Home | BAC/Teze | Biblioteca | Jobs | Referate | Horoscop | Muzica | Dex | Games | Barbie

 

Search!

     

 

Index | Forum | E-mail

   

 Bine ati venit in sectiunea dedicata limbii si literaturii germane. In aceasta sectiune veti avea posibilitatea sa descoperiti multe lucruri utile care speram sa va ajute la cursuri. Willkommen bei ScoalaOnline!

 

 
 
 
 
 + Click:  Grupuri | Newsletter | Portal | Ziare,Radio/TV | Forum discutii | Premii de excelenta | Europa

 

 

 

Zuruck zum index

Gesellschaft der Germanisten Rumäniens (GGR) - www.ggr.ro

 

 

"Wörter stellen mir nach / Ich stelle sie vor". 100. Geburtstag von Rose Ausländer –  

4.-6. Februar 2001, Ludwigsburg und Marbach (Martin Hainz)

 

 

Ludwigsburg und Marbach waren vom 4. – 6. Februar 2001 Gastgeber einer Veranstaltung, die den 100. Geburtstag der Dichterin Rose Ausländer (1901-1988) zum Anlaß nahm, die Dichterin zu feiern, aber auch neu zu interpretieren. Die Liste der Referenten liest sich wie ein Auszug des Who is who der Forschung zur dieser Dichtung: Helmut Braun, Andrei Corbea-Hoiºie, Jean Firges, Axel Gellhaus, George Guþu, Peter Motzan, Peter Rychlo und Klaus Werner, um nur einige Namen zu nennen.

· – · – ·

Die einleitenden Worte sprach ein pathetischer Ralph Giordano, dem dennoch prägnante Formulierungen glückten: so die Rede von der

„Trauer, die der Dichterin im Blut mitkreist und […] die fassungslose Frage aufwirft, warum ihr Leben nicht von dieser Trauer erstickt wurde.”

Der Nachmittag widmete sich nach einer Vorführung des Films Herr Zwilling und Frau Zuckermann (Czernowitz/Berlin 1999, Regie: Volker Koepp) – eines Dokuments, dessen Protagonisten jeden Moment erahnen lassen, daß der Film sie, so sehenswert er auch ist, mehr hätte sagen lassen müssen – der Frage, was es mit dem Mythos Czernowitz auf sich habe. Unter der kenntnisreichen Gesprächsleitung von Klaus Werner wurde dabei das Faktum der Multikulturalität von der Chimäre der Interkulturalität geschieden. Auskunft zur durchaus problematischen Entwicklung der Bevölkerungsgruppen gaben Andrei Corbea-Hoisie sowie Peter Motzan in bester aufklärerischer Tradition, eine Darstellung der offiziellen Ukraine kam hinzu.

Am Abend folgte eine Rose Ausländer-Lesung.

· – · – ·

Der zweite Tag wurde mit einer Werkstatt Lyrik eröffnet; Maria Ivanitzkas Referat kreiste hörenswert unter anderem um Neologismen, die sich dann doch in Lexika finden – etwa „Blutbuche”. Diese sei, so bemerkte Maria Klanska treffend, „botanisch oder pittoresk” zu verstehen. Sie behandelte im Anschluß Motive des jüdischen Erbes, das „Apfelwort”, die Rede vom „Cherubim” und das Unvermögen, Heimat zu finden: ein Paradies. Die These von Martin Hainz war, Trauer müsse auch Bewußtsein ihrer Unangemessenheit sein; sie sei – mit Serner – „nur das schmerzhaft-intensive Bestreben […], sich zu verbergen, daß sie nicht vorhanden ist”, nicht vorhanden sein kann:

„Das Gedicht ist das sich buchstäblich zu-Tode-Sprechende.” (Celan)

Leslie Morris sprach genetisch vom „Echo des Gestrichenen […] als Leerraum”, der bleibe. Die allgemeine These lautete nicht unzutreffend:

„Die poetische Landschaft Rose Ausländers ist gekennzeichnet durch das […] Echo von dem, […] was sie weder erleben noch begreifen kann”…

Karlheinz Fingerhut, der als Moderator die Rede vom Existentiellen der Texte mit dem Verweis auf die Wichtigkeit der von einem Anwesenden verächtlich so genannten „Flacharbeit am Text” erdete, prägte das Bild von Hase und Igel für Dichter und Poetologen, was Hainz mit dem Hinweis, beide würden „in unserer Kultur überfahren”, quittierte. Wichtige Hinweise und Fragen bot Jean Firges.

Der Nachmittag gehörte einer Synthese von Germanistik und Informatik; in Wahrheit aber wurde eine abgehalfterte Ganzheitspädagogik vorgeführt, die vielleicht den Schüler, gewiß jedoch nicht den Text ernstzunehmen in der Lage war. Das verwundert, da Michael Gans, der für die Philologie verantwortlich gewesen wäre, seit geraumer Zeit an diesem Projekt arbeitet. Eine Symposions-Vernissage mit Bildern von Dieter Krüll folgte.

Den Abend widmete man einer professionellen, doch nicht nur professionellen Aufführung von Wenn Blumenworte welken…, einer szenischen Collage. Der Interessierte erlebte Rose Ausländer dreimal, Helios Hecht war eine Stimme aus dem Off.

· – · – ·

Der dritte Tag der Veranstaltung hatte als Akzent die Beziehung der Dichterin zu Celan, worüber zunächst Helmut Braun Auskunft gab. Der historische Kontext wurde angerissen, vor allem jedoch gezeigt, daß die Lyrikerin ihren Wandel nicht allein Celans wegen vollzog, von ihm eher bestärkt wurde, nachdem sie im Austausch mit der modernen angloamerikanischen Dichtung ihren Stil gefunden hatte. Ausgeräumt wurde auch der Verdacht, man könne „schwarze Milch” – von der Dichterin je nach Auflage des hier nachlässigen Chalfen „nur so nebenhin” oder „nicht so nebenhin” gebraucht – als von Celan bloß übernommen. Den letzten Gedanken nahm auch Axel Gellhaus auf, der als Herausgeber der Bonner Celan-Ausgabe sehr präzise Informationen zu geben imstande war – dies auch am Nachmittag, der Celans Nachlaß gewidmet war. Er zeigte, wie Erfahrung Sprache, diese aber auch wiederum Erfahrungsmöglichkeit sei; die „Grenzen meiner Sprache sind die Sprachen meiner Welt” – Wittgensteins Satz hätte hier fast fallen müssen. Schwarze Milch verweise darauf, daß „Sprache und nicht Privatidiom” Celans Sache ist.

Peter Rychlo ist seit geraumer Zeit der umsichtige Sachverwalter der Bukowinischen Literatur vor Ort: in Czernowitz. Er wartete mit einer kleinen Sensation auf, dem Nachweis, daß Rose Ausländer am 5.11.1940 wegen Spionageverdachts verhaftet etwa 3½ Monate im Gefängnis des Geheimdienstes verbrachte, ehe ihre Unschuld sich erwies.

Jean Firges widmete sich dem Judentum von Celan und Ausländer. Die streng gestaltete Welt der Orthodoxie einerseits und die „Märchenwelt” andererseits boten einige aufschlußreiche Blicke auf die Dichtungen. Da wird ein Judentum geboren, das Distanz angesichts der lockeren Bande nicht suchen muß:

Rose Ausländer kann ohne diese utopische Vision (vielmehr) nicht leben.

Dort wird dagegen jüdische Identität zum Vermieden-Unvermeidlichen, zum „Hiob-Syndrom”, wie Firges meinte: Celan schrieb jüdisch, indem er „Textgräber” (Uta Werner) schuf, das Hoffnungslose benannte.

George Guþu beschloß den Vormittag mit Berichten aus dem Margul-Sperber-Nachlaß. Die Deutlichkeit des Briefwechsels Celans mit Alfred Margul-Sperber sowie Petre Solomon beeindruckte dabei ebenso wie die höfliche Bitte Ausländers um liebevolle Verrisse, wenn man es so nennen darf. Die Präsentation eines unbekannten Gedichts der Lyrikerin war zweifelsohne ein Höhepunkt der Veranstaltung:

Aus meiner Einsamkeit wächst eine Blume,

ein weißer Kelch, in den das Leben fällt,

und der, voll bis zum Rand gefüllt mit Welt,

wie eine Last die Gabe hält,

und duftend sich erfüllt zu ihrem Ruhme”…

Den Nachmittag eröffnete eine Beschreibung des Nachlasses Paul Celans: 60 Kästen, gefüllt mit unzähligen, in Bearbeitungsschichten bedeckten Blättern mit Gedichten. Die Entstehung der beiden historisch-kritischen Ausgaben Paul Celans (Tübingen und Bonn) wurde erklärt, Probleme wurden erhellt, die darum noch nicht schon gelöst sind – etwa das Verhältnis von Übersetzungen, deren Gewicht Axel Gellhaus und Mitarbeiter im überaus lesenswerten Katalog »Fremde Nähe« der Leserschaft zur Kenntnis gebracht hatten. So führten Gellhaus und Jochen Meyer durch eine im Grunde unpassierbare Landschaft – ehe ein Brief Rose Ausländers an Celan erstmals verlesen wurde; auf den an Celan teils naive Fragen stellenden Brief, der unbeantwortet bleibt, wies schon Helmut Braun in seiner gelungenen Biographie der Lyrikerin hin, nun kennt man den Wortlaut:

Was Sie ueber das Schoene und Wahre in der Dichtung sagten, hat mir viel zu denken gegeben. Aber sind die Grenzen hier, im Raum der Kunst, denn scharf gezogen? Ich finde, dass wir ein Kunstwerk als Erleuchtung, ja als Wunder erleben, eben weil es viele Assoziationen, nach vielen Richtungen, in uns weckt.

Wir sind eben sinnlich-aesthetisch-ethisch-metaphysische Geschoepfe.

(18. März 1958; gekürzt)

Dieser Brief konnte Celan, der unter anderem bis zuletzt lästern zu können hoffte, wie es im Briefwechsel mit Nelly Sachs heißt, wohl nur mißbehagen.

Im Pädagogisch Kulturellen Centrum Ehemalige Synagoge Freudental fand der Schlußakt der Veranstaltung statt – mit einem Gespräch mit der Witwe Hermann Lenz’.

„Wir redeten so gut wie nie über Literatur” – das hatte Hermann Lenz geschrieben, das bestätigte nun sie. Unprätentiös, intelligent und kenntnisreich ließ sie in einer Rede und einem Gespräch die Person Celans greifbar werden und widersprach etwa den Clichés vom „selbstsüchtigen” Dichter. Man erlebte eine kluge Zeitzeugin, die doch kein Spezialwissen beanspruchte, glänzend formulierte (man „mußte alles gleichsam auf eine kleine Briefwaage legen”, wenn man mit dem sensiblen Celan sprach…) und eine Höflichkeit des Herzens zeigte.

Jean Firges’ nicht ganz leichte Aufgabe, hier mit einer Interpretation der Todesfuge anzuschließen, löste er mit Bravour. Einer glänzenden Rezitation des Poems folgte eine überzeugende, knappe und präzise Auslegung, die zuallererst auf der zentralen Antithetik („er” – „wir”) beharrte. Von ihr ausgehend zeigte er, wie dieses Gedicht im Grunde gar nicht zulassen konnte, was ihm an Mißdeutung doch widerfuhr; „lesebuchreif gedroschen” nannte Celan bekanntlich dieses – sein berühmtestes – Gedicht. Idylle ist darin freilich nicht mehr zu finden, der Reim, der an einer Stelle geblieben ist, Mimesis an die Glätte des formvollendeten Tötens. Die Rede von den „Säulenträgerinnen des Gedächtnistempels”, von Margarete und Sulamith, von goldenem und aschenem Haar, sie wurde zurecht mit Applaus bedacht.

Die Veranstaltung verklang mit einer Celan-Lesung, die für die präzise Wortakrobatik Celans leider einen bloß einlullenden Ton fand.

· – · – ·

Die Veranstaltung in Ludwigsburg und Marbach war ein wichtiger Beitrag zu jener Entmystifizierung Rose Ausländers, die den wahren Zauber ihrer Verse erst freilegt. Die Referenten boten hierzu teils nicht bloß seriöse, sondern brillante Beiträge – und so kann es keine Frage sein, man machte der Dichterin hier ein schönes Geburtstagsgeschenk.

Martin Hainz

 

 

Gesellschaft der Germanisten Rumäniens (GGR) - www.ggr.ro

 

 

Coordonator sectiune: Madalina Marcu | Asistenti: Cristina Caramihai | Andreea Baranga

+ Asociatia Studentilor din Facultatea de Limbi Straine | Contact

 

Home | BAC/Teze | Biblioteca | Referate | Games | Horoscop | Muzica | Versuri | Limbi straine | DEX

Modele CV | Wallpaper | Download gratuit | JOB & CARIERA | Harti | Bancuri si perle | Jocuri Barbie

Iluzii optice | Romana | Geografie | Chimie | Biologie | Engleza | Psihologie | Economie | Istorie | Chat

 

Joburi Studenti JOB-Studenti.ro

Oportunitati si locuri de munca pentru studenti si tineri profesionisti - afla cele mai noi oferte de job!

Online StudentOnlineStudent.ro

Viata in campus: stiri, burse, cazari, cluburi, baluri ale bobocilor - afla totul despre viata in studentie!

Cariere si modele CVStudentCV.ro

Dezvoltare personala pentru tineri - investeste in tine si invata ponturi pentru succesul tau in cariera!

 

 > Contribuie la proiect - Trimite un articol scris de tine

Gazduit de eXtrem computers | Project Manager: Bogdan Gavrila (C)  

 

Toate Drepturile Rezervate - ScoalaOnline Romania