnehmer während der Fernstudienphasen (Tel., Fax, E-Mail, Post)

2.) Durchführung von regelmäßigen Präsenzphasen

3.) Organisation und Betreuung von Hospitationen und Unterrichtspraktika

In den Präsenzphasen könnten dann Fragen/Probleme der Teilnehmer und deren Arbeitsergebnisse diskutiert werden. Außerdem sollte die Umsetzung des Erarbeiteten in die Unterrichtspraxis einen Schwerpunkt bilden. Hier könnte die Adaptierung der Inhalte für den Unterricht, die Unterrichtsdurchführung und ein entsprechender Rücklauf (Erfahrungsberichte aus dem Unterricht) in den Präsenzphasen im Mittelpunkt stehen.

Versuche in anderen Ländern zeigen, dass dieses Konzept sinnvolle Arbeitsergebnisse bringt und von den Teilnehmern akzeptiert wird.

In Rumänien müsste hierzu eine Planungsgruppe gebildet werden, die unter Berücksichtigung der ministeriellen Programme einen konkreten Fernstudienplan entwickelt.

Da der hier vorgesehene Stoffplan wesentlich umfangreicher ist als das Programm zum Hochschulzertifikat, kann dieses ebenfalls von den Kursteilnehmern erworben werden.

In dem Beitrag II von Dr. C. Krämer-Hus-Hus in dieser Publikation finden Sie weitere Einsatzmöglichkeiten der Fernstudieneinheiten, insbesondere im Bereich der Umschulung und grundständigen Ausbildung.

 

Literatur:

1.     Legutke, Michael/ Köhler, Beate/ Pavlovic, Kristina/Bützer, Heike (Hrsg.) (1995ff.): Handbuch für Spracharbeit, Teil 6: Fortbildung I-III. München: Goethe-Institut.

2.     Lehners, Uwe/Neuner, Gerhard (Hrsg.) (1998): Das Fernstudienprojekt - weltweit. Ein Angebot zur Fort- und Weiterbildung im Bereich Deutsch als Fremdsprache. München: Goethe-Institut.

3.     Lehners, Uwe/Neuner, Gerhard (1999): Fort- und Weiterbildung im Fernstudium. In: Fremdsprache Deutsch Sondernummer 1999 Lehrerfortbildung. Stuttgart: Klett.

4.     Peters, Otto (1997). Didaktik des Fernstudiums. Neuwied/Berlin: Luchterhand.

5.     Stãnescu, Speranþa (2000): Deutschunterricht und Germanistikstudium in Rumänien. Berlin: de Gruyter.

6.   Ziebell, Barbara (1993): Leitfaden zur Planung und Durchführung von Grundlehrgängen zur Ausbildung von Ortslehrkräften und Deutschlehrern im außerschulischen Bereich. München: Goethe-Institut (= Curriculum)

 

Gesellschaft der Germanisten Rumäniens (GGR) - www.ggr.ro

Zeitschrift der Germanisten Rumäniens, Jg. 9, Heft 17-18 / 2000, S. 267-277

 

 

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